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20.08.2007

500 Millionen Dollar für ein Start-up

Was vor zwei Wochen als Gerücht gehandelt wurde, erwies sich als wahr: Citrix kauft das Start-up-Unternehmen XenSource, einen Spezialisten für Virtualisierung. Damit kann sich Citrix Hoffnungen machen, ein ernst zu nehmender VMware-Konkurrent zu werden.

Von Wolfgang Leierseder

Am 16. August war es so weit: Citrix gab bekannt, dass es den amerikanischen Virtualisierungsspezialisten XenSource für rund 500 Millionen Dollar in Aktien (60 Prozent) und Bargeld kaufen wird. Eigenen Angaben zufolge haben die beiden Softwerker eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. Die Übernahme soll im vierten Quartal dieses Jahres offiziell vonstatten gehen.

Citrix erklärte die Übernahme nicht zuletzt mit dem Wachstum des Marktes für Server- und Desktop-Virtualisierung. Dieser wer- de in den kommenden vier Jah- ren ein Gesamtvolumen von insgesamt fünf Milliarden Dollar erreichen. Dabei bezieht sich Citrix auf die Zahlen des Markt- forschers IDC. Dieser hatte prognostiziert, dass der Gesamtmarkt für Virtualisierungssoftware von derzeit knapp drei Milliarden auf fünf Milliarden Dollar im Jahr 2009 und fast sieben Milliarden Dollar im Jahr 2010 anwachsen werde.

"Version 4 bringt uns in die Oberklasse", hatte Simon Crosby, Chief Technology Officer von XenSource, kurz vor der Übernahme gegenüber unserer Schwesterpublikation "Computerwoche" für die Software geworben. "Schlag für Schlag verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber VMware."

Übernahmekandidat Citrix

Bemerkenswert erscheint, dass Citrix anlässlich der Übernahme ausdrücklich seine guten Beziehungen zu Microsoft nannte: "Die Akquisition stärkt die jetzt schon starke Ausrichtung auf Microsoft und die Windows-Plattform." Das heißt, Citrix wird die Software von XenSource nutzen, um neben dem Open-Source-Angebot "XenEnterprise" auch Microsofts Virtualisierungslösung zu bedienen.

Die erst voriges Jahr mit einem Produkt auf der Grundlage des Open-Source-Hypervisors Xen auf den Markt gekommene Firma XenSource hatte sich im Jahr 2006 exklusiv den Viridian-Hypervisor-Code des Redmonder Unternehmens gesichert. So spekulieren Analysten bereits, ob Citrix nun nicht auch zum Übernahmekandidaten geworden ist - insbesondere wird Microsoft als Käufer genannt. Der Redmonder Riese will im kommenden Frühjahr seine eigene Virtualisierungssoftware in den Markt bringen.

Citrix teilte weiter mit, XenSource werde in der neu gegrün-deten Abteilung "Virtualization & Management" aufgehen. Der Käufer rechnet mit Umsätzen in Höhe von rund 50 Millionen Dollar im kommenden Jahr. Analysten zufolge dürfte XenSource in diesem Jahr gerade mal eine Million Dollar umsetzen. Zum Vergleich: VMware, gerade mit großem Aufsehen und ebensolchem Erfolg an die Börse gegangen, setzte im vergangenen Jahr 709 Millionen Dollar um.