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10.08.2015 - 

Tipps vom IT-Dienstleister Hartl Group

8 Dinge, die Sie über Rechenzentrumsbau wissen sollten

Dr. Thomas Hafen ist freier Journalist in München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Data Center, Telekommunikation und Cloud Computing.
Peter Hartl, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Hartl Group, baut gerade ein neues Rechenzentrum. Im Interview erklärt er, welche Hürden dabei überwunden werden müssen, für wen es sich angesichts gestiegener Energiekosten überhaupt noch lohnt, und wie lange der bau dauert.

1. Lohnt es sich überhaupt noch, in ein eigenes Rechenzentrum zu investieren?

Peter Hartl, CEO und Inhaber der Hartl Group
Peter Hartl, CEO und Inhaber der Hartl Group
Foto: Hartl Group

Peter Hartl: Für den "normalen" Anspruch lohnt es sich sicherlich nicht. Wer heute ein Rechenzentrum betreiben will, dem muss klar sein, dass die Kosten enorm sind, sowohl in der Bauphase als auch im Betrieb. Das "Blech", also die Hardware, ist dabei der geringste Kostenfaktor. Wir schaffen es, dank unserer Voraussetzungen, ein höchstzertifiziertes Rechenzentrum zu bauen, das den wachsenden Zertifizierungsanforderungen unserer Kunden nachkommt und gleichzeitig die Preise eines - ich sage mal -Standardrechenzentrums bietet."

2. Wie kann man dennoch heute noch ein eigenes Rechenzentrum kosteneffizient betreiben?

Peter Hartl: Bei dem hohen Stromverbrauch und den steigenden Energiekosten ist ein wesentlicher Aspekt höchste Energieeffizienz. Diese erreichen wir durch ein einzigartiges Konzept der automatischen Verwaltung, Steuerung und Monitoring der Rechenzentrums-Leistungen, aber auch des Raumlayouts, das bei kleinstmöglichem Raum die bestmögliche Packungsgröße der Server erreicht. Zudem haben wir uns für eine innovative Kühllösung basierend auf Adiabatik von der Firma Munters entscheiden. Diese Lösung ist so in Deutschland noch nicht im Einsatz. Wir erreichen damit insgesamt einen PUE (Power Usage Effectiveness) von unter 1,1 und senken dadurch unsere Betriebskosten auf ein Minimum. Zum Vergleich: Rechenzentrums-Riesen haben Werte von 1,2-1,4 PUE.

3. Sollte man sich für den Bau externe Spezialisten zur Unterstützung holen?

Peter Hartl: Die meisten Berater des Marktes haben vor allem die Sicherheit im Auge und sind weniger an der Optimierung der Kosten interessiert. Deswegen habe ich selbst proaktiv die Konzeption in die Hand genommen, selbst sozusagen "Tetris" bei der effizienten Raumgestaltung gespielt und zahlreiche Gespräche mit Herstellern geführt.

4. Sollte man den Bau eines Rechenzentrums ausschreiben oder persönlich verhandeln?

Peter Hartl: Der Rechenzentrumsbau über Ausschreibungen kann preislich nicht mit persönlichen Verhandlungen mithalten. Nur wer sich selbst das Know-how zulegt, ist auf der sicheren Seite. Klar, wurden meine Ideen mehrfach von Fachpersonal wie Rechenzentrumsplanern geprüft und mir die Machbarkeit meiner Ideen bestätigt.

5. Mit welchen Kosten und Hürden müssen Bauherren eines Rechenzentrums noch rechnen?

Peter Hartl: Die Modernisierung der Technologien geht rasant voran. Wer mit der Inbetriebnahme seines Rechenzentrums auf dem neuesten Stand sein will, muss noch während der Vorbereitung bis in den Bau hinein flexibel in seinen Investitionsentscheidungen bleiben. Allein für die Infrastruktur, also die Erstellung und die Liegenschaftskosten ohne Serverstruktur, liegen wir jetzt bei fünf statt zu Anfangs geplanten drei Millionen Euro. Der Grund dafür ist, dass wir uns eben bei jeder Entscheidung auch im laufenden Prozess für die optimale und neueste Technologie entschieden haben.

6. Wie lange dauert die Planung für solch ein Rechenzentrum?

Peter Hartl: Mit der Planung war ich etwa zwei Jahre beschäftigt, da ich viel selbst in die Hand genommen habe. Doch das ist wirklich schnell, zumal wir den Bau auch in gefühlter Rekordzeit mit der Wolf System GmbH umsetzen. Die Baufirma ist jetzt im Zeitplan fast zwei Monate voraus. Schon im Januar 2016 soll dann das Rechenzentrum in Betrieb gehen und die angegliederten Büroräume bezogen sein.

7. Zwei Jahre Planung, neun Monate Bau: Ist das der Schnitt, mit dem man rechnen muss?

Peter Hartl: Nein, denn regulär und vor allem im großstädtischen Raum kann allein der Genehmigungsprozess zwei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Da dann an den Plänen nichts mehr verändert werden darf, ohne wiederum die Bürokratiemaschinerie anzuwerfen, sind die Rechenzentren bei der Fertigstellung eigentlich schon nicht mehr up-to-date. Unsere Genehmigung am Standort im niederbayerischen Hofkirchen war innerhalb von zwei Tagen durch.

8. Ist der Standort also der Schlüssel zum beim Bau eines Rechenzentrums?

Peter Hartl: Das kann man so sagen. Die Unterstützung ist viel wert und es gilt hier nicht nur die kommunale Verwaltung zu nennen. Auch die Landespolitik mit der Regierung Niederbayern unterstützt hier den Technologieausbau, uns als Arbeitgeber in der Region und hat unsere Bescheide in Kürze bearbeitet.

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