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30.10.2009

Airbus-CEO: Schwacher Dollar "schmerzt sehr"

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--Der europäische Flugzeughersteller Airbus leidet unter der schlechten Verfassung der US-Währung. Der schwache Dollar "schmerzt mich sehr", sagte der Airbus-CEO Tom Enders am Donnerstagabend dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Zwar profitiere die Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS derzeit noch von guten Hedgingraten, dies werde aber irgendwann vorbei sein.

Kurzfristig sieht der Manager keine Möglichkeit, die hohe Abhängigkeit des Konzerns von der US-Währung zu reduzieren. Mittel- und langfristig jedoch sei die Verlagerung der Produktion in den Dollarraum der richtige Weg. Dies müsse aber nicht ausschließlich die Verlagerung von Arbeiten in die USA bedeuten, sondern impliziere auch Projekte in Ländern am Rande Europas, erläuterte Enders.

So engagiert sich der Flugzeugbauer derzeit in Tunesien und hat auch für weitere Länder Pläne.

Die erneute Schwäche der US-Währung bestätige aber das Vorgehen des Unternehmens mit Blick auf das Spar- und Integrationsprogramm "Power8". Es sei unter anderem eingeführt worden, um die Auswirkungen des Dollarkurses zu mildern, sagte Enders. Damals sei ein Dollarkurs von 1,35 EUR die Grundlage gewesen. Mit Blick auf den aktuell noch höher liegenden Dollarkurs sagte Enders: "Wir werden uns noch gewaltig am Kopf kratzen müssen, wenn das so bleibt".

Der Vorstandsvorsitzende hat aber noch andere Sorgen. Eine davon ist der Militärtransporter A400M. Gegenwärtig befinde sich Airbus mit den europäischen Regierungen in der heißen Verhandlungsphase und spreche über Zeitpläne, technische Spezifikationen und die Finanzierung. Dabei hoffe er, dass auch die Bundesregierung ein wohlwollende Haltung einnehme, sagte Enders.

Enders kann sich allerdings auch eine Beendigung des Projekts vorstellen. "Ich würde als Airbus-Chef nicht dazu stehen, dieses Projekt unter allen Umständen weiter zu führen", sagte er. Sollten sich die Beteiligten für ein Aus entscheiden, würde er dies gerne "so früh wie möglich wissen", damit frei werdende Mitarbeiter in anderen Projekten eingesetzt werden könnten.

Den aktuellen Zeitplan für den Erstflug der A400M sieht er aber nicht gefährdet. Dieser finde bestimmt vor Weihnachten statt, sagte Enders. Derzeit werde alles dafür vorbereitet. Auf ein genaues Datum wollte er sich aber nicht festlegen lassen.

Bei den Verträgen für die Entwicklung und die Produktion der A400M hat Airbus nach den Worten von Enders "große" Fehler gemacht. Zum einen seien nicht angemessene Budgets akzeptiert worden, zum anderen habe Airbus einen zu "sportlichen" Zeitplan vereinbart. Schließlich habe sich der Flugzeugbauer von den europäischen Regierungen eine europäisches Triebwerkskonsortium aufzwängen lassen.

Ein weiteres Sorgenkind ist das Großraumflugzeug A380. Hier schöpft Enders aber Hoffnung. "Wir kommen bei der A380-Produktion langsam in die Puschen, sagte der CEO. Zwar würde nie eine Serienfertigung wie beim Bestseller A320 erreicht werden, aber die Arbeiten würden inzwischen schneller voran gehen. Gleichwohl hält Enders im laufenden Jahr zwei bis drei Auslieferungen weniger als ursprünglich geplant für möglich. "Davon geht aber die Welt nicht unter", sagte er. Diese würden im Januar nachgeholt. Airbus will bis zum Jahresende 13 Maschinen an Kunden übergeben haben.

Mit Blick auf die Gesamtauslieferungen von Airbus bekräftigte der CEO das bisher Gesagte. Airbus will 2009 "mindestens" so viele Maschinen wie im Vorjahr übergeben. Damals waren es 483 Flugzeuge.

Webseite: http://www.airbus.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/brb

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