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17.07.2008

AUSBLICK/Nokia kämpft im 2. Quartal mit schwächerer Nachfrage

FRANKFURT (Dow Jones)--Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia Oy wird am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegen und Analysten rechnen dabei mit einem soliden Wachstum beim operativen Gewinn. Allerdings sind sie nach der jüngsten Gewinnwarnung vom Konkurrenten Sony Ericsson vorsichtiger wegen möglicher Belastungen durch die schwächere Konjunktur geworden.

FRANKFURT (Dow Jones)--Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia Oy wird am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegen und Analysten rechnen dabei mit einem soliden Wachstum beim operativen Gewinn. Allerdings sind sie nach der jüngsten Gewinnwarnung vom Konkurrenten Sony Ericsson vorsichtiger wegen möglicher Belastungen durch die schwächere Konjunktur geworden.

Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten erwarten im Durchschnitt ein Ergebnis je Aktie von 0,35 EUR. Im Vorjahr hatte Nokia im gleichen Zeitraum 0,72 EUR je Anteilsschein verdient, dieser Gewinn war allerdings von einer Reihe positiver Sondereffekte beeinflusst worden. Bereinigt hatte Nokia 0,32 EUR als Gewinn je Aktie ausgewiesen.

Das Ergebnis in diesem Jahr wird Restrukturierungskosten für den Netzausrüster Nokia Siemens Networks beinhalten und eventuell auch für die Schließung des Nokia-Werks in Bochum.

Beim Nokia-Umsatz erwarten die Analysten einen Anstieg auf 12,88 Mrd EUR von 12,59 Mrd EUR im Vorjahreszeitraum. Mats Nystrom von Enskilda Securities glaubt, dass Nokia rund 121,5 Mio Handys im Quartal verkauft und damit einen Marktanteil von rund 40,5% erreicht hat. Nystrom erhofft sich konkrete Aussagen über den Absatz hochpreisiger Geräte, weil diese die Gewinnmarge stark erhöhen können.

High-End-Telefone stellten 2007 nur 14% der verkauften Geräte, trugen aber 35% zum Geräteumsatz von Nokia bei und wirkten sich entsprechend auf den Gewinn aus. Der Wettbewerb in diesem Marktsegment wird schärfer, und Anleger sind insbesondere über den Einfluss des neuen, billigeren iPhone von Apple besorgt, welches Anfang Juli in Europa auf den Markt gekommen ist.

Analysten der Deutschen Bank wollen besonderes auf die Entwicklung in Europa achten, wo die nicht mehr ganz aktuelle Modellpalette von Nokia zu einem Verlust von Marktanteilen an die koreanische Samsung Electronics geführt haben könnte.

Die Gewinnwarnung von Sony Ericsson im Juni und einige schlechte Nachrichten von südostasiatischen Herstellern haben Investoren Sorgenfalten auf die Stirn getrieben, dass die Nachfrage in Europa scharf zurückgegangen sein könnte, weil die Verbraucher ihre Geldbörsen geschlossen halten.

Nokia erzielt rund 40% ihres Umsatzes in Europa. Ihre breitere Modellpalette sollte Nokia jedoch im Vergleich zu Sony Ericsson mit einer schwächeren Nachfrage besser zurechtkommen lassen, meint Nystrom.

Auch vom Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan werden negative Einflüsse auf den Absatz erwartet. Die Elektronikkonzerne Sony und Sharp haben bereits über eine sich verlangsamende Nachfrage in der Region berichtet. Beispielsweise lagen Verkäufe von Sony-Kameras 20% unter den Erwartungen. In aufstrebenden Märkten überhaupt schließt Nystrom eine Orientierung hin zu billigeren Geräten nach Preiserhöhungen für Lebensmittel und Energie nicht aus.

In den USA dürfte Nokia weiter Marktanteile verloren haben, erwarten die Analysten der Deutschen Bank. Das Unternehmen hatte zwar angekündigt, sich in den Vereinigten Staaten besser zu entwickeln, aber dieses Ziel wurde bis jetzt verfehlt. Ausschließlich für den dortigen Markt hatte Nokia eine Entwicklungsabteilung gegründet und an einer engeren Verzahnung mit den US-Netzbetreibern gearbeitet.

Aussagen zur Netzausrüster-Sparte dürften düster ausfallen. Die Deutsche Bank erwartet weitere Marktanteilsverluste an Ericsson und einen großen chinesischen Wettbewerber, da dies der berichtete Auftragseingang und die Kommentare des Managements über den scharfen Preiskampf nahelegten. Nystrom sieht den Bereich weiter mit geringem Wachstum und schwacher Profitabilität kämpfen.

Webseite: http://www.nokia.com DJG/DJN/mmr/jhe

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