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31.01.2014 - 

Sicherheitsrisiko Altsysteme

Berlin verschläft Windows-XP-Ablösung

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Spätestens seit der Dauerbaustelle BER ist bekannt, dass es in Berlin nicht eben schnell zugeht. Nun drohen böse Folgen durch eine weitere Schludrigkeit: Zwei Drittel der IT-Arbeitsplätze in der Berliner Verwaltung laufen immer noch mit Betriebssystem Windows XP.
Old but gold? Windows XP
Old but gold? Windows XP
Foto: Frank-Michael Schlede / Thomas Bär

Wie allgemein bekannt sein dürfte, hat Microsoft schon lange Maßnahmen getroffen, um das im Sommer 2001 erschienene Betriebssystem aufs Altenteil zu schicken und Anwender zum Wechsel auf eines der drei neueren Versionen Windows Vista, Windows 7 oder Windows 8 zu bewegen. Der endgültig letzte Termin ist der 8. April 2014, dann stellt der Softwareriese den erweiterten Support für Windows XP ein, sprich: es gibt keine Sicherheits-Updates mehr.

Die Berliner Stadtverwaltung scheint dies aber nicht zu beirren. Obwohl sie, wie vom Chef der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning in einer Sitzung eingeräumt wurde, seit 2002 weiß, dass das diesjährige Support-Ende für Windows XP ansteht, ist eine Umstellung der Betriebssysteme erst bis 2015 geplant. Insgesamt laufen laut Böhning noch zwei Drittel der IT-Arbeitsplätze der Berliner Verwaltung mit Windows XP – ausgehend von einem Bericht der TU Berlin von 2011 (PDF) dürften mehr als 45.000 Hauptstadt-PCs von dem Sicherheitsproblem betroffen sein.

„Wir erwarten vom Senat, dass er die Migration beschleunigt“, kommentierte Thomas Birk, Sprecher für Verwaltungsreform bei den Grünen die Situation in einer Stellungnahme der Partei. Gleichzeitig fügte er hinzu, man sei gespannt, was Rot-Schwarz zu dieser Problematik in der von der Großen Koalition angekündigten Aktuellen Stunde „Wie schützt sich Berlin vor Cybercrime“ zu sagen habe. Schon in der aktuellen Sitzung sei bekannt geworden, dass vier Benutzerkonten der Berliner Verwaltung im Zuge des millionenfachen Datensatzdiebstahls gehackt wurden.

In Berlin gibt es schon seit Jahren Diskussionen darüber, ob man die Windows-Systeme einfach aktualisiert oder – wie von den Grünen gefordert – auf Linux umsteigt, um sich aus der Abhängigkeit von Microsoft zu befreien. Erst Mitte vergangenen Jahres hatte die Berliner Regierung einen entsprechenden Antrag abgelehnt, ohne aber – wie es scheint - rechtzeitig die Weichen für Windows 7 zu stellen.

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