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26.06.2006

Cisco kauft Middleware-Firmen

Mit dem Kauf der beiden amerikanischen Privatfirmen Metreos Corp. und Audium Corp. hat Cisco einen wichtigen Schritt in Richtung Applikationsintegration getan.

Von Wolfgang Leierseder

Cisco hat den Erwerb der beiden amerikanischen Privatfirmen Metreos Corp. und Audium Corp. bekannt gegeben. Metreos, seit einem Jahr Mitglied im Cisco Developer Program, bietet VoIP-Software an, die Entwicklern ermöglicht, Applikationen mit Ciscos "Unified Communications System" zu verbinden.

Audium nennt Spracherkennungsanwendungen auf Basis von Voice XML sein Eigen. Mit diesen können webbasierte Anwendungen durch Sprachfunktionen bereichert werden. Diese Funktionalität ist besonders für TK-Carrier und Serviceprovider interessant, die IP-basierte Dienste anbieten, und ebenso für Integratoren und Unternehmen.

Die beiden Zukäufe für 28 Millionen respektive 19,8 Millionen Dollar sollen bis zum 29. Juli 2006 abgeschlossen werden. Die Mitarbeiter von Metreos und Audium sollen in Ciscos Voice Technology Group eingegliedert werden.

Der Erwerb der 2001 gegründeten und 19 Mitarbeiter zählenden Metreos, deren Software unter anderem bei SAP im Einsatz ist, scheint für Cisco vor allem deshalb interessant zu sein, da mit dieser Middleware-Software Firmen-Applikationen an Ciscos "Unified Communications System"-Plattform über ein erst in Umrissen feststehendes "Common Application Development Interface" angebunden werden können. Die Schnittstelle der Middleware ermöglicht dies Entwicklern auch ohne spezielle Kenntnisse der Kommunikations-Software, erläutert IDC-Analyst Abner Germanow. Die solchermaßen möglichen Zeit- und Kostenersparnisse seien für Unternehmen signifikant.

Auch der Kauf von der 26 Mitarbeiter zählenden Audium und ihrer Sprach-Entwicklerplattform "Studio 5" erscheint plausibel, betrachtet man Ciscos Weg in Richtung einer auf Standards wie dem "Internet Multimedia Subsystem" (IMS) beruhenden SONA-Lösung ("Service Oriented Network Architecture").

Mit der Software können beispielsweise CRM-Anwendungen auf dem Desktop eines Verkäufers mit Sprachfunktionen bereichert werden. Weitere Sprachfunktionen sind ebenso denkbar: Sie reichen von Videokonferenzen am Desktop über sprachangereichertes Text-Messaging bis hin zu firmenweiter Zusammenarbeit.

In jedem Fall werden Cisco-Konkurrenten wie Alcatel, Nortel oder Avaya sich ebenfalls nach Firmen umsehen, meinte Germanow. In diesem Markt beanspruchen aber auch Oracle, IBM oder BEA, mit eigenen Lösungen Telcos und Unternehmen beliefern zu können.

Cisco selbst erklärte, die beiden Akquisitionen würden den weiten Bereich der Enterprise-Applikationen dem "Unified Communications System" öffnen. Diese Infrastruktur-Plattform für konvergente Netze, Dienste und Anwendungen hatte der Netzwerkriese im März dieses Jahres mit großem Aplomb vorgestellt. Eigenen Angaben zufolge unterstützt diese Plattform nicht nur das Konzept SONA, sondern ermögliche Kunden, so Cisco, "ihr Kommunikationssystem - Sprach-, Video- und IP-Kommunikations-Produkte - in ihre IT-Infrastruktur zu integrieren und dadurch eine unternehmens- weite Kommunikationsplattform zu schaffen".