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Händlerbund veröffentlicht Studie

Der Abmahn-Irrsinn geht weiter

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Abmahnungen - ein Thema ohne Ende. Wie die jährliche Studie des Händlerbunds zeigt, stieg die Anzahl der Abmahnungen zwar nicht so stark wie in 2015, doch die Konsequenzen scheinen dafür umso härter auszufallen.
Bei mehr als drei Viertel der Online-Händler ist das Abmahnproblem 2016 gleich geblieben oder gestiegen, so die Händlerbund-Abmahnstudie
Bei mehr als drei Viertel der Online-Händler ist das Abmahnproblem 2016 gleich geblieben oder gestiegen, so die Händlerbund-Abmahnstudie
Foto: Händlerbund

Wie hat sich das Abmahnproblem, das als typisch deutsches Phänomen im Online-Handel gilt, entwickelt? Mit dieser Frage setzt sich die jährliche "Abmahnstudie" des Händlerbunds auseinander, für welche der Onlinehandelsverband und Anbieter von Rechtstexten mehr als 500 deutsche Online-Händler aller Branchen befragt hat.

Demzufolge erhielt im vergangenen Jahr knapp jeder vierte Online-Händler (24 Prozent) eine Abmahnung von einem Wettbewerber oder Verein, weil er gegen rechtliche Vorschriften im Online-Handel verstoßen hat. Am häufigsten sind es Verletzungen des Wettbewerbsrecht (53 Prozent), die Konkurrenten zu rechtlichen Schritten bewegen. Die Gründe können unzulässige Werbeaussagen oder unerwünschte Mailings sein. Verstöße gegen das Markenrecht (10 Prozent) häufen sich laut der aktuellen Abmahnstudie. Die Verwendung geschützter Begriffe wie "INBUS-Werkzeug" oder "Konfitüre" ist abmahnfähig. Im Jahr 2016 sorgten vor allem fehlende Hinweise auf die neue OS-Plattform zur Streitschlichtung für Abmahnungen.

Abmahnproblem bleibt auf hohem Niveau

Zwar sank die Zahl der betroffenen Online-Händler, die im Jahresverlauf mehrere Abmahnungen bewältigen mussten um 13 Prozent, doch die Kosten intensivierten sich. Während der Großteil (84 Prozent) mit einer einzigen Abmahnung davonkam, mussten Betroffene in Einzelfällen mit mehr als vier Abmahnungen (3,3 Prozent) kämpfen. Etwa zwei Drittel der Abmahnungen verursachten Kosten bis 1000 Euro. Der Anteil teurer Abmahnungen, die mit rund 2000 Euro zu Buche schlagen, hat sich sogar auf 14 Prozent verdreifacht. Die Studie zeigt außerdem, dass Abmahnungen mittlerweile doppelt so häufig vor Gericht landen (13 Prozent) als noch im Vorjahr und außergerichtliche Einigungen mit 12 Prozent nur noch halb so oft gelingen.

Das Problem der massenhaften Abmahnungen im deutschen Online-Handel scheint weiterhin als legitimes Mittel gegen unliebsame Wettbewerber zu gelten. Die Mehrzahl der Händler (78 Prozent) empfindet den Abmahnwahnsinn als wachsendes oder gleichbleibendes Problem. Zwar fielen die Ergebnisse im Jahr 2015 noch drastischer aus, doch ein Rückgang oder einer Lösung der Abmahnproblematik ist bisher nicht in Sicht, so das Fazit der Studie. (mh)

Lesetipp: Abmahngründe beim Warenverkauf im Internet

 

tk7936

Am besten Deutschland als Standort meiden. Die Politik will es ja so.

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