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30 Jahre Personal Computer


09.03.2015

Die Geschichte der PCs

Loyd Case
In den vergangenen 30 Jahren hat der PC zahlreiche Entwicklungsschritte durchlaufen. Wir blicken zurück und lassen Sie 30 der denkwürdigsten Momente der PC-Geschichte erneut erleben.

Blickt man 30 Jahre in die Vergangenheit, also in das Jahr 1983, kommt einem die damalige PC-Technologie nahezu steinzeitlich vor. Umso mehr bekommt man aber auch ein Gespür dafür, wie dramatisch sich der PC von damals bis heute weiterentwickelt hat - und mit Musicplayern bis hin zu Smartphones immer stärkeren Einfluss auch im Bereich der Unterhaltungselektronik gewinnen konnte.

1983: Debut des Compaq Portable

Nur ein Jahr zuvor gegründet, wagt Compaq den ersten Schritt auf den Markt mit einem neuen PC - das erste, tragbare IBM-kompatible System und damit ein Vorläufer des modernen Mobile Computings. Compaq wurde daraufhin zu einer der größten Firmen in der PC-Industrie - wurde zwei Jahrzehnte später allerdings von HP aufgekauft.

1984: Gründung von PCs Limited

Ein College-Student namens Michael Dell gründet eine kleine Firma in seinem Zimmer im Studentenwohnheim: Dell. Er baut individuell zusammenstellbare PCs. Sein Unterfangen entwickelt ich zu einer der größten Firmen in der Branche und weitet sich auch auf Drucker, Server und Netzwerkgeräte aus.

1985: Windows 1.0 wird veröffentlicht

Dateimanager Windows 1.0
Dateimanager Windows 1.0
Foto: PC World

Erstmals munkelte man schon zwei Jahre zuvor über das mögliche Release einer Software namens Windows. Auch bis ins kommende Jahr hinein schenkt kaum jemand dem Programm Beachtung - niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass dieser eher plumpe, grafische Dateimanager sich einmal zu dem größten und weitesten verbreiteten Betriebssystem der Welt entwickeln würde.

1986: Intel bringt den 386er

Der erste 32-bit-Prozessor, der 386er, kann auf scheinbar endlosen Speicher zugreifen - nun, zumindest für die damaligen Verhältnisse fühlte es sich ziemlich endlos an. Der 386er ist das Zugpferd für eine neue Generation von Software, darunter auch überarbeitete Versionen von Windows.

1987: Startschuss für VGA

Video Graphics Array (VGA) kommt zusammen mit IBMs PS/2-Anschluss auf den Markt. VGA überlebt, wird ein neuer Standard und der kleinste gemeinsame Nenner von Windows, Grafikkarte und Monitor. Auch heute noch besitzen die meisten Monitore einen VGA-Anschluss.

1988: EISA taucht auf

Kreiert als Antwort auf IBMs hauseigenes Micro-Channel-Interface, dient EISA in erster Linie dazu, ältere ISA (PC-AT)-Erweiterungskarten zu unterstützen. EISA beschert PC-Bauern einigen Erfolg, bis es von moderneren Standards (wie VESA, PCI und AGP) abgelöst wird.

1989: HTML wird erfunden

Tim Berners-Lee entwickelt die Programmiersprache HyperText Markup Language - kurz HTML. Ein Jahr später benutzt er HTML um den Kern dessen zu bilden, das später das World Wide Web wird.

1990: Windows 3.0 kommt auf den Markt

Benutzeroberfläche von Windows 3.0
Benutzeroberfläche von Windows 3.0
Foto: PC World

Windows 3.0 hat sich vom einfachen, grafischen Dateimanager zu der verbreitetsten Art und Weise entwickelt, wie Menschen mit ihrem PC interagieren. Windows 3.0 verfügt über umwerfende 16 MB Speicher. Scharenweise Software-Verkäufer haben das neue Betriebssystem in ihren Händlerregalen stehen.

1991: Geburt des PCI-Anschlusses

Der Peripheral Component Interconnect (kurz PCI), entwickelt von Intel, erleichtert PC-Herstellern und -Nutzern das Leben beachtlich. PCI (der Vorläufer von PCI Express) erlaubt die automatische Konfiguration von Interfacekarten, verbessert die Geschwindigkeit und erweitert die generelle Kompatibilität.

1992: AMD darf geklonte x86-CPUs verkaufen

Zehn Jahre zuvor, im Jahr 1982, lizenzierte Intel den Hersteller AMD, "geklonte" x86-Chips zu produzieren. Im Jahr 1986 löst Intel diese Vereinbarung wieder auf, doch AMD fechtet diese Entscheidung an und bricht einen jahrelangen Rechtsstreit vom Zaun. 1992 geht dieser Streit zu Ende und AMD bekommt vor Gericht das Recht zugesprochen, auch weiterhin x86-CPUs zu produzieren und zu verkaufen. AMD als neuer Konkurrent bringt Intel schlussendlich dazu, seinen Pentium 4 zugunsten der leistungsstärkeren Core-CPUs abzustoßen.

1993: Veröffentlichung des Mosaic-Webbrowsers

Entwickelt am National Center for Supercomputing Applications, ist der Mosaic Webbrowser zwar nicht der erste grafische Browser, wird aber schnell zum beliebtesten. Das macht Mosaic zum Vorreiter aller modernen Webbrowser. Mosaics Leitender Programmierer, Marc Andreessen, gründet später Netscape.

1994: Start von Windows 95

Ladebildschirm von Windows 95
Ladebildschirm von Windows 95
Foto: Microsoft

Windows 95 hat sich mittlerweile vom chancenlosen DOS-Konkurrenten zu einem vollständigen Betriebssystem gewandelt. Mit der Veröffentlichung von Windows 95 wird MS-DOS offiziell für tot erklärt. Dank cleverer Programmierung, beherrscht Windows 95 sowohl 32- als auch 16-bit-Anwendungen. Eine der größten Innovationen - die Nutzer am Anfang eher noch verwirrt - ist das Startmenü.

1995: Die ersten bedeutenden 3D-Chips

Die ersten 3D-Beschleuniger, die auch wirklich für PC-Gaming genutzt werden konnten - Rendition Vérité 1000 und 3dfx Voodoo - markieren eine neue Ära von Grafikkarten. Ihre Entwicklung bedrängt die bis dato weit verbreiteten VGA- und "Windows Accelerator"-Karten.

1996: USB taucht auf

Im Gegensatz zu Serial- und Parallel-Ports, die gerne mal wählerisch sind, bedeutet USB den Schritt hin zu selbstkonfigurierenden Geräten und macht das Anschließen von Tastaturen, Mäusen und Kameras an den PC zu einem echten Kinderspiel. Zudem entsteht ein komplett neuer Markt für USB-Flash-Speicher.

1997: DVD-Player und -Disks im Handel

DVD-Laufwerke werden Bestandteil vieler PCs, lösen so die ausgedienten CD-Laufwerke ab und werden nahezu überall auf der Welt zum neuen Standard für optische Laufwerke - ein Schritt, den spätere Blu-ray-Laufwerke nicht schaffen.

1998: DMCA wird verabschiedet

In den USA wird der Digital Millennium Copyright Act verabschiedet - ein umstrittenes Gesetz, das unter anderem die Rechte von Copyright-Inhabern stärkt. Es kriminalisiert die Produktion und Verbreitung von Technologien, Geräten und Diensten, die den Kopierschutz eines Produktes knacken - auch, wenn dabei das Copyright selbst gar nicht verletzt wird. In der Europäischen Union wurde im Jahr 2001 mit der Richtlinie 2001/29/EG ein ähnliches Gesetz verabschiedet.

1999: Ratifizierung der 802.11a/b-Standards

Der erste 802.11-Standard für kabellose Netzwerke wird eingeführt - parallel dazu wird die Wi-Fi-Alliance gegründet, um Produkte auf Basis dieses Standards zu zertifizieren und bewerben. Wi-Fi entwickelt sich später zu einer der Netzwerk-Technologien mit der größten Verbreitung und Akzeptanz und ist sowohl bei Firmen, als auch bei Privatnutzern ausgesprochen beliebt.

2000: Electronic Arts veröffentlicht "Die Sims"

Erdacht von Will Wright wird im PC-Spiel "Die Sims" der Alltag virtueller Personen simuliert. Auch, wenn das Gameplay eher steril und ein wenig einschläfernd ist, besteigt "Die Sims" schnell den Thron des meistverkauften Computerspiels aller Zeiten und verschlingt Unmengen an Spielzeit, während die Spieler versuchen, den Alltag ihrer virtuellen Menschen kontinuierlich zu verbessern.

2001: Windows XP kommt

Benutzeroberfläche von Windows XP
Benutzeroberfläche von Windows XP

Windows XP vereint Windows 2000 und ME in einem 32-bit-Betriebssystem und wird so zu dem erfolgreichsten OS in der Geschichte von Microsoft.

2002: Debut der Tablet-PCs

Auch, wenn schon vorher Tablets existiert haben, erlangen sie erst 2002 mit Microsofts Windows XP Tablet PC Edition größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Zwar schaffen sie es noch nicht, sich auf dem Markt zu etablieren, ganz im Gegenteil sind sie ein ziemlicher Flop. Sie legen aber den Grundstein für die aktuellen Windows-8-Tablets.

2003: AMD bringt die erste 64-bit-x86-CPU

AMD kommt Intel zuvor und bringt als erster Konzern die Athlon-64-CPU auf den Markt, die sowohl 64-bit-Register, als auch 64-bit-Speicher in ihrer Architektur bietet. Microsoft startet daraufhin die Entwicklung einer Windows-Version mit 64-bit-Unterstützung - Intel bringt sein eigenes x86-64-Produkt erst zwei Jahre später auf den Markt.

2004: Verkaufsstart des Intel Pentium M

Entwickelt von Intels Design-Team in Israel, ist die Pentium-M-CPU eine stark modifizierte Version des Pentium 3 mit Fokus auf Leistungseffizienz statt hoher Taktung - und damit ein starker Gegensatz zu Intels Pentium 4. Der M-Prozessor wird zum Vorläufer der Core-Reihe des Herstellers.

2005: Apple wechselt zu Intel-CPUs

Bisher hatte sich Hersteller Apple bei seinen Heim-PCs auf CPUs von PowerPC verlassen. Jetzt allerdings stehen sie mit dieser Wahl leistungstechnisch vor einer Einbahnstraße - und wechseln daher zu Intels Prozessoren. Auch Apples Betriebssysteme und Software werden nun nativ an die Intel-Architektur angepasst.

2006: Intel bringt Core 2 Duo auf den Markt

Der Chip-Hersteller Intel trägt seine Pentium-4-Architektur mit der neuen Core 2 Duo CPU endgültig zu Grabe. Obwohl der neue Prozessor sogar niedriger getaktet ist als sein Vorgänger, schafft es Core 2 Duo dank effizienterem Befehlsvorrat, seinem Konkurrenten AMD die Leistungskrone wieder zu entreißen. Core 2 Duo braucht deutlich weniger Energie und produziert weniger Abwärme als AMD-Prozessoren.

2007: Premiere des Apple iPhone

Apples iPhone erfindet Smartphones, entwickelt eine unglaubliche Beliebtheit und zwingt Konkurrent Google dazu, selbst Fuß im Bereich mobile Betriebssysteme zu fassen. Auch Microsoft erkennt das Potenzial und bringt später Touch-Funktionen und vereinfachte Nutzersteuerung in seine PC- und mobilen Betriebssysteme ein.

2008: Laptops verkaufen sich besser als Desktops

Mobilität wird in diesem Jahr zum primären Fokus für Computerhersteller - insbesondere, weil die starke Verbreitung von Wi-Fi und die sinkenden Preise immer mehr Menschen dazu bringen, sich einen Laptop zuzulegen. In manchen Haushalten ist der Laptop nun der einzige vorhandene PC.

2009: Release von Windows 7

Windows 7 wird zum Kassenschlager
Windows 7 wird zum Kassenschlager

Nach dem Versagen von Windows Vista will Windows 7 das Comeback sein, das Microsoft so dringend braucht. Mit dem schnittigen Design und der größeren Bedarfssteuerung will Microsoft nahtlos an den Erfolg von Windows XP anknüpfen. Windows 7 vollführt außerdem den Wechsel von 32-bit- zu 64-bit-Computing: Es werden deutlich mehr 64-bit-Versionen verkauft, als 32-bit-Versionen des Betriebssystems.

2010: Apple bringt das iPad

Im Gegensatz zu Microsofts vergeblichen Mühen, interessante Versionen seiner Tablet-PCs an den Mann zu bringen, schafft es Apple, den Markt quasi über Nacht zu dominieren. Der Schlüssel zum Erfolg: Das iPad ist kein PC, der sich wie ein Tablet verhält, sondern ein Tablet durch und durch. Zudem haben Nutzer die Möglichkeit, zwischen zahlreichen Apps für wenig bis gar kein Geld zu wählen - und das Apps-Ökosystem vergrößert sich nach wie vor.

2011: Intel entwickelt Ultrabooks

Angestachelt durch das Versagen der PC-Hersteller, Apples MacBook Air erfolgreich zu kopieren, erdenkt Intel grobe Richtlinien für ultraportable PCs: Die Ultrabook-Standards. Mit einer starken Finanzspritze hilft der Konzern Firmen dabei, die neuen Laptops zu entwerfen und zu bauen. Die Verkäufe von Ultrabooks stellen sich bislang zwar als zweischneidiges Schwert heraus, vom Markt verschwinden werden die ultraflachen und ultraleichten Laptops aber vorerst nicht.

2012: Debut von Windows 8

Das zwiespältigste Betriebssystem seit Windows 95 ist Windows 8. Es führt den Microsoft Store für Apps ein und wirft das Startmenü zugunsten von einem Startbildschirm über Bord, der das gesamte Display belegt. Windows 8 ist eine einzige Kontroverse: Entweder man hasst es, oder man liebt es.

2013: Blutbad im weltweiten PC-Markt

Der PC-Markt hat zum Jahresbeginn den schlimmsten Einbruch seit Beginn der Aufzeichungen des Marktforschers IDC erlebt - schuld daran seien der Siegeszug von Smartphones und Tablets sowie das neue Microsoft Betriebssystem Windows 8.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation PC-Welt. (mhr)

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