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14.09.2007

Die neue Welt der Teamarbeit

Die Art der Firmenkommunikation ändert sich: Während die Bedeutung von E-Mails und Telefonie sinkt, sind flexiblere Lösungen für Kommunikation und Interaktion auf dem Vormarsch. Wir zeigen Ihnen, was der Markt bietet.

Von Alexander Roth

Teamarbeit wird für Unternehmen wichtiger wichtiger. Was noch vor ein paar Jahren wie Zukunftsmusik klang, ist heute dank neuer moderner Kommunikationssoftware, Breitbandabdeckung und dem Durchbruch von VoIP kein Problem mehr. In den USA hat längst Instant-Messaging den internen E-Mail-Verkehr aus den Unternehmen gedrängt, Kunden-Support findet immer häufiger per Videoschaltung statt, und auch Projektarbeit per Internet erfreut sich dank einer wachsenden Zahl von Webdiensten zunehmender Beliebtheit.

In Deutschland ist es allerdings der Mittelstand, der hinterherhinkt: Die Möglichkeiten von Web 2.0, wie das neue interaktive Internetverständnis genannt wird, Instant Messenger (IM) und Videokonferenzsoftware kommen bei vielen traditionell orientierten Mittelständlern oft nicht über den Status eines Spielzeugs hinaus. Zu Unrecht, wie ein Blick auf die Phalanx neuer Kommunikations- und Kollaborationslösungen, die unter dem Schlagwort "Unified Communications" den Markt überschwemmen, zeigt.

Die neue Welt von Microsoft

Unter den Herstellern tut sich allen voran Microsoft hervor: Der größte Softwarekonzern der Welt hat seine Firmenphilosophie der Kommunikation unterstellt und liefert mittlerweile Lösungen für so ziemlich jede interaktive Anforderung, die Unternehmen haben können.

Grundsätzlich bietet Microsoft zwei Formen von Kollaborationslösungen an: den Webdienst "Live", der als Plattform standpunktunabhängig genutzt werden kann, und die Kommunikationsplattformen "Sharepoint", "Live Communications Server" und "Groove", die sich eher für die netzwerkinterne Kommunikation und Interaktion eignen.

Microsoft bietet alle genannten Lösungen zwar schon seit Jahren an, hat aber ihre Einsatzmöglichkeiten stetig und deutlich erweitert. In Kombination mit Vista und der neuen 2007er-Serversoftware-Generation und dem Groupware-Produkt "Exchange" bieten sie mittlerweile beeindruckende Möglichkeiten.

"Windows Live" steht prinzipiell als Markenname für eine Gruppe von Microsoft-Produkten, die allesamt per Webbrowser erreichbar sind. Für Unternehmen ist vor allem der Dienst "Office Live Meeting" interessant. Mit diesem Webkonferenzdienst als skalierbare Plattform können gerade kleine Firmen zusammenarbeiten oder auch Online-Trainings und Support zur Verfügung stellen. Derzeit bietet Microsoft noch die 2005er-Version an, doch wurde Anfang Juni die 2007er-Ausgabe mit neuer Oberfläche und neuen Funktionen für den Herbst dieses Jahres angekündigt.

Office Live Meeting 2005 ermöglicht es den Teilnehmern, eine beliebige Datei aus Microsoft-Office- oder HTML-Anwendungen zu sehen oder gar auf den Bildschirm eines anderen Teilnehmers zuzugreifen und dabei die Kontrolle über seine Tastatur und Maus zu übernehmen. In der neuen Version will Microsoft zusätzlich die Übertragung von Flash-, Audio- und Videodateien möglich machen. Die Kommunikation findet aktuell noch per Telefonkonferenz oder Text-Chat statt - VoIP und das Einbinden von Webcam-Bildern, auch einer 360-Grad-Kamera, sollen erst ab Herbst verfügbar sein. Office Live kann per Plug-In zudem an die E-Mail-Clients Outlook und Lotus Notes, beispielsweise für einen gemeinsamen Kalenderzugriff, angebunden werden.

Live Messenger ersetzt MSN

Für Instant Messaging setzt Microsoft zunehmend auf den "Windows Live Messenger": Er ist das Nachfolgemodell für den alten "MSN"-Client, der aber auch in der jetzigen Form weiter angeboten werden soll. Der Live Messenger ist für die Betriebssysteme Microsoft Windows und Mac OS erhältlich und kann seit Herbst vergangenen Jahres auch mit dem "Yahoo Messenger" dienstübergreifend kommunizieren.

Mit dem Windows Live Messenger, der in der aktuellen Version 8.1 im Vista-Design erscheint, können Anwender chatten, Webcam-Konferenzen abhalten, Online-Games spielen, Dateien austauschen und per VoIP telefonieren. Seit Version 7.5 wird der Messenger nur von den Betriebssystemen Windows XP, Windows Vista und Windows Server 2003 unterstützt, Benutzer früherer Versionen von Microsoft Windows müssen mit dem funktionsärmeren MSN Messenger 7.0 vorliebnehmen, der zudem kein VoIP ermöglicht. Mit einer Erweiterung über den "MSN Mobile Dienst" lässt sich der Windows Live Messenger auch auf Smartphones und über SMS-Textverkehr auch auf Handys nutzen.

Wer von Microsoft netzwerkinterne Kollaborationslösungen sucht, dem ist "Groove" zu empfehlen: Das Softwareprodukt ist in das aktuelle 2007-Office-Paket integriert und dient laut Microsoft dazu, "eine integrierte Umgebung für die Zusammenarbeit" zu schaffen. So können Groove-Nutzer dank einer Peer-to-Peer-ähnlichen Client-Struktur gemeinsam auf Office-Dateien jeglicher Art zugreifen und diese parallel bearbeiten und synchronisieren, wobei sie zeitgleich auch Chatten und per Voice-Mailing miteinander sprechen können.

In Verbindung mit dem Microsoft-Office-SharePoint-Server, dessen Ziel es ist, Anwendungen und Datenquellen unter einer einheitlichen Weboberfläche zusammenzuführen, wachsen die Möglichkeiten von Groove. Beispielsweise lassen sich auch dann Daten synchronisieren, wenn einzelne Mitglieder nicht online sind.

Schließlich liefert Microsoft noch mit dem "Live Communicator" etwas Zukunftsmusik. Dabei handelt es sich um ein Instant-Messaging-Programm, ähnlich dem "Live Messenger", der in Verbindung mit dem "Office Live Communications Server" als zentraler Kommunikations-Client von Unternehmensmitarbeitern dienen soll. Der Communicator zeigt im "Big-Brother-Stil" den Status aller angebundenen Teilnehmer wie "online", "offline" oder "beschäftigt" an und kann, je nach Status, Ausstattung und Wunschoption des jeweiligen Mitarbeiters, diesen per Mausklick in beliebiger Form "anfunken": per E-Mail, per (Webcam-)Chat oder per VoIP-Anruf. Microsoft betont, diese Form des Kommunizierens sei in der Geschäftswelt künftig gang und gäbe, frei nach dem Motto: "Transparenz gleich Effizienz".

Die Konkurrenz schläft nicht

Im direkten Wettbewerb zu Microsofts "Live"-Plattform steht die Cisco-Tochter Web-Ex. Der Webdiensteanbieter gilt laut Marktforscher IDC als Marktführer im Bereich On-Demand-Collaboration und weist beeindruckende Wachstumszahlen aus. Die dargebotene Palette reicht von Online-Meetings über Web- und Videokonferenzen bis hin zur Möglichkeit für Firmen, übers Internet Support anzubieten und auf Büroanwendungen zuzugreifen.

Der Hauptwettbewerber im Bereich Instant-Messaging von Microsoft ist AOL: Der Messenger "ICQ" wird von mehr als der Hälfte aller Chatter weltwelt genutzt. Allerdings ist ICQ nicht kompatibel zu anderen Kommunikationsanwendungen. Zudem ist Multi-Chat nicht möglich, woran auch die neue Version, die im Sommer erscheint, nichts ändern wird. Inkompabilität ist auch das Manko des größten VoIP-Anbieters "Skype", dessen praktische und einfach zu bedienende Software sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Es gibt jedoch zahlreiche Anbieter, die "Cross-Plattformen", kompatible Kommunikatoren - auch für die IM-Kommunikation von verschiedenen Betriebssystemen - anbieten. Pidgin, Mercury und Trillian sind nur einige aus einer ganzen Liste. Ein guter Überblick findet sich im Internet auf http://www.voip-information.de.

Auch im Bereich des Instant-Messaging gibt es Visionäre: Entwickler wie Agile bieten mittlerweile Messenger für Handys an, und der Lieferant Barracuda hat eine besonders sichere Lösung speziell für den Mittelstand parat. Aus Sicht des englischen Herstellers hat Instant-Messaging bei vielen kleineren Firmen nach wie vor den Ruf einer Virenschleuder, und das, obwohl ein Schadcode-Check von IM zum Standardleistungspaket der meisten Gateway-Sicherheitslösungen gehört. Barracuda bietet mit seiner Instant-Messaging-Appliance nach eigenen Aussagen doppelten Schutz: Die Lösung beinhaltet kompatible IM-Software, speziellen Schadcode-Schutz und einen Content-Filter, der das Chatten beim Erscheinen bestimmbarer Schlagworte, die beispielsweise auf privaten Textverkehr schließen lassen, unmittelbar stoppen kann.

Reine Videotelefonie auf dem Rückzug

Indes verzeichnen die meisten reinen Anbieter von Videotelefonielösungen ein rückläufiges Geschäft, da die Breitbandabdeckung ein Übriges tut: Wo früher Kanalbündelung und Videokonferenz-Tools nötig waren, reichen heute problemlos die Zusatzfunktionen von Instant-Messengern und oftmals günstig zu bekommende Hardware wie Webcams und Headsets.

Neben dem Microsoft-Messenger MSN sind in Deutschland vor allem der T-Online-Messenger (TOM), den T-Online seinen Kunden zur Verfügung stellt, sowie der AOL-Instant-Messenger (AIM) beliebt. Auch der Yahoo-Messenger und Trillian lassen sich um Videotelefonie erweitern - diese Funktion beim letztgenannten Programm gibt es allerdings nur in der kostenpflichtigen "Pro"-Version, die etwa 20 Euro kostet. Apple-Nutzer erfreuen sich am Mac-OS-X-Standard-Programm "iChat", und Linux-Nutzer können mit dem Programm "Gnome-Meeting" Videochats abhalten.

Für kleinere mittelständische Firmen sind zudem Anbieter wie Daviko und Polycom relevant: Sie ermöglichen Videotelefoniesitzungen, bei denen sich mehrere Teilnehmer zusammenschalten können, ohne dass ein eigener Server nötig ist. Die Nutzer können dabei auch ihre aktuell laufenden Programme zeigen (Application Sharing), um beispielsweise mit Kollegen Excel-Tabellen oder Powerpoint-Präsentationen zu besprechen.

Die Meinung des Autors zu diesem Thema finden Sie auf Seite 3 dieser Ausgabe.