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19.05.2014 - 

Der CP-Querschläger

Die Schattenseiten des E-Commerce

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Die Geiz-ist-geil-Kultur hat eine neue Stufe erreicht: Verbraucher ordern im Internet ein Produkt ohne echte Kaufabsicht. Denn die Rücksendung ist ja kostenlos. Ein Unding, findet der "Querschläger".
"Einkaufen auf Kosten anderer: Jeder dritte Online-Käufer bestellt Ware im Internet ohne eine echte Kaufabsicht."
"Einkaufen auf Kosten anderer: Jeder dritte Online-Käufer bestellt Ware im Internet ohne eine echte Kaufabsicht."
Foto: Kaarsten / Fotolia

Gerade hat der Branchenverband Bitkom eine Studie seiner Tochter veröffentlicht, wonach jeder dritte Online-Käufer die Ware ohne echte Kaufabsicht bestellt. Die Anhänger dieser neuen Abart des "Showroomings" in der Geiz-ist-geil-Kultur ordern per Internet mit kostenloser Rücksendemöglichkeit, testen das Produkt, schicken es zurück und bestellen dann die Ware erneut beim Billigsten.

Das ist ein weiterer Schritt in der Evolution des Einkaufens auf Kosten anderer. Wenigstens bleiben Ladenbesitzer dabei von dem unbezahlten Aufwand mit Kunden und Lieferanten verschont. Doch das Inkrafttreten der europäischen Verbraucherrichtlinie, die seit 2008 mit Ministern und Lobbyisten der Großversender diskutiert wird, sieht nun vor, dass Rücksendungen ab dem 13. Juni 2014 vom Kunden zu bezahlen sind.

Das könnte den Spaß beenden. Ob die europäischen Verbraucher danach wieder die Läden stürmen, um ihre Wunschartikel "begreifen" zu können, wird sich zeigen. Der Trend, per Smartphone und Tablet zu bestellen, könnte zusätzlich von der Tatsache gebremst werden, dass einige Online-Shops für diese Art des Bestellens höhere Preise verlangen. Eine nachvollziehbare Begründung konnte keiner der dabei erwischten Versender liefern.

Weiterhin behauptet die Studie, dass Online-Kunden immer weniger bereit sind, per Vorkasse zu zahlen. Irgendwie verständlich, doch vor allem kleine und mittlere Händler tragen das Risiko von Zahlungsausfällen. Bezahldienstleister wie Paypal fressen dazu den kleinen Shops noch den letzten Rest an Marge weg, und mit einer einigermaßen kaufmännisch tragbaren Kalkulation ist der Kampf um die oberen Rankingplätze bei Preisportalen ohnehin hoffnungslos.

Umweltpolitisch aufgrund der langen Transportwege, sozialpolitisch als Arbeitsplatz- und Lohnkiller sowie kommunalpolitisch als Ursache für das Innenstadtsterben ist der E-Commerce nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Ob er für KMUs eine Alternative zum dahinsiechenden Ladengeschäft ist, wage ich daher zu bezweifeln.

Mein Fazit: Solange die EU den klassischen Handel vor Ort behindert, anstatt ihn zu fördern, wird das Ladensterben außerhalb der großstädtischen Speckgürtel weitergehen.
Bis demnächst, Euer Querschläger!

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