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12.04.2007

Digital hat Analog in der Unterhaltungselektronik verdrängt

Michael Schidlack verantwortet den Kompetenzbereich CE & Digital Home bei Bitkom. Für uns beleuchtet er den CE-Markt in Deutschland und zeigt auf, wie der Fachhändler mit CE erfolgreich sein kann.

Gut 80 Prozent des Umsatzes mit Consumer Electronics werden 2007 in Europa mit digitalen Produkten gemacht. Der klassische Röhrenfernseher und die analoge Hi-Fi-Anlage spielen im Gesamtvolumen kaum noch eine Rolle. Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht? Kein Zweifel, der Markt für CE ist im Umbruch. Wie kann der aktive Fachhändler davon profitieren und diese neuen Märkte für sich erschließen?

Fest stehen zwei Dinge: Das Wachstum im CE-Markt wird auch in den nächsten Jahren fast nur durch das Bild generiert. Und: Der Verkauf von Flachbild-TV boomt zwar in Deutschland, doch steht das Land erst am Anfang des HDTV-Booms. Viele Konsumenten können sich - im Wortsinn - immer noch kein "Bild" von der Qualität und den Möglichkeiten des hoch auflösenden Fernsehens machen. Die Qualitätsunterschiede zwischen Standard-TV, HDTV und Full-HD sind dem Endkunden nur selten geläufig. Der Hauptgrund: Es fehlt immer noch an geeigneten Sendungen - vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. So ist der Handel gefordert, durch entsprechende Beratung diese Lücke zu schließen und den Verbraucher auf die derzeit verfügbaren Inhalte und Quellen hinzuweisen und die dafür notwendigen Geräte auch aktiv anzubieten.

Das Ausland ist uns voraus: Während in Japan bereits seit vielen Jahren ganz selbstverständlich in HDTV gesendet wird, in den USA bereits über ein Drittel der Haushalte mit HDTV-Programmen versorgt sind und sogar in China HDTV zum Alltag gehört, ist Deutschland in dieser Entwicklung weit zurück. England und Frankreich sind dynamischer: Im United Kingdom waren die Umsätze mit Flachbildschirmen und Projektions-TV in 2006 um zirka eine Milliarde Euro höher als in Deutschland; für 2007 wird sich nach Prognosen des Marktforschungsinstituts Eito der Abstand gegenüber Deutschland sogar noch auf rund 1,3 Milliarden Euro vergrößern.

Greift der HDTV-und digitale Wachstumstrend auf Deutschland über, stehen die Umsatzchancen weiterhin zum Besten: Der Fachhandel sollte daher in die professionelle Vermarktung hoch auflösender Geräte samt entsprechendem sinnvollem Zubehör und zusätzliche Dienste investieren, wie zum Beispiel eine Settop-Box, einen Breitband- oder VDSL-Anschluss für internetbasiertes HDTV oder einen hoch auflösenden Blu-ray- oder HD-DVD-Player. Denn der private Endkunde ist derzeit häufig der Meinung, dass mit der Anschaffung eines HDTV-tauglichen Fernsehers alles erledigt ist. Meist bleibt nach dem Kauf alles beim Alten: Der Kunde schaut analoge Quellen auf digitalen TV-Geräten und ist enttäuscht. Oder schlimmer: Der Kunde vermutet, das Gerät sei defekt, und reklamiert.

Übrigens ist mit der vollständigen HDTV-Ausstattung der Haushalte - die wohl erst in mehr als zehn Jahren erreicht wird - nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Schon jetzt entwickeln die japanischen Rundfunkanstalten die nächste Generation: Super Hi-Vision (oder Ultra-HD). Das Format hat die 16fache Auflösung eines HDTV-Bildes (rund 33,2 Megapixel). Nach Angaben derjenigen, die eine UHDV-Vorführung gesehen haben, soll das Format so extrem hoch auflösend sein, dass man bei einer großen Projektion den Eindruck einer virtuellen Welt habe.