Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.04.2007

DJ UPDATE: Telekom erwartet diesen Monat Einigung zu "T-Service"

(Neu: Details, Stellungnahme von ver.di)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

BONN (Dow Jones)--Die Deutsche Telekom AG zeigt sich ungeachtet des Widerstands von ver.di optimistisch, in diesem Monat eine Verhandlungslösung über die geplante Überführung von rund 50.000 Mitarbeitern in selbstständige Konzerntöchter zu erreichen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das im Konsens hinbekommen", sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick, der kommissarisch auch das Personalressort verantwortet, im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde zur der Initiative "T-Service" am Montag in Bonn. Die Telekom strebe bis Ende April eine Regelung an, um die Mitarbeiter zum 1. Juli in drei neue Einheiten zu überführen.

Die am 22. März begonnenen Gespräche mit ver.di sollten am Dienstag in Siegburg fortgesetzt werden. In der bevorstehenden Runde setzt die Telekom den Schwerpunkt auf neue, "marktgerechte" Einstiegsgehälter und Arbeitsbedingungen. So sollen die Jahresgehälter von Berufsanfängern auf 20.000 von 34.000 EUR gesenkt werden. Soviel wird bereits im Kundenservice der Konzerntochter T-Mobile verdient. Komme diese Absenkung nicht, könne die Telekom keine Neueinstellungen mehr vornehmen, warnte Eick.

Nach seinen Worten sind aber auch die Tarifgehälter von berufserfahrenen Mitarbeitern nicht wettbewerbsfähig. Ein Monteur mit 34 Arbeitsstunden pro Woche verdiene bei der Telekom rund 37.000 EUR im Jahr, während etwa im Elektrohandwerk Rheinland-Pfalz nur circa 25.000 EUR gezahlt würden. Den Hebel ansetzen will das Management außerdem bei der Wochenarbeitszeit, die auf mindestens 38 Stunden steigen soll. Außerdem sei an eine Erhöhung der variablen Vergütungskomponenten gedacht, die bei länger Beschäftigten derzeit 7% der Gesamteinkünfte ausmachten.

Insgesamt setze die Telekom in den Verhandlungen auf einen "Instrumentenmix", sagte Eick. Hier gebe es "alle möglichen Modellrechnungen". Als Kompensation für die geforderten Einschnitte ist der Vorstand bereit, in den neuen Einheiten den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen über 2008 hinaus zu verlängern. Welche Zeiträume ihm hier vorschwebten, wollte Eick nicht offenlegen. "Ob 2009, 2010 oder darüber hinaus, hängt davon ab, wie wir uns mit ver.di einigen", sagte Eick.

Der Manager machte noch einmal klar, dass die Gründung der neuen Einheiten für die Telekom unabdingbar sei, um die Arbeitskosten zu senken und den Service zu verbessern: "T-Service ist alternativlos." Auch ließen sich dadurch fremdvergebene Tätigkeiten wieder zurückholen. Dies betreffe einige tausend Mitarbeiter. Perspektivisch schwebt dem Vorstand außerdem vor, dass die neuen Einheiten in einigen Jahren Arbeiten für Dritte übernehmen könnten. Alles in allem will die Telekom bis 2010 durch die Personalmaßnahmen 500 Mio bis 900 Mio EUR einsparen.

Eick betonte, dass man notfalls auch ohne Zustimmung von ver.di handeln könne. Für die Gründung der neuen Gesellschaften sei diese nicht nötig. Der Manager bekräftigte zudem, es sei das vorrangige Ziel, diese Einheiten im Konzern zu halten. Wie lange, sei Sache der Verhandlungen. Wenn es nicht anders gehe, sei aber auch ein Verkauf der Einheiten nicht auszuschließen.

ver.di argwöhnt, dass die Telekom genau dies im Schilde führt. Die vorgeschlagene Gehaltsabsenkung für die Berufseinsteiger lehnt die Gewerkschaft rundum ab, wie eine Sprecherin gegenüber Dow Jones Newswires bekräftigte. ver.di spricht von einem "Verteilungsskandal bei der Telekom" - während die Aktionäre hohe Dividenden bekämen, sollten die Mitarbeiter länger arbeiten und weniger verdienen. Notfall will die Gewerkschaft deshalb zum Streik aufrufen.

Dies sieht die Telekom relativ gelassen. Er sei zwar zuversichtlich, dass sich ein Arbeitskampf vermeiden lasse, "aber wir halten es im Zweifel auch aus", sagte Eick. Gleichzeitig wies das Management darauf hin, dass ver.di derzeit gar nicht streikfähig sei, und dass die Telekom-Beamten, die rund 40% der 50.000 betroffenen Mitarbeiter stellen, per Gesetz nicht streiken dürften.

Webseite: http://www.telekom.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/nas

(END) Dow Jones Newswires

April 02, 2007 11:18 ET (15:18 GMT)

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.