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19.05.2015 - 

IFS Applications 9, neues Partnerprogramm

ERP-Release für das agile Unternehmen

freier Autor aus Waldenbuch
Der schwedische Software-Hersteller IFS hat in Boston,das Release 9 seines ERP-Pakets IFS Applications vorgestellt und ein neues Partnerprogramm verabschiedet.

Neben über 500 Funktionserweiterungen bilden die personalisierbare Benutzeroberfläche IFS Lobby, die Unterstützung der In-memory-Verarbeitung von Daten sowie die Bereitstellung auf Microsoft Azure als Managed Cloud die wichtigsten Vorteile der neuen Version. Eine neu gegründete Academy soll bei der Zertifizierung von Partnern helfen.

IoT meets ERP

"Es gibt fünf Schlüsseltrends, auf die wir uns konzentrieren, da sie tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Branche haben", sagte Alastair Sorbie, Präsident und CEO des im schwedischen Linköping ansässigen ERP-Anbieters, der auf der IFS World Conference in Boston bekannt gab, dass es mittlerweile mehr als eine Million aktive IFS-Nutzer gibt. "Das sind User Experience (UX), Mobile, Cloud, Internet of Things (IoT) und Global Business."

Die Bedienoberfläche (UX) soll künftig mit Hilfe des Werkzeugs IFS Lobby die informativen Qualitäten eines Dashboards erhalten: Der Nutzer kann sie auf seine persönlichen Bedürfnisse zuschneiden, ja, sogar eigene Elemente erzeugen. Indem sie handlungsunterstützende Informationen auf einen Blick erhalten, sollen die Fachanwender produktiver werden. Damit diese gleich loslegen können, liefert IFS 40 fertige Lobbys mit.

Mobility und Services

Diese "Lobby" kann der Nutzer auf jedem PC und Mobilgerät verwenden. IFS Applications 9 unterstützt iOS und Android. Zu den Mobilgeräten sollen künftig auch Wearables wie etwa SmartWatches und SmartGlasses gehören. Diese empfangen mit IFS Streams konfigurierbare und personalisierte Datenströme wie etwa Lieferaufträge, offene Leads und mehr. Das ist besonders für Außendienstmitarbeiter wichtig.

IFS ist nach Angaben von Wilfried Gschneidinger, dem IFS CEO für Europe Central, zwar stark auf industrielle Fertigungsunternehmen, wie z. B. Automotive fokussiert, aber seit wenigen Jahren auch einer der führenden Anbieter von Mobile Workforce Management und Field Service Management. Diese mit der amerikanischen Firma Metrix eingekaufte Technologie wurde jetzt im Modul Enterprise Service Management (ESM) integriert.

Neue Systemarchitektur

Damit die Personalisierungen und Erweiterungen durch Drittlösungen leichter gewartet werden können, hat IFS seinem ERP-Paket eine neue Systemarchitektur verpasst. Der Aufbau in Schichten soll Erweiterungen und Anpassen ebenso erleichtern wie auch den Kostenaufwand für das Ändern einer IFS-Applikation verringern. "85 Prozent weniger Änderungen sind künftig nötig", versprach Entwicklungsleiter Thomas Säld auf der World Conference. "Upgrades werden einfacher."

Weil die neue Version 40 Prozent weniger Code enthält als ihre Vorgängerin, soll es zu weniger Fehlern kommen und eine höhere Performance möglich sein. Danach strebt ja auch der Mitbewerber SAP mit seiner HANA-Plattform.

Apropos SAP und Performance: Noch in diesem Jahr will IFS die Unterstützung von In-memory-Computing in seine Datenbank integrieren, um so Visualisierungen, Analysen und Reports zu beschleunigen, genau wie SAP es vorgemacht hat. Bei einer Migration sollen für den Kunden keine Lizenzkosten oder Datenbankänderungen anfallen. "Wir haben eine Oracle-Datenbank als Basis", erteilte CTO Dan Matthews Auskunft. Die Bindung an Oracle ermögliche es auch, "IFS in a Box" anzubieten, das heißt eine skalierbare, vorkonfigurierte IFS-Umgebung, die auf Oracle Exadata basiert.

Zweigleisiger Cloud-Betrieb

"Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, das agile Business der Zukunft zu unterstützen", verkündete CEO Alastair Sorbie. Die Flexibilität der Architektur, In-memory-Computing, Mobility, eine Appliance - es ist alles vorhanden; fehlt eigentlich nur noch die Cloud. IFS Applications läuft als Einzelmandanten-Instanz bereits in der IFS Cloud, die auf Microsoft Azure verfügbar ist. Sie bietet Infrastructure as a Service (IaaS), also Infrastruktur, Middleware und Datenbank.

Nun hat IFS auch die IFS Managed Cloud angekündigt, ebenfalls auf Azure. "Wir bieten den Kunden IFS Applications dann nicht nur als IaaS-, sondern auch als Managed-Services- Lösung aus der Cloud", sagt Dan Matthews. Dieses Angebot soll besonders für den Mittelstand attraktiv sein, der ja meist weniger in IT investieren will, sondern mehr in Prozesse, mit denen er sich vom Wettbewerb abheben kann.

Mathews gibt an, dass IFS die Verfügbarkeit und Sicherheit seiner Lösungen in Zusammenarbeit mit Microsoft in den weltweiten Azure-Rechenzentren erhöht habe. Die Nutzer profitieren demnach von den schnelleren Antwortzeiten regionaler Rechenzentren. Jeder Kunde könne individuell festlegen, welches Release (8 oder 9) er womit erweitern und aktualisieren wolle. Die niederländische Firma Vyncke ist der erste europäische Nutzer der IFS-Cloud.

Das Partnerprogramm vom IFS

"Wir haben rund 30 ISVs als Software-Partner in der DACH-Region", berichtet Hans Jürgen Schöpf, Director Alliances & Business Development bei IFS Deutschland. Neben Software-ISVs nennt Schöpf als Technologiepartner Oracle, Microsoft, Honeywell und andere. "Ungefähr 15 bis 20 qualifizierte Service-Partner erbringen Beratungsleistungen für IFS-Applications-Implementierungen."

Eine zentrale Rolle spielen Systemintegratoren. Die großen SIs wie Accenture, Deloitte, Capgemini oder Tech Mahindra agieren nach Schöpfs Worten sowohl global; treten aber auch bei großen lokalen Implementierungen als Generalunternehmer auf.

Der weltweite Aufbau des Partner-Ökosystems wird durch die Global Alliance Organisation von IFS gesteuert und in den jeweiligen Ländern nach deren Gegebenheiten adaptiert. Laut Schöpf soll der indirekte Kanal auch in Zentraleuropa stark erweitert werden. Ziel ist die Schaffung eines starken lokalen Partner-Netzwerkes. Ein wichtiges Signal in dieser Richtung ist der im März mit Accenture abgeschlossene internationale Vertrag, der vorsieht, dass IFS ca. hundert Accenture-Lösungsarchitekten ausbildet.

Ausbildung von Partnern

Diese Ausbildung wird in der inzwischen erweiterten IFS Academy erfolgen. Die von Anders Lif aufgebaute E-Learning-Akademie, die monatlich rund 25 Prozent mehr Nutzer aufweist, dient der Erstellung von Online-Lernmaterialien und arbeitet für alle Regionen, in Zentraleuropa werden die Partner unter Schöpfs Regie ausgebildet. Sie dient der Schulung und der Zertifizierung von Partnern und deren Consultants. 20 Spezialistenkurse übertragen Beratungswissen in allen Bereichen der IFS Applications Suite.

Die Zertifizierungen erfolgen entweder individuell oder auf Unternehmensebene. Zu den persönlichen Zertifizierungen tragen der Technical Track, der Developer Track und der Consultant Track bei. Firmenzertifizierungen erfolgen in den Stufen Silber, Gold und Platin. Die Schulung hat nach Schöpfs Worten Vorrang, besonders bei Servicepartnern, weil diese ja IFS implementieren. "Die Academy und ihre Zertifizierungen sind von strategischer Bedeutung für den Aufbau des Partner-Ökosystems", betont Schöpf. (rw)

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