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17.07.2006

Erster Kongress für Assemblierer

Am 12. Juli 2006 kamen Hersteller und Fachhändler auf der Assemblers World 06 zusammen. Die Gäste erlebten, dass Assemblieren auch in Zukunft lukrativ sein kann. Ein weiteres Thema des Kongresses waren die Auswirkungen des Elektro-Gesetzes für Assemblierer.

Von Boris Böhles

Zur "Assemblers World 06" am 12. Juli 2006 lud Computerpartner Fachhändler und Hersteller in den "Paulaner am Nockherberg" nach München ein, um gemeinsam das Thema "Assemblieren" zu diskutieren. Wenn der Händler PCs baut, hat er nicht nur die Qual der Wahl, welche Komponenten für individuell konfigurierte PCs die richtigen sind, sondern er muss sich auch mit rechtlichen Vorschriften, insbesondere mit dem neuen Elektro-Gesetz und der ab 1. Juli 2006 greifenden RoHS (Restriction of Hazardous Substances)-Verordnung, auseinander setzen. Diese werfen durch ihre Komplexität nach wie vor viele Fragen auf.

ComputerPartner-Verlagsleiter Sven Blaukat brachte den Fokus der Veranstaltung in seiner Begrüßungsrede in dem von rund 170 Teilnehmern vollbesetzten Saal auf den Punkt: "Es geht darum, wie Händler in Zukunft mit eigenen Systemen erfolgreich sein können", sagte er.

Breite Palette von Vorträgen

Elf Vorträge von Herstellern und Juristen standen auf dem Programm der eintägigen Veranstaltung; Interessierte erhielten von den Referenten direkte Antworten auf ihre Fragen. Die anwesenden Hersteller hatten Messestände aufgebaut, an denen sie einerseits Rede und Antwort standen, andererseits ihre speziellen Produktlösungen präsentierten.

In den Vorträgen ging es hauptsächlich um neue Technologien und Rechtsfragen. So präsentierte Martin Engelhardt, Program Manager bei Intel, die hauseigene neue Mobil-Initiative, genannt Intel-Interchangeability-Initiative. In Zusammenarbeit mit den Herstellern Compal, Asus und Quanta ermöglicht Intel die individuelle Assemblierung von Notebooks. Dies war bisher nahezu unmöglich, da es an einheitlichen Standards und Ersatzteilen mangelte. Jetzt gibt es fertige Notebook-Komponenten (insgesamt sieben) wie Tastaturen, Panels und Akkus, die je nach Belieben in vorgefertigte Notebook-Barbones eingebaut werden können.

Dies ergibt laut Engelhardt ein "maßgeschneidertes Notebook für den Kunden genau wie beim Desktop und Server." Die Montage beziehungsweise die Assemblierung gehe innerhalb weniger Minuten von der Hand, so Engelhardt weiter. Weiterer Vorteil für die Händler: Intel zertifiziert die Bauteile und übernimmt Garantie sowie Support.

Dass sich Assemblierung nicht nur in Spartenmärkten lohnt, betonte Erdem Winnicki, Marketing Director bei JET Computer. "Wir werden in Zukunft Geld im Mainstream-Markt verdienen", konstatierte er am Anfang seines Vortrags über Netzteile und Wärmeentwicklung im PC-Gehäuse. Er verwies auf die zunehmende Bedeutung von PC-Spielen, da deren Hardwareanforderungen kontinuierlich stiegen und sich somit auch die Temperatur im PC erhöhe. Dies erfordere immer neue Konzepte, um die Wärme effizient aus dem Gehäuse abzuführen. Spielern könne man neben teuren Grafikkarten leistungsfähige Netzteile mit hoher Effizienz verkaufen, die durch ihren hohen Wirkungsgrad zudem umweltfreundlicher seien und weniger Strom verbrauchten.

Uwe Kemmer, technischer Support-Ingenieur bei Hitachi, betonte den Service des Unternehmens für Partner, die PC-Systeme assemblieren. Sie könnten die fertig gebauten PCs in einem Hitachi-Labor zum Beispiel auf Wärmeentwicklung testen lassen. Außerdem gab das Unternehmen einen Ausblick auf künftige Speichertechnologien und erklärte das neue, zur Erhöhung der Speicherkapazität eingeführte Aufnahmeverfahren bei Festplatten "Perpendicular Recording".

Auch Henrique Atzkern, Field Application Engineer bei Seagate, ging auf dieses Thema ein und vertiefte es. Thomas Lichtenstern, Partner Technology Spezialist bei Microsoft, referierte über das im Januar 2007 kommende Windows Vista, Sascha Heinrich, Produktmanager bei MSI, ging auf neue Technologien bei Notebooks und Motherboards ein, und Norbert Lindermeier, Produktmanager Systeme bei CPI Computer Partner Handhelds, beschrieb den Einfluss neuer Technologien auf die Konzeption aktueller Serversysteme.

Durchblick bei RoHS und WEEE

Neben den technischen Vorträgen stießen vor allem die Ausführungen der beiden Rechtsanwälte Hans-Jochen Lückefett und Mark Schomaker auf großes Interesse. Lückefett widmete sich der RoHS-Verordnung und der WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment)-EU-Richtlinie. Letztere will eine Reduktion der Menge an Elektronikschrott aus nicht mehr benutzten Elektro- und Elektronikgeräten erreichen. Schomaker vertiefte dann nochmals die RoHS-Verordnung.

Die beiden Fachleute standen nach ihren Vorträgen für viele Fragen aus dem Plenum bereit und gaben kompetente Antworten. Lückefett sprach vor allem über die konkreten Auswirkungen auf die geschäftlichen Tätigkeiten von Assemblierern. Eine wesentliche Information bezüglich der RoHS-Verordnung war, dass Händler sich von ihren Lieferanten eine schriftliche Bestätigung über die RoHS-Konformität ausfertigen lassen müssen, da es keine Markierungspflicht für solche Geräte gebe. Außerdem müssen laut Lückefett Ersatzteile für nicht-RoHS-konforme Geräte, die vor dem 1. Juli 2006 in den Markt gebracht wurden, auch nach dem Stichtag nicht RoHS-konform sein.

Mark Schomaker vertiefte in seinem Vortrag die RoHS-Thematik und gab Antworten auf grundlegende Fragen wie: Was ist überhaupt ein Gerät? Außerdem erläuterte er mögliche Vorgehensweisen für Händler, wenn sie Geräte im Lager haben, die nicht RoHS-konform sind. Er verwies hierbei unter anderem auf den Ausnahmekatalog der RoHS-Richtlinie. So gebe es zum Beispiel Produkte, bei denen bereits erfolgreich beantragt wurde, dass sie nach dem heutigen Stand der Technik nicht schadstoffarm hergestellt werden können und sie deswegen RoHS-konform seien.

Schomaker nahm verunsicherten Händlern zudem die Angst vor eventuellen Strafen in der nächsten Zeit. Die allgemeine Verwirrung rund um die neue Richtlinie sei selbst bei den zuständigen Landesumweltministerien, die für die Kontrolle der RoHS-Konformität zuständig sind, weit verbreitet. "Die wissen selbst nicht Bescheid", sagte er und prognostizierte: "Ich glaube, Sie müssen keine Angst haben, dass Ihre Geräte in den nächsten zwölf Monaten ins Labor gezerrt werden."

Zum Ende der Veranstaltung diskutierten Hersteller und Gäste bei bayerischen Schmankerl und Bier und ließen den Abend im Biergarten der Münchener Traditionsgaststädte ausklingen.