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12.07.2006

Handys mit VoIP und WLAN

Matthias Semlinger
Nach der Revolution der Festnetztelefonie folgt nun die nächste Phase: die Verschmelzung von Mobiltelefonie mit Festnetz und Voice over IP. Etliche Hersteller haben auf der CeBIT Geräte angekündigt - hier zeigen wir sie Ihnen.

Von Matthias Semlinger, tecChannel.de

Bereits auf der CeBIT 2005 zeigte Freenet ein von Alcatel entwickeltes Handy, das auf den schlichten Namen IP1 hörte. Es handelte sich dabei um ein GSM-Handy, das mit Bluetooth ausgestattet war. Telefongespräche zu Hause sollten dabei über die drahtlose Technik zur Basisstation übertragen und per VoIP auf eine Breitbandverbindung umgelenkt werden. Der Vorteil: Der Anwender benötigt nur noch ein Endgerät und profitiert zu Hause von den günstigen VoIP-Konditionen.

Und Freenet hatte guten Grund, sich schon so früh aus dem Fenster zu lehnen: Das Marktforschungsunternehmen In-Stat prognostiziert, dass bereits 2009 rund 225 Millionen WLAN-fähige Mobiltelefone auf dem Markt sein werden - eine gewaltige Zahl. Das IP1 allerdings wurde eher zum Rohrkrepierer denn zum Kassenschlager: Die GSM-Zertifizierung des Prototyps scheiterte überraschend, Alcatel war damit gezwungen, das Gerät zu überarbeiten. Seitdem hat man nichts mehr davon gehört. Freenet zeigte auf der diesjährigen CeBIT erneut VoIP-taugliche Handys - diesmal allerdings Geräte des finnischen Herstellers Nokia und des US-amerikanischen Ausrüsters UTStarcom - und mit WLAN.

T-One

Ähnlich sah es bei T-Com aus: Die Firma stellte ihren neuen Dienst T-One vor, der voraussichtlich Ende Juni starten wird: Dieser soll es mit speziellen Handys ermöglichen, per WLAN und Voice over IP zu telefonieren. Befindet man sich zu Hause oder in Reichweite eines Hotspots von T-Com oder T-Mobile, bucht sich das Gerät automatisch ein.

Anschließend greift das Handy mit Hilfe der UMA-Technik (Unlicensed Mobile Access, Zugriff über lizenzfreie Frequenzen) über das WLAN auf die GSM-Dienste zu, Gespräche, aber auch SMS oder Ähnliches werden dann über VoIP gesendet. Dabei profitiert der Anwender natürlich von den günstigen VoIP-Preisen und kann so Geld sparen. Außerhalb einer WLAN-Zelle telefoniert er über das GSM-Netz - zu den üblichen Preisen.

Vorteil für den Anwender: Sämtliche Kosten werden in einer einzigen Rechnung zusammengefasst. Zudem ist er sowohl unter seiner Mobiltelefonnummer als auch - per Anrufweiterleitung - unter seiner Festnetznummer immer erreichbar. T-One startet zunächst mit drei Dual-Mode-Handys (T-Com TC300, Nokia E60 und N80); wir zeigen Ihnen auf den folgenden Seiten alle, die in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Verfügbar sind bislang nämlich nur die wenigsten Geräte. Geräte wie das UTStarcom F1000 und das F3000 bleiben dabei außen vor, denn es handelt sich dabei nicht um GSM-Handys, sondern um schnurlose WLAN-Telefone.

Benq-Siemens P51

Unser Reigen beginnt mit einem waschechten Tausendsassa: Im Grunde handelt es sich dabei um einen geschrumpften PDA mit angeklebter Tastatur und integriertem Telefon. Das komplett auf Business ausgerichtete Gerät trumpft des Weiteren mit Touchscreen und Stift auf. Das TFT-Display ist mit 240 x 320 Pixeln aufgelöst und soll sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut ablesen lassen. Das trotz Tastatur recht kompakte Gerät ist sogar mit GPS-Empfänger ausgestattet, optional ist auch eine Onboard-Navigationslösung verfügbar.

Fujitsu Siemens Pocket Loox T810/T830

Beim Pocket Loox T handelt es sich primär um einen PDA. Dennoch ist das Gerät, dessen Ähnlichkeit zum Benq P51 unbestreitbar ist, auch ein GSM-Handy, das mit modernsten Zutaten gespickt ist. Als Betriebssystem dient auch hier Windows Mobile 5.0, ein GPS-Empfänger ist ebenfalls integriert, und mit Hilfe der integrierten Navigation findet sich der Anwender auch in unbekannten Städten zurecht. Der 810 besitzt übrigens keine Kamera, der 830 dagegen gleich zwei: eine 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine VGA-Kamera für Videotelefonate auf der Oberseite.

Hagenuk Cosmex 8080

Das Cosmex 8080 gefällt durch sein schickes Design, das ein wenig nach Captain Kirk aussieht. Das Handy auf Linux-Basis ist als reines Telefon konzipiert und besitzt entsprechend auch keine Kamera oder Multimedia-Player. Insofern ist das Gerät vor allem für den Firmeneinsatz interessant. Störend ist allerdings die recht kurze Standby-Zeit des Geräts: Maximal drei Tage hält der Akku durch, bevor er wieder an die Steck-dose muss. Dafür kann das Gerät mit zwei SIM-Karten bestückt und so in verschiedenen Netzen verwendet werden.

Hagenuk Cosmex 8090

Dieses Handy passt mit seinem gefälligen silber-weißen Design gut zum iPod. Und die inneren Werte wissen ebenfalls zu gefallen: Zunächst einmal ist die Standby-Zeit hier mit rund 200 Stunden praxisgerecht, zum anderen ist auch eine Digitalkamera mit 2 Megapixeln mit an Bord. Das Display ist mit 2,2 Zoll Diagonale recht groß geraten und zudem berührungsempfindlich. Zudem ist das Gerät mit PDA-Funktionalität bestückt, sogar eine Handschriftenerkennung soll integriert sein. Dafür dürfte das Display allerdings fast zu klein sein.

Motorola A910

Mit Linux und Java unter der Haube ist das A910 mehr als nur ein Hingucker. So ist es schon fast selbstverständlich, dass unter der eleganten Klappe nicht nur ein Audio-, sondern auch ein Videoplayer integriert ist. Zudem lässt sich der interne Speicher mit Transflash-Karten erweitern. Wer die im Oberteil des Klapp-Handys integrierte 1,3-Megapixel-Kamera öfter nutzt, wird sich über diese Möglichkeit freuen. Erfreulich ist auch die lange Standby-Zeit von 250 Stunden, das sind rund zehn Tage ohne Aufladen.

Nokia 6136

Beim 6136 handelt es sich ebenfalls um eine Sonderserie für Netzbetreiber. Es wird also vermutlich nicht im freien Handel auftauchen. Doch auch als normales Handy macht das Klapp-Gerät eine gute Figur: Dank Quadband kann man praktisch überall auf der Welt telefonieren; zudem ist in das Gerät eine Menge modernster Technik wie EDGE oder Push to Talk eingebaut. Eine 1,3-Megapixel-Kamera ist für gelegentliche Schnappschüsse gut, der interne Speicher kann mit MicroSD-Karten erweitert werden.

Nokia E60

Das edle Smartphone von Nokia ist ein reines Business-Gerät - das lässt sich schon daran erkennen, dass hier keine Kamera integriert ist. Eine solche könnte nämlich zur Industriespionage missbraucht werden und wäre deshalb in vielen Firmen verboten. Doch abgesehen davon bietet das E60 fast alles, was das Herz begehrt: Niedriges Gewicht, praxisgerechte Standby-Zeiten und modernste Technik inklusive UMTS und Bluetooth verwöhnen den Technik-Freak. Dazu kommen dann noch die WLAN-Unterstützung und der integrierte SIP-Stack, der es ermöglicht, an einem Hotspot per UMA zu telefonieren.

Nokia N80

Das N80 ist eine tragbare Multimedia-Zentrale, die fast alles kann, was der Elektronik-begeisterte Handynutzer so braucht - oder auch nicht: Die selbstverständlich integrierte Digitalkamera besitzt eine Auflösung von 3 Megapixel, garniert mit Blitzlicht, 20fachem Digitalzoom und einer speziellen Funktion für Nahaufnahmen - die Digitalkamera kann da oft zu Hause bleiben. Zudem sind Musik- und Videoplayer integriert. Aber auch für das Business taugt das Gerät dank zahlreicher Office-Funktionen wie Kalender, E-Mail-Client oder Aufgabenliste.

HTC Wizard

Das schnucklige kleine PDA-Telefon auf Basis von Windows Mobile 5.0 wird in Deutschland unter verschiedenen Namen vermarktet. Bei T-Mobile heißt es MDA Vario, Vodafone nennt es VPA compact II, und bei O2 firmiert es unter Xda mini S.

Das auffälligste Merkmal ist bei diesem Gerät die seitlich herausschiebbare Tastatur, die Chatten und das Versenden von E-Mails erheblich vereinfacht. Doch auch die Technik des Geräts kann sich sehen lassen: Mit Quadband, Bluetooth, Infrarot, Multimedia-Player und natürlich vollwertiger PDA-Funktionalität ist es reichlich ausgestattet.

T-Com TC300

Beim TC300 hat sich die T-Com mit dem OEM-Produzenten Foxconn zusammengetan und ein recht elegantes Gerät aus der Taufe gehoben, das mit einem "Lebendgewicht" von lediglich 95 Gramm auch noch sehr leicht ist.

Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen multimedialen Tausendsassa, sondern um ein Gerät, das zum Telefonieren da ist. Außer einer Kamera mit VGA-Auflösung ist keinerlei "Schnickschnack" vorhanden. Immerhin funkt das Gerät auch nach dem schnellen 802.11g-Standard; ein Tischlader ist im Lieferumfang inbegriffen.

UTStarcom GF200

Das GF200 ist nicht nur bei T-Com erhältlich, sondern auch bei Sipgate und Arcor. Es handelt sich dabei um ein Triband-Gerät, das mit einem Gewicht von 95 Gramm recht leicht ausfällt und dank einer Standby-Zeit von 200 Stunden auch ein gutes Durchhaltevermögen besitzt.

Überflüssige Technik-Gadgets wie beispielsweise eine integrierte Kamera sucht man hier allerdings vergeblich: Bluetooth ist integriert, ebenso wie WLAN, wenn auch nur in der langsamen Variante 802.11b. Zum Ausgleich unterstützt das Gerät WLAN-Verschlüsselung auch in der aktuellen Variante WPA2.

Fazit

Mit den aktuell vorgestellten Mobiltelefonen kann man schon einen ersten Eindruck von der zukünftigen Kommunikation erhalten. Zusammen mit einem @home-Mobilfunktarif und einem VoIP-Anschluss kann man grenzenlose Kommunikation erleben.

Was derzeit aber noch wirklich fehlt, ist die komplette Integration aller Kommunikationsmechanismen, die es dem Gegenüber erleichtert, so Kontakt aufzunehmen, wie es die Situation gerade erfordert.

Also beispielsweise eine Kurznachricht, die je nach Online-Status des Empfängers per SMS, Instant Message oder ähnlichen Methoden übermittelt wird. Ähnliche Überlegungen könnte man für E-Mails anstellen, etwa dass eine dringende E-Mail dem Empfänger vorgelesen wird. Aber eine total integrierte Kommunikation, bei der der Kunde auch noch die volle Kontrolle darüber hat, wer ihn mit welchen Mitteln unter welchen Bedingungen erreichen darf, ist wohl noch eine Zukunftsvision.

Dieser Beitrag stammt von tecChannel.de, dem Webzine für technikorientierte Computer- und Kommunikationsprofis. Unter www.tecChannel.de finden Sie weitere Beiträge zu diesem Thema.