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08.09.2016 - 

Deal über 8,8 Milliaren Dollar

HP Enterprise und Micro Focus führen Softwaregeschäfte zusammen

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Gerüchte gab es genügend, jetzt steht es fest: Hewlett-Packard Enterprise (HPE) bündelt sein Software-Business mit dem des britischen Softwareanbieters Micro Focus. Die Kontrolle gibt HPE dennoch nicht ab: Micro Focus geht zu 50,1 Prozent in den Besitz der HPE-Aktionäre über.

HPE spricht von der Auslagerung der Software-Assets, die nicht zum künftigen Kerngeschäft gehören. Es geht dabei um Themen wie Application Delivery Management, Big Data, Enterprise Security, Information Management und Governance sowie IT Operations Management. Zusammen mit Micro Focus, das 2014 bereits Attachmate übernommen hatte und auch in Besitz von SUSE Linux ist, soll eines der größten "Pure-Play-Softwareunternehmen" entstehen, das allein 4000 Vertriebler auf die Straße bringt und rund 4,5 Milliarden Dollar umsetzt.

Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, hat das IT-Servicegeschäft mit CSC verschmolzen. Das Software-Business landet nun bei Micro Focus.
Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, hat das IT-Servicegeschäft mit CSC verschmolzen. Das Software-Business landet nun bei Micro Focus.
Foto: Eric Draper HPE

Zu den Konditionen des Deals gehört eine Cash-Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an HPE. Das Volumen der gesamten Transaktion soll bei 8,8 Milliarden Dollar liegen - ein vergleichsweise bescheidener Betrag, da HP im Jahr 2011 allein für Autonomy über zehn Milliarden Dollar hingeblättert hatte. Die Unternehmen haben noch nicht mitgeteilt, ob Mitarbeiter entlassen werden sollen. Chef des kombinierten Unternehmens wird Kevin Loosemore, der Executive Chairman von Micro Focus. Der Deal soll in der zweiten Hälfte des HPE-Fiskaljahrs zum Abschluss gebracht werden.

HPE setzt ganz auf Hybrid IT

"Mit der heutigen Ankündigung gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem schneller wachsenden, profitableren und mit mehr Cashflow ausgestatteten Unternehmen, das bestens für unsere Kunden und die Zukunft positioniert ist", sagt HPE-Chefin Meg Whitman in einem vorbereiteten Statement. Ric Lewis, bei HPE als Senior Vice President für die Software Defined und Cloud Group verantwortlich, sagte in einem Interview gegenüber der CW-Schwesterpublikation "CIO", der Geschäftsschwerpunkt von HPE werde künftig auf "Hybrid IT" liegen.

HPE hat dazu offenbar drei Unternehmensbereiche geformt: Der erste konzentriert sich auf Software-Defined- und Cloud-Technologien, der zweite auf Data-Center-Infrastruktur und der dritte auf "Edge-Technologien" und das Internet of Things (IoT). Im Konzern bleiben die Softwaretechnologien, die für das Thema Hybrid-IT wichtig sind, so Lewis. Dazu gehören die Marke "CloudSystem", HPE OneView, Helion OpenStack und die Software-Defined-Storage und Software-Defined-Network-Produkte.

Private Cloud bleibt eine große Chance für HPE

"Wir sehen unsere Wachstumschancen klar im Bereich der Hybrid IT", sagt Lewis. "Die ganze Welt spricht über das rasante Wachstum der Public Cloud, aber niemand scheint zu bemerken, dass auch die Private Cloud jedes Jahr zweistellig wächst. Das ist eine riesige Chance für uns." HPE sei unter anderem dabei, einen neuen Stack moderner Multi-Cloud-IaaS-Software zu entwickeln (IaaS = Infrastructure as a Service). Man setze dabei auf klassische Technologien wie OpenStack, aber auch auf "die Dockers, die Mesospheres und die Turbonomics dieser Welt". Den gemeinsamen Kunden von HPE und Micro Focus verspricht Lewis pauschal eine künftig schnellere Produktlieferung, höhere Agilität und geringere Kosten.

Erste Analystenstimmen halten die Entscheidung, im Softwarebereich gemeinsame Sache mit Micro Focus zu machen, für richtig. "ich bin erleichtert, dass HPE künftig das tun wird, was sie wirklich können: Infrastruktur und Plattformen", meint Patrick Moorhead, Principal Analyst und President von Moor Insights & Strategy. Mit großer Anwendungssoftware habe sich das Unternehmen immer schwergetan. Jetzt könne HPE dort wachsen, wo sie das nötige Marktverständnis und Know-how haben.

IT-Service-Geschäft in Joint Venture mit CSC

Erst vor wenigen Monaten hatte HP Enterprise in einem ähnlich strukturierten Deal angekündigt, seine Servicesparte mit dem IT-Dienstleistungskonzern CSC zusammenzulegen. Die Verschmelzung soll bis Ende März 2017 abgeschlossen sein, beide Unternehmen werden je 50 Prozent an dem Joint Venture halten. Neben der Übertragung von Aktien und Barmitteln an HPE und seine Aktionäre hatte sich CSC auch dazu verpflichtet, für die nächsten drei Jahre weiter IT-Equipment von HPE zu kaufen.

CSC-Boss Mike Lawrie soll das gemeinsame Unternehmen als CEO, President und Chairman führen. HPE-Chefin Meg Whitman erhält einen Sitz im Verwaltungsrat, der sich ansonsten zu gleichen Teilen aus Interessenvertretern beider Konzerne zusammensetzen wird. HPE bezeichnete die Fusion als "nächsten logischen Schritt" auf dem Weg zum Turnaround, nachdem in den letzten Jahren Umsatz- und Ergebnisentwicklung stark gelitten hatten.

Ende 2015 war der Hewlett-Packard-Konzern insgesamt aufgespalten worden. Das Unternehmen lagerte sein Drucker- und PC-Geschäft in die HP Inc. aus. Auch CSC hatte sich im November 2015 zweigeteilt. Der Dienstleister gab sein traditionell starkes Geschäft mit US-Behörden in das Joint Venture CSRA ab, das gemeinsam mit dem Wettbewerber SRA gegründet worden war.

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DanielArmbruster

"Die Kontrolle gibt HPE dennoch nicht ab: Micro Focus geht zu 50,1 Prozent in den Besitz der HPE-Aktionäre über" ... die 50,1 Prozent gehen also in den Besitz von HPE, und damit nicht direkt, nur indirekt in den Besitz der HPE-Aktionäre. Diesen irreführenden Satz ließt man übrigens in sämtlichen anderen Quellen auch.

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