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Projektorbauer entwickelt eigene Collaboration-Software


06.09.2013

Infocus definiert Videoconferencing neu

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Projektorbauer InFocus will nun auch im Geschäft mit Videoconferencing - und Collaboration-Lösungen mitmischen. Auf einer exklusiven Preview begeisterte das 70 Zoll große Mondopad.
Mit dem Mondopad will InFocus in Sachen Videoconferencing neue Wege beschreiten.
Mit dem Mondopad will InFocus in Sachen Videoconferencing neue Wege beschreiten.
Foto: InFocus

Mit dem neuen Mondopad von InFocus ist es wie mit manchen Autos: Man muss sie gefahren, erlebt haben, um ihre Faszination zu begreifen. Denn diese lässt sich per Datenblatt schlecht vermitteln. Ähnlich wie Ciscos TelePresence vor Jahren einen Meilenstein bei der Entwicklung von Videokonferenzsystemen setzte, könnte jetzt das Mondopad eine neue Art der Collaboration definieren. Und zugegeben, das Mondopad ist mal wieder ein Stück Hardware, das auf den ersten Blick begeistert. Dabei sind es weniger die 70 Zoll Bildschirmdiagonale die den User fesseln, als vielmehr der Touchscreen, der mit seinem Startbildschirm sofort zum aktiven Arbeiten per Finger einlädt - ganz im Gegenteil zu den heute üblichen Magnettafeln im deutschen Büroeinheitsgrau.

Eine Videokonferenz startet der User durch Anwahl der entsprechenden Gegenstelle.
Eine Videokonferenz startet der User durch Anwahl der entsprechenden Gegenstelle.
Foto: InFocus

Ein Effekt, den Raymond Yu, President von InFocus, durchaus beabsichtigt hat: "Für mich sind die meisten Videokonferenzräume ein schwarzes Loch, das nicht intuitiv zum Arbeiten einlädt." Dies wollte Yu mit dem Mondopad ändern und einen anderen Weg gehen. Die entsprechende Software schrieb das Unternhemen selbst und konkurriert jetzt mit Conferencing-Platzhirschen wie Cisco oder Polycom. Bei der Eigenentwicklung kam eine Lösung heraus, die Whiteboard, Touchscreen, Conferencing, Videoconferencing und Collaboration in einem vereint. Im einfachsten Fall nutzt der Anwender das Mondopad lediglich als elektronisches Flipchart, um etwa eine Präsentation zu zeigen oder gemeinsam im Team neue Inhalte zu erstellen. Einen Touch weiter kann der Anwender beispielsweise diese erarbeiteten Ergebnisse per Konferenzschaltung mit anderen teilen. Momentan beschränkt sich die Collaboration dabei, wie InFocus-Chef Yu einräumt, auf das Document Sharing. Ein echtes gemeinsames Bearbeiten soll mit einer späteren Version möglich sein. Mit einem weiteren Fingerstreichen können zudem Konferenzteilnehmer per Video zugeschaltet werden. Zugegeben, an die Videoqualität eines TelePresence-Systems reicht das MondoPad nicht heran, aber das Ergebnis in Full HD kann sich sehen lassen. In der Grundausstattung ist die Kontaktfreudigkeit des Mondopads etwas eingeschränkt: Per H.264 kann lediglich eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu einem anderen Partner aufgebaut werden. Dabei muss die Gegenstelle nicht von InFocus sein, denn laut Yu muss sie lediglich H.264 unterstützen und SIP-kompatibel sein. Sollen mehrere Stationen miteinander verbunden werden, ist ein Videobridging erforderlich. Allerdings braucht der Anwender hierzu keine eigene Hardware, sondern kann dies als Cloud-Service auf Monatsbasis bei InFocus buchen. Auf diese Weise können in eine Konferenzschaltung bis zu zwölf Systeme eingebunden werden.

Collaboration: Gemeinsam können in einer Videoschaltung Dokumente besprochen werden.
Collaboration: Gemeinsam können in einer Videoschaltung Dokumente besprochen werden.
Foto: InFocus

Die vielleicht größte Überraschung des Mondopad ist die verbaute Technik. So setzt InFocus klassische PC-Technik in Verbindung mit einer Intel i5-CPU ein. Die gut durchdachte und für die Touch-Bedienung optimierte Benutzeroberfläche ist zwar eine Eigenentwicklung, doch darunter verbirgt sich ein guter Bekannter: Windows 7. Was der eine oder andere auf den ersten Blick als Nachteil empfinden mag, hat für Manager Yu durchaus einen Vorteil: "Auf diese Weise können wir das System mit überschaubaren Aufwand an spezifische Kundenwünsche anpassen." Darüber hinaus eröffnet das Windows-Fundament den Anwendern die Möglichkeit, klassische Office- und Enterprise-Anwendungen zu benutzen. Mit Blick auf die Stabilität des Systems rät Yu aber davon ab, das Mondopad wie einen normalen PC zu nutzen.

Mobile Mitarbeiter können ebenfalls in Konferenzen eingebunden werden.
Mobile Mitarbeiter können ebenfalls in Konferenzen eingebunden werden.
Foto: InFocus

Unter dem Strich kann das Mondopad klassischen TelePresence-Systemen nicht das Wasser reichen. Dennoch sollten sich Entscheider vor einem Invest das System einmal live anschauen. Je nach Einsatzszenario ist das Mondopad eventuell sogar die bessere Alternative. Zumal Preise von 5.999 Euro beziehungsweise von knapp unter 10.000 Euro plus MwSt. für die gebotene Leistung durchaus attraktiv sind.

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