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19.06.2008

INTERVIEW/E-Plus will Angebot für einzelne Zielgruppen ausbauen

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Düsseldorfer E-Plus-Gruppe will ihre speziellen Angebote für unterschiedliche Kundensegmente weiter ausbauen. "Der erste Schritt ist getan, jetzt geht es um den Ausbau im Detail", sagte der Chief Sales Officer des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters, Jörg Ehmer, am Rande der Handelsblatt Jahrestagung "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Düsseldorfer E-Plus-Gruppe will ihre speziellen Angebote für unterschiedliche Kundensegmente weiter ausbauen. "Der erste Schritt ist getan, jetzt geht es um den Ausbau im Detail", sagte der Chief Sales Officer des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters, Jörg Ehmer, am Rande der Handelsblatt Jahrestagung "Telekommarkt Europa" in Düsseldorf im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

So gebe es mittlerweile neben Marken für ethnische Gruppen wie die türkische Marke AY YILDIZ zum Beispiel ein Angebot speziell für Homosexuelle. Für diese Ansprache von bestimmten Zielgruppen setze E-Plus zum Teil auf die Zusammenarbeit mit Partnern. So gibt es in Kooperation mit dem 1. FC Nürnberg ein Mobilfunkangebot mit Inhalten speziell für die Fans des Fussballvereins.

Wichtig sei auch das Thema Werbung - und zwar für die gesamte Branche. Es gehe weit über gegenwärtige Planspiele für die direkte Ansprache von Nutzern hinaus. Angesichts von Sättigung und Umsatzrückgängen im gesamten Mobilfunkmarkt durch den Preisverfall seien neue Geschäftsmodelle nötig. Es gehe nun darum, "das Wissen der Netzbetreiber über die Nutzer zu sammeln und mit ihrem Einverständnis zu vermarkten - und zwar so, dass auch sie einen Nutzen davon haben", sagte Ehmer.

Mit dem Wissen über die Kunden und ihr Verhalten sei zum Beispiel gezielte Werbung je nach Interessen möglich. Hierfür müssten neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, die nicht mehr auf den Konsumenten, sondern auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen gerichtet seien.

Neben Kooperationen mit Unternehmen wie Medion oder Air Berlin, bei denen beim Endkunden für klassische Mobilfunkprodukte geworben wird, rückten nun mittelfristig Geschäftspartnerschaften in den Fokus. "Beim Endkunden wird dann nicht mehr für das Mobilfunkprodukt geworben, sondern er wird gezielt mit Inhalten und Marketingbotschaften der Partnerunternehmen versorgt", sagte Ehmer.

Die Partner wiederum erhielten die nötigen Informationen über Interessen und Nutzerverhalten vom Mobilfunkanbieter. Dafür müsse beim Kunden Vertrauen aufgebaut werden. "Das ist kein kurzfristiger Prozess, und der Kunde muss sich bewusst und aktiv dafür entscheiden, dass seine Daten genutzt werden", sagte Ehmer. Noch sei die Spannbreite der Haltungen von Kunden zu solchen Modellen groß - sie reiche von kategorischer Ablehnung bis zu Zustimmung.

Dabei wachse der Anteil der Befürworter: Nach Einschätzung von E-Plus sind mittlerweile mehr als 50% der Kunden bereit, einer personalisierten Werbung zuzustimmen, wenn es sich für sie rechnet und sie davon einen Vorteil haben. Um Kontakt zu den Kunden auszubauen und dabei auch das nötige Vertrauen für derartige Modelle zu entwickeln, setze E-Plus verstärkt auf eigene Vertriebskanäle.

"Mittlerweile sind wir in Deutschland in allen 1a-Lagen mit eigenen Shops vertreten", sagte Ehmer. Bis Ende des Jahres wolle das Unternehmen in Deutschland 700 bis 750 eigene Shops betreiben.

Das eigene Netz will E-Plus weiterhin nur so ausbauen, wie es der Bedarf an den steigenden Datenverkehr erfordert, sich aber nicht im vornherein für die erwartete Zunahme zum Beispiel durch die stärkere Nutzung des mobilen Internets rüsten. "So können wir das UMTS-Netz derzeit zu einem Fünftel der Kosten ausbauen, die beim Ausbau zum Zeitpunkt der Lizenzvergabe anfallen wären", sagte Ehmer. Günstig wirke auch der Einbau der modernen Technik aus: Ihr Stromverbrauch habe sich mittlerweile halbiert.

Bei Thema mobiles Fernsehen sieht Ehmer sein Unternehmen "nicht als Treiber". Es sei schwierig, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die zusätzliche Investitionen in den Übertragungsstandard DVB-H rechtfertigten. Die Qualität der bisherigen DVB-T-Angebote sei bereits sehr gut. Auch der Bereich des mobilen "Instant Messaging", also der Nutzung von Chat-Diensten wie ICQ auf dem Handy, misst Ehmer zumindest kurzfristig keine entscheidende strategische Bedeutung bei.

Den Einfluss der stark steigenden Energiepreise auf das Mobilfunkgeschäft beurteilt Ehmer kritisch. Der denkbare Vorteil, dass aufgrund steigender Reisekosten möglicherweise mehr auf Distanz kommuniziert werden, werde mehr als aufgewogen davon, dass die hohen Preise zum Beispiel für Benzin die Konsumstimmung belasteten. Der erhöhte Spardruck auf die Verbraucher sei dann auch für die Mobilfunkbranche nicht gut.

Webseite: http://www.eplus-gruppe.de - Von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/jhe

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