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10.12.2008

INTERVIEW/Infineon wird eventuell Kapital aufnehmen - Fondsmanager

Von Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

Von Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon wird wahrscheinlich in der Zukunft eine Kapitalerhöhung durchführen müssen. Diese Erwartung haben Investoren, sagte Portfoliomanager Gunther Kramert Dow Jones Newswires am Mittwoch. Die Infineon Technologies AG, Neubiberg, habe für die Zukunft ein intaktes Geschäftsmodell. Die Investoren schauten allerdings stärker auf die Finanzstruktur als auf die Fähigkeit des Konzerns, die Margen zu steigern oder das operative Geschäft zu entwickeln, sagte Kramert von der Frankfurter Union Asset Management Holding AG weiter.

Die wirtschaftliche Schwäche, vor allem im Automotive- sowie im Kommunikationssektor, komme für Infineon zu einer Unzeit und habe das Kerngeschäft deutlich getroffen. Möglicherweise werde es irgendwann eine Kapitalerhöhung geben, sagte Kramert. Doch derzeit sei unklar, wie verwässernd sich diese auswirken werde.

Der Kurs der Infineon-Aktie ist im Jahresverlauf bereits um 90% gesunken. Das Papier ist die erste Aktie im DAX, die unter die Marke von 1 EUR gerutscht ist.

Kramert zufolge beliefen sich die Nettoverbindlichkeiten von Infineon am 30. September auf 366 Mio EUR. 2010 müsse das Unternehmen zwei Bonds im Gesamtwert von 800 Mio EUR refinanzieren.

Entscheidungen, die sich möglicherweise negativ für die Aktionäre auswirken würden, dürften in den kommenden 12 bis 15 Monaten getroffen werden. Das Unternehmen prüfe aber auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten, so Kramert.

Zum Thema Finanzierung verwies ein Sprecher von Infineon am Mittwoch auf Aussagen von CFO Marco Schröter. Eine Kapitalerhöhung könne nicht ausgeschlossen werden, hatte der Manager in der vergangenen Woche gesagt. Entsprechende Pläne gebe es derzeit aber nicht.

Kramert führte im Gespräch mit Dow Jones Newswires an, dass Qimonda ein finanzielles Risiko für Infineon sei. Dies gelte für den Fall, dass der Speicherchiphersteller keinen Investor oder strategischen Partner finde und Insolvenz anmelden müsste. Infineon hält 77,5% an Qimonda.

Es gebe keine zuverlässigen Schätzungen für die finanzielle Belastung für Infineon aufgrund einer Insolvenz von Qimonda, sagte Kramert. Er rechne aber mit möglichen Verpflichtungen von rund 100 Mio EUR.

Infineon hatte in der vergangenen Woche vor zusätzlichen Belastungen gewarnt, die ihr aus einem etwaigen finanziellen Engpass bei der Sparte entstehen könnten. Für den Fall, dass Qimonda seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, könnte Infineon "bestimmten erheblichen Verbindlichkeiten" des Qimonda-Geschäfts ausgesetzt sein.

Anders als für Qimonda rechne er für Infineon zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit einer möglichen Insolvenz, sagte Kramert. Die Risiko liege derzeit unter 50%, in absehbarer Zukunft sei ein solches Szenario nicht zu erwarten.

Webseite: http://www.infineon.com -Von Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, +49 (0)69-29725 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/bam/cbr

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