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03.11.2009

INTERVIEW/Pfeiffer Vacuum stellt sich auf hartes Jahr 2010 ein

MÜNCHEN (Dow Jones)--Pfeiffer Vacuum stellt sich nach dem Auslaufen eines Großauftrags aus der Solarindustrie auf härtere Zeiten ein. "Nächstes Jahr wird die Basis, auf der wir aufbauen, niedriger sein als in diesem Jahr", sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Bender am Dienstag im Interview mit Dow Jones Newswires.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Pfeiffer Vacuum stellt sich nach dem Auslaufen eines Großauftrags aus der Solarindustrie auf härtere Zeiten ein. "Nächstes Jahr wird die Basis, auf der wir aufbauen, niedriger sein als in diesem Jahr", sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Bender am Dienstag im Interview mit Dow Jones Newswires.

Der Produzent von Komponenten zur Erzeugung, Messung und Analyse von Vakuen hat im laufenden Jahr bisher von einem Millionenauftrag aus der Solarbranche profitiert, der aber nahezu abgearbeitet ist und im kommenden Jahr fehlen wird.

Derzeit sei die Solarbranche mit Bestellungen zurückhaltend; einen Folgeauftrag für die Dünnschichttechnologie hat die Pfeiffer Vacuum Technology AG daher noch nicht erhalten. Für einen Folgeauftrag der Q-Cells-Tochter Solibro sieht Vorstandsvorsitzender Bender immerhin noch eine "mittlere Wahrscheinlichkeit".

Pfeiffer Vacuum hat mit Q-Cells eine Exklusivitätsvereinbarung für die Dünnschichttechnologie geschlossen. Sofern Q-Cells darin wieder investiert, käme der Auftrag dem TecDAX-Konzerns aus dem hessischen Asslar zugute. Doch bislang gibt es dafür keine Anzeichen.

Bleibt ein Folgeauftrag aus, muss es das Kerngeschäft mit Pumpen, Komponenten und Service richten. In den ersten neun Monaten 2009 war hier "die Umsatzentwicklung nicht zufriedenstellend", wie es im Quartalsbericht heißt. Aufwärts werde es im Kerngeschäft nur dann gehen, wenn auch die Gesamtwirtschaft wieder anziehe, erläuterte der Vorstandsvorsitzende.

Für das kommende Jahr ist Bender wenig euphorisch: "2010 wäre ein Umsatz unter dem Niveau von 2008 denkbar, wenn aus dem Kerngeschäft nur ein geringes oder gar kein Wachstum kommt. Aber das erwarte ich nicht", sagte er im Interview.

Nach einem auftragsschwachen August hat Pfeiffer Vacuum einen stärkeren September verzeichnet. "Wir sehen ein Anziehen der Aufträge, in weiten Teilen unseres Unternehmens wird wieder in drei Schichten produziert", sagte der Manager und bekräftigte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr: "Bei unserer Umsatzprognose von minus 10% bis minus 15% sind beide Ränder des Spektrums gleich wahrscheinlich, es ist nicht wahrscheinlicher, dass wir bei minus 15% liegen werden."

Im dritten Quartal war der Auftragseingang mit 37,3 Mio EUR auf nahezu die Hälfte des Vorjahres zurückgegangen. Auch hier machte sich das Fehlen des Großauftrags aus der Solarindustrie bemerkbar. Pfeiffer Vacuum sei nach beim Auftragseingang wieder auf einem normalen Niveau angekommen, erklärte das Unternehmen.

Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die so genannte Book-to-Bill-Ratio, ist zum 30. September auf 0,85 gesunken - im Vorjahr lag sie zu diesem Zeitpunkt bei 1,29. "Ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr bei der Book-to-Bill-Ratio wieder über 1 liegen werden", sagte Bender.

Mit Blick auf das Ergebnis rechnet der Manager damit, dass der "Gewinn in diesem Jahr etwas niedriger ausfallen wird als im vergangenen Jahr". Ob dies auch Auswirkungen auf die Dividende haben wird, mochte er noch nicht sagen. Für 2008 hatten die Anteilseigner 3,35 EUR Dividende je Aktie bekommen.

Aufträge aus der Solarbranche werden aus Sicht von Bender nicht dauerhaft ausfallen, nachdem sie im laufenden Jahr immerhin 20% bis 22% zum Umsatz beitrugen: "Ich rechne nicht damit, dass die Solarindustrie dauerhaft schwächeln wird. Ich bin zuversichtlich, dass für uns das Thema Solarindustrie auch nach der Abarbeitung des Großauftrags nicht beendet ist", sagte er. Mittelfristig werde es mit einem Großauftrag oder mit kleineren Pumpenaufträgen weitergehen.

Webseite: www.pfeiffer-vacuum.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 - 5521 4030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/rio Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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