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30.09.2014 - 

Betriebssystem-Update

iOS 8 – Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Geschäftsführer im Bereich Mobility bei Accenture
Immer mehr Arbeitnehmer nutzen auch im Job mobile Geräte. IT-Administratoren müssen Updates für mobile Betriebssysteme daher mehr Beachtung schenken als bisher. Wir werfen einen Blick auf Apple iOS 8, das vor Kurzem auf den Markt kam.
Das neue Betriebssystem-Update iOS 8 bringt zahlreiche, auch für Unternehmen wichtige Funktionen.
Das neue Betriebssystem-Update iOS 8 bringt zahlreiche, auch für Unternehmen wichtige Funktionen.
Foto: Apple

Nur einige Monate nach dem letzten Update führt Apple mit iOS 8 eine ganze Reihe neuer Funktionen ein. Die Art und Weise, wie Verbraucher und Unternehmen iOS-Geräte nutzen, wird sich dadurch spürbar ändern. Erste Praxiserfahrungen zeigen, dass der Schritt von iOS 7 zu iOS 8 für Entwickler und Unternehmen größer ist als bei allen bisherigen Updates für Apples Betriebssystem. Um so viel wie möglich von den Änderungen zu profitieren, brauchen Unternehmen eine konkrete Strategie.

Weitreichende Neuerungen

Das Update auf iOS 7 machte sich vor allem durch ein neues Design und eine geänderte Nutzerführung des Betriebssystems bemerkbar. Der Wechsel zu iOS 8 betrifft den Endnutzer weniger direkt, bringt aber trotzdem wesentlich weitreichendere Neuerungen mit sich. Unternehmen sollten vor allem die folgenden Punkte beachten:

  • Offenheit: Das Update enthält über 4000 neue Schnittstellen, die die Funktionsweise von Apps verändern und erweitern - mit möglicherweise weitreichenden Auswirkungen für ganze Wirtschaftszweige.

  • Sicherheit: Viele neue Funktionen sorgen dafür, dass iOS 8 stärker als bisher den Anforderungen von Unternehmen genügt. Die neue Programmiersprache Swift wird die Entwicklung von Desktop- und Mobil-Apps erheblich vereinfachen.

  • Umsetzung: Um das Meiste aus iOS 8 herauszuholen, müssen Unternehmen sowohl ihre existierenden Apps als auch die Prozesse bei der Entwicklung neuer Anwendungen überarbeiten.

Ein offenes Ökosystem

Mit der Einführung von iOS 8 ändert Apple den Umgang mit seinem mobilen Betriebssystem grundlegend. Für Entwickler werden so neue Möglichkeiten geschaffen, die die Weiterentwicklung von Apps spürbar erleichtern werden.

So führt Apple mit iOS 8 zum Beispiel mehrere Produktivitätsverbesserungen ein, darunter eine Schnittstelle zum einfacheren Arbeiten mit mehreren Displays. Die Ermittlung von Standortdaten in Innenräumen arbeitet nun präziser. Unternehmen können Kunden, etwa in einem Ladengeschäft, so gezielter mit Werbung versorgen. Handoff soll als Teil der neuen Kontinuitäts-Funktionen das gleichzeitige Arbeiten mit mehreren Apple-Geräten verbessern, die Extensions genannten App-Erweiterungen optimieren die Integration verschiedener Programme. Das Update führt außerdem interaktive Mitteilungen ein, mit der Entwickler ihre Nutzer besser als bisher auf dem Laufenden halten können, wenn diese die App gerade nicht aktiv nutzen.

Die meisten dieser Neuerungen stellen kleine, aber wesentliche Verbesserungen dar. Zwei neue Features zeigen zudem, dass iOS künftig auch jenseits mobiler Geräte eine Rolle spielen könnte:

  • Mit Homekit entsteht ein Framework für Schnittstellen zur Förderung der Vernetzung von Heimelektronik.

  • Healthkit ist ein Framework für Schnittstellen zum leichteren Austausch von Gesundheits- und Fitnessdaten.

Sollte es Apple gelingen, mit diesen Features neue Geschäftsfelder zu kreieren, könnten Healthkit und Homekit für Wirtschaftszweige wie den Gesundheitsmarkt, Wearables und den Smart-Home-Bereich noch sehr wichtig werden.

Bereit für den Einsatz in Unternehmen

Für Unternehmen, die Apps für die Kommunikation mit Kunden oder Mitarbeitern nutzen, führt iOS 8 eine Reihe nützlicher Neuerungen ein.

Neue Tools zur Verwaltung von Mobilgeräten (Mobile Device Management, MDM) erlauben es Administratoren, iCloud-Backups zu kontrollieren und das Löschen von Diensten oder das Einrichten von Beschränkungen durch den Nutzer zu unterbinden. Der Umgang von Unternehmen mit MDM wird sich dadurch grundlegend verändern, hin zu einem selbstverständlichen und weit verbreiteten Umgang mit solchen Technologien.

Die Authentifizierung über Apples Fingerabdruck-Technologie Touch ID erlaubt es Administratoren, neue Stufen von Sicherheit auf App-Ebene einzurichten. Außerdem haben sie mit iOS 8 die Möglichkeit, sensible Daten innerhalb einer Anwendung per Passwort zu schützen. So lässt sich künftig eine größere Bandbreite an Unternehmens-Apps realisieren, während gleichzeitig die Entwicklungskosten sinken. Das zusätzliche Set von Passwörtern wird allerdings auch eine neue Herausforderung für Administratoren darstellen.

Die neue Programmiersprache Swift ist leichter zu benutzen als die Alternative Objective-C. Die Entwicklung von Apps wird dadurch schneller und günstiger, was das Betriebssystem insgesamt attraktiver für Entwickler macht.

Mit der Integration von TestFlight können Entwickler Beta-Versionen von Apps nun leichter als via Cloud von ihren Mitarbeitern testen lassen.

VPN-Verbindungen (Virtual Private Network) sind mit iOS 8 besser nutzbar als bisher. Bei alten iOS-Versionen leert sich der Akku des Geräts durch eine aktive VPN-Verbindung spürbar schneller. iOS 8 arbeitet beim Betrieb solcher Verbindungen effizienter und ermöglicht so eine durchgängige VPN-Verbindung ohne sinkende Lebensdauer der Batterie.

Insgesamt wird es durch diese Änderungen leichter, Apps für iOS zu entwickeln, das Betriebssystem abzusichern und es für die Arbeit in Unternehmen zu nutzen.

Das Maximum aus iOS 8 herausholen

Der Start von iOS 8 bietet zahlreiche neue Möglichkeiten bei der Entwicklung und Pflege von Apps. Firmen, die sich mit den Neuerungen des Systems noch nicht beschäftigt haben, sollten jetzt das jetzt tun. Die folgenden sechs Schritte können dabei als Orientierung dienen:

  1. Am Anfang steht ein genauer Blick auf die neuen Features von iOS 8: Welche davon könnten Entwicklern, Mitarbeitern und Kunden Arbeit und Leben besonders erleichtern?

  2. Entwicklerteams müssen im Umgang mit den neuen Funktionen und Programmiersprachen geschult werden. Alternativ können Unternehmen einen Dienstleister beauftragen, der die nötigen Fähigkeiten bereits hat.

  3. Entwicklungsprozesse brauchen eine Planungs- und Design-Phase, um neue Funktionen möglichst effektiv zu nutzen und Fehler zu beseitigen, die bei Tests gefunden werden.

  4. Der Programmcode und die Funktionen bestehender Apps können Probleme mit iOS 8 verursachen. Abhilfe schafft ein sogenannter Regressionstest: Er zeigt, ob die Apps nach dem Update noch auf allen relevanten Geräten funktionieren. Firmen und andere Organisationen, die spezielle Software zur Verwaltung von Mobilgeräten (MDM) einsetzen, sollten zum Beispiel überprüfen, ob ihre Lösung mit den neuen MDM-Features von iOS 8 kompatibel ist.

  5. Beim Entwickeln und Testen neuer Apps sollten Kunden und Mitarbeiter so früh wie möglich mit einbezogen werden. So wird sichergestellt, dass sich die neuen Funktionen auch gut nutzen lassen.

  6. Nach der Veröffentlichung neuer App-Versionen sollte das Update öffentlich kommuniziert werden, damit Kunden und Mitarbeiter so früh wie möglich davon profitieren. (mb)

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