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07.06.2010

Kernreaktor von Siemens/Areva verzögert sich um weitere 6 Monate

PARIS (Dow Jones)--Das Lieferantenkonsortium aus Siemens und der französischen Areva hat für ihr Prestigeprojekt, den Bau des Kernreaktors "Olkiluoto 3" in Finnland, eine weitere Verzögerung von bis zu sechs Monaten in Aussicht gestellt. Der französische Staatskonzern kündigte am Montag an, das Kernkraftwerk werde Ende 2012 seinen Betrieb aufnehmen können.

PARIS (Dow Jones)--Das Lieferantenkonsortium aus Siemens und der französischen Areva hat für ihr Prestigeprojekt, den Bau des Kernreaktors "Olkiluoto 3" in Finnland, eine weitere Verzögerung von bis zu sechs Monaten in Aussicht gestellt. Der französische Staatskonzern kündigte am Montag an, das Kernkraftwerk werde Ende 2012 seinen Betrieb aufnehmen können.

Ursprünglich war die Inbetriebnahme für Ende April 2009 geplant gewesen. Nach Verschiebungen hatte Siemens zuletzt jedoch mitgeteilt, auch die bis dahin angekündigte Verzögerung von 38 Monaten sei nicht mehr ausreichend. Areva und Siemens bauen das Kraftwerk für den finnischen Stromversorger Teollisuuden Voima Oyi (TVO).

Ende April hatte Siemens mitgeteilt, aufgrund "diverser Unsicherheiten" sei das Lieferantenkonsortium nicht zu einer aktuellen Einschätzung in der Lage, wann der Druckwasserreaktor fertig gestellt werden kann. Der nun genannte Termin von Ende 2012 bedeutet eine Verschiebung von 6 Monaten zu der zuletzt genannten 38 Monate Verspätung.

"Olkiluoto 3" in Finnland war als Vorzeigeprojekt der Atomindustrie geplant, ist aber längst zum Problemfall für Siemens und Areva geworden. Beide Unternehmen lassen zudem derzeit von einem Schiedsgericht beurteilen, ob Siemens das gemeinsame Joint-Venture verlassen und stattdessen mit der russischen Rosatom zusammenarbeiten darf. Bei "Olkiluoto 3" arbeiten Areva und Siemens allerdings noch zusammen, auf Siemens entfällt gut ein Viertel des Vertragspreises.

Wegen der Verzögerung streiten sich Areva und Siemens seit mehr als anderthalb Jahren gerichtlich mit TVO. Im Dezember 2008 erhob das Lieferantenkonsortium Schiedsklage gegen die Finnen und forderte darin eine längere Bauzeit und rund 1 Mrd EUR Nachträge und Schadenersatz. Die Finnen erwiderten die Klage, lehnte die längere Bauzeit ab und forderten ihrerseits 1,4 Mrd EUR Schadenersatz. Diese Forderung basierte allerdings noch auf einer erwarteten Verzögerung von 38 Monaten. Mit der nun angekündigten Ausweitung der Verzögerung könnte es für Siemens und Areva noch teurer werden, wenn sich TVO im Streit um das Prestigeobjekt durchsetzen sollte.

Im Streit mit Areva hat Siemens mittlerweile die Hilfe der EU-Kommission gesucht. Sie soll klären, ob der Joint-Venture-Vertrag der zerstrittenen Partner gegen EU-Recht verstößt. Siemens und Areva haben darin ein achtjähriges Wettbewerbsverbot vereinbart, das im Falle des Ausstiegs eines Partners greift.

Siemens setzt darauf, dass die EU-Kommission die Sperrzeit verkürzt. "Denkbar wäre eine Minderung auf fünf Jahre, von der Ankündigung des Ausstiegs 2009 bis 2014, es könnte aber auch kürzer werden", hatte eine mit der Angelegenheit vertraute Person Anfang Juni zu Dow Jones Newswires gesagt.

-Von Elena Berton und Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/mak/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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