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09.10.2012

MÄRKTE EUROPA/Auto- und Rohstoffwerte koppeln sich von Schwäche ab

Von Herbert Rude

Von Herbert Rude

FRANKFURT--An Europas Börsen setzt sich der Abschwung der Kurse fort. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft gesenkt und vor der Gefahr einer erneuten weltweiten Rezession gewarnt. Außerdem sind die Anleger vorsichtig, weil Alcoa am Abend den Reigen der Unternehmensberichte zum dritten Quartal eröffnet. Dabei wird der Ausblick des Aluminiumproduzenten so wichtig werden wie die Geschäftszahlen selbst. Der Geschäftsbericht von Alcoa hat in der Vergangenheit häufig eine recht gute Indikation für den Gesamtverlauf der Berichtssaison geliefert.

Der DAX verliert am Mittag 0,4 Prozent auf 7.264 Punkte, und der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,1 Prozent auf 2.494 Punkte nach. Noch stärkere Verluste werden vor allem von den Rohstoff-Werten verhindert. Deren Branchen-Index im europäischen Stoxx-Bereich gewinnt 1,2 Prozent. Händler verweisen auf den deutlichen Anstieg der Eisenerzpreise, angetrieben von Aussagen aus China, nach denen das Land stärker in Eisenerzproduzenten investieren will. Die Aktien von Rio Tinto gewinnen gut 2 Prozent und die von Anglo American 1,9 Prozent. Arcelor Mittal steigen um 2,3 Prozent.

Auch die Autotitel können sich zunehmend von der Schwäche des Gesamtmarkts abkoppeln. Die Branche profitiert von starken Absatzzahlen von BMW. Die BMW-Gruppe setzte im September weltweit rund 178.000 Autos ab, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat eine Zunahme um 11,6 Prozent. "Das ist schon ein deutlich stärkeres Plus als in den Vormonaten", sagt Auto-Analyst Jürgen Pieper von Metzler. Die Aktien von BMW steigen um 0,3 Prozent, VW-Vorzüge ziehen sogar um 1,1 Prozent an.

IWF sieht Aussichten düsterer

Auf der anderen Seite verlieren Maschinenbau-Titel, Versorger und Telekom-Aktien etwa ein halbes Prozent, nachdem der IWF seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft erneut gesenkt hat. Im seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick prognostiziert der IWF für 2012 und 2013 nur noch Wachstumsraten von 3,3 und 3,6 Prozent. Das sind 0,2 und 0,3 Prozentpunkte weniger als noch im Juli.

Ursache sei die Wachstumsschwäche der Industrieländer, die unter der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen und ihren immer noch angeschlagenen Bankensystemen litten. Die Senkung des IWF kommt zwar nicht unerwartet, - erst am Wochenende hatte die Weltbank die Wachstumsprognosen gesenkt - sie unterstreicht aber die weiterhin hohen Risiken für die Kapitalmärkte.

Der Euro notiert mit 1,2940 Dollar deutlich unter der Marke von 1,30 Dollar. Das Treffen der Eurogruppe in Luxemburg hat bislang keine neuen Erkenntnisse gebracht. Lediglich die nächsten Hilfstranchen für Portugal wurden bewilligt. Eine Entscheidung über neue Hilfen für Griechenland ist noch nicht gefallen. Der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Athen spricht aber dafür, dass die Politik bemüht ist, das Land in der Eurozone zu behalten.

In der zweiten Reihe des deutschen Aktienmarkts profitieren die Papiere von ElringKlinger mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 22,27 Euro von einer positiven Analyse durch HSBC. Die Bank empfiehlt den Titel nun zum "Übergewichten". Die Aktien von Leoni hat die Bank dagegen auf "Neutral" herabgestuft, der Kurs fällt um 3,8 Prozent.

Douglas-Papiere können sich nach ersten Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr knapp behaupten. Mit 3,44 Milliarden Euro seien die Erwartungen an den Umsatz im Geschäftsjahr 2011/12 genau getroffen worden. "Bei Douglas stehen solche Zahlen aber nicht mehr so im Fokus, man schaut auf das Weihnachtsgeschäft und wie es bei der Buchtochter Thalia weiter geht", so ein Händler.

=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.491,69 -0,18% Stoxx-50 2.543,32 -0,06% DAX 7.258,91 -0,44% FTSE 5.828,13 -0,23% CAC 3.411,55 +0,15% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 141,21 -12 DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 7.50 Uhr Mo, 17.54 Uhr EUR/USD 1,2933 -0,41% 1,2987 1,2972 EUR/JPY 101,2311 -0,55% 101,7927 101,3613 EUR/CHF 1,2110 -0,15% 1,2128 1,2105 USD/JPY 78,2850 -0,11% 78,3730 78,1345 GBP/USD 1,6018 -0,16% 1,6044 1,6026 ===

Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com

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