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05.06.2012

MÄRKTE EUROPA/Spaniens Kassenwart macht Erholung zunichte

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Hoffnung auf ein Eingreifen der Kavallerie aus Politik und Notenbanken zur Eindämmung der Banken- und Staatsschuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet hat die europäischen Aktienmärkte freundlich in den Dienstag starten lassen. Bis zum Mittag drehen die Indizes aber wieder teils deutlich ins Minus. Als Spaßbremse erweist sich Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro, der im Radio das Land als zu groß für eine Rettungsaktion bezeichnete.

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Hoffnung auf ein Eingreifen der Kavallerie aus Politik und Notenbanken zur Eindämmung der Banken- und Staatsschuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet hat die europäischen Aktienmärkte freundlich in den Dienstag starten lassen. Bis zum Mittag drehen die Indizes aber wieder teils deutlich ins Minus. Als Spaßbremse erweist sich Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro, der im Radio das Land als zu groß für eine Rettungsaktion bezeichnete.

Der Euro-Stoxx-50 sinkt gegen Mittag um 0,2 Prozent auf 2.075 Punkte. Für den DAX geht es um 0,9 Prozent auf 5.927 Punkte nach unten. Auch der Euro kommt nach den Äußerungen des Spaniers zum Greenback deutlich unter Druck und fällt auf 1,2430 Dollar von 1,2544 Dollar im Tageshoch zurück. Die als sicherer Hafen geltenden Bund-Futures wechseln nach Verlusten im frühen Geschäft das Vorzeichen, der Kontrakt mit Fälligkeit im Juni steigt um 41 Ticks auf 146,25Prozent.

"Banking Union" könnte Risikoappetit zurückbringen

Dessen ungeachtet ruhen die Hoffnungen der Börsianer auf einer wohl für 13.30 Uhr MESZ angesetzten Telefonkonferenz der Finanzminister und Währungshüter aus den sieben führenden Industrienationen (G7). Als wichtigste Aufgabe für Politik und Notenbanken gilt es dabei, einen Ansturm der Kunden auf die Banken nach einem möglichen Austritt Griechenlands aus dem Gemeinsamen Währungsgebiet zu verhindern.

"Die zuerst vom Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagene 'Banking Union', also ein einheitlicher Ansatz zur Rekapitalisierung von Kreditinstituten gepaart mit einer europäisch garantierten Einlagensicherung, hat das Potenzial, den Risikoappetit zurückzubringen", sagt ein Händler. Zwar sei ein solches Projekt nicht kurzfristig zu realisieren, allerdings könne schon die Aussicht darauf zur Eindämmung eines drohenden Flächenbrands beitragen. "Es tut sich etwas und selbst Angela Merkel ist in Sachen 'Banking Union' wie erwartet über Nacht schon etwas weicher geworden."

EZB könnte nächsten Langfristtender starten

Darüber hinaus spekulieren die Marktteilnehmer zunehmend auf weitere außergewöhnliche geldpolitisch Maßnahmen der EZB. So erwarten die Volkswirte von Barclays bereits für die mittwöchliche Sitzung der Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi den dritten Dreijahrestender. Bislang hat die Notenbank über zwei dieser langfristigen Refinanzierungsgeschäfte rund eine Billion Euro unter die Geschäftsbanken im Gemeinsamen Währungsgebiet gebracht und damit das Finanzsystem zumindest kurzfristig stabilisiert. Auch dürfte die Federal Reserve angesichts des jüngsten Schwächeanfalls der US-Wirtschaft nicht untätig bleiben und neue Maßnahmen zur Stimulierung der größten Volkswirtschaft der Welt ergreifen.

Als wahrscheinlichste Variante gilt Ökonomen dabei eine Verlängerung der "Operation Twist". In deren Rahmen tauscht die US-Notenbanken Anleihen mit kurzen Laufzeiten aus ihrem Bestand in Schuldtitel mit langen Laufzeiten um. Das soll die Zinsen am langen Ende niedrig halten und die Konjunktur anschieben. Die "Operation Twist" hat ein Volumen von 400 Milliarden Dollar und läuft Ende Juni aus. Alternativ könnte die US-Notenbank weitere Anleihen für ihr Portfolio erwerben, diese Käufe anschließend etwa durch eine Anhebung der Mindestreserveanforderungn sterilisieren. Eine abermalige unsterilisierte Ausweitung der Bilanz gilt als nicht durchsetzbar.

Zykliker und Banken gesucht

Keine Akzente setzt der Auftragseingang der deutschen Industrie im April. Zwar hat die Banken- und Staatsschuldenkrise im Euroraum unerwartet starke Bremsspuren beim Orderaufkommen hinterlassen, das binnen Monatsfrist um 1,9 Prozent zurückging. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 1,0 Prozent erwartet. Allerdings revidierte das Bundeswirtschaftsministerium gleichzeitig die Zunahme im März deutlich nach oben. Der spürbare Rückgang im April sei auch als Rückprall nach dem kräftigen, durch Sonderfaktoren überzeichneten Zuwachs im Vormonat zu werten, ließen die Ministerialen verlauten.

Am Nachmittag steht aus den USA dann der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe auf der Agenda. Hier lautet der Volkswirtekonsens für Mai auf 53,0 nach 53,5 Punkten im April. Allerdings sind auch am Dienstag die Volumina an den europäischen Aktienmärkten dünn, denn die Leitbörse in London bleibt wegen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Thronjubiläum von Elizabeth II. den zweiten Tag in Folge geschlossen.

Wie nicht anders zu erwarten sind angesichts der Hoffnungen auf Politik und Notenbanken am Vormittag vor allem Finanzwerte und konjunktursensitive Aktien gesucht. Bankentitel verteuern sich im europäischen Schnitt um 0,4 Prozent. Dabei geht es für BNP Paribas um 1,5 Prozent auf 27,18 Euro nach oben, Santander ziehen um 0,6 Prozent auf 4,56 Euro an. Der Index der Grundstoffwerte rückt um 0,4 Prozent vor, für Technologieaktien geht es im Schnitt um 0,3 Prozent nach oben.

Lufthansa leiden unter einer veritablen Gewinnwarnung des australischen Wettbewerbers Qantas und geben um 2,1 Prozent auf 8,03 Euro nach. France Telecom verbilligen sich um 0,2 Prozent auf 10,25 Euro. Der Telekommunikationsdienstleister will wegen des harten Wettbewerbs im kommenden Jahr die Dividende senken.

=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.075,92 -0,15% Stoxx-50 2.216,96 +0,16% DAX 5.928,10 -0,84% FTSE Feiertag CAC 2.969,24 +0,50% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 146,27% +43 DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.25 Uhr Mo, 17.55 Uhr EUR/USD 1,2428 -0,68% 1,2514 1,2497 EUR/JPY 97,2631 -0,94% 98,1848 97,7900 EUR/CHF 1,2013 0,02% 1,2011 1,2007 USD/JPY 78,2610 -0,26% 78,4630 78,2550 GBP/USD 1,5350 -0,29% 1,5395 1,5382 === DJG/jej/flf

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