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14.07.2006

Merck setzt auf OLEDs

Organische Leuchtdioden, kurz OLEDs, gelten nicht nur als LCD-Nachfolger, sondern sollen schon sehr bald die Beleuchtungstechnik revolutionieren. Merck aus Darmstadt und Konica Minolta aus Japan wollen jeweils die ersten Anbieter sein.

Von Klaus Hauptfleisch

Der deutsche Chemiekonzern Merck liefert sich mit Konica Minolta ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Markteinführung von OLED-Lampen.

Organische Leuchtdioden, kurz OLEDs, werden bisher fast nur als kleine Displays für Handys und Digitalkameras eingesetzt. Samsung und Epson haben auch schon große OLED-Fernseher mit einer Farbbrillanz gezeigt, die jene von LCDs übertrifft, aber bis zur Massenproduktion werden wohl noch Jahre vergehen.

Ein Einsatzzweck, den Merck und Konica Minolta schon um die Jahreswende 2006/2007 realisieren wollen, ist die Beleuchtungstechnik. Wie Konica Minolta Ende Juni 2006 angekündigt hat, will das japanische Unternehmen bereits Anfang 2007 die erste OLED-Lampe auf den Markt bringen, die hell wie eine Leuchtstoffröhre strahlen soll.

Wenige Tage später gab Edgar Böhm, Direktor der Division für Flüssigkristalle und OLEDs bei Merck, bekannt, dass das deutsche Unternehmen den Japanern zuvorkommen wolle. "Wir planen intern, Ende des Jahres 2006 kommerzielle Produkte zu verkaufen." Anders als bisher bei Flüssigkristallen wolle Merck nicht nur den Leuchtstoff, sondern auch OLED-Bauteile anbieten.

Eine Nachfrage bei der Darmstädter Merck-Zentrale ergab aber, dass der ehrgeizige Zeitplan kaum einzuhalten sei. Anfang 2007 wolle man zunächst mit einer Pilotserie von Materialien und Bauteilen starten.

2005 machte Merck etwa 12,6 Prozent seines Umsatzes mit Flüssigkristallen für LC-Displays. Schon seit langem werden OLEDs wegen ihrer besseren Bilder und ihres geringen Stromverbrauchs als LCD-Nachfolger gehandelt. Hohe Produktionskosten und die geringe Haltbarkeit verhinderten jedoch bisher den Siegeszug von OLEDs. Hauptproblem bei der Produktion und bei der Haltbarkeit ist, dass das Polymer mit dem Leuchtstoff im Kontakt mit Luft schnell zerfällt. Merck glaubt aber an die Zukunft der Technologie und will sich rechtzeitig darauf vorbereiten.

Junji Kido, einer der weltweit führenden OLED-Forscher, glaubt an einen baldigen Durchbruch in den nächsten ein bis zwei Jahren. Wenn die bisherigen Probleme gelöst seien, werde auch der Einsatz in Lampen interessant, meint der Japaner. OLEDs verbrauchen bis zu 75 Prozent weniger Strom als Neonröhren. Außerdem lassen sie sich als flexible Folien herstellen. Somit ließen sich völlig neue Lampendesigns realisieren. Auch die Bekleidungsindustrie giert nach flexiblen OLED-Displays.

Laut Schätzungen der japanischen Industrie sollen OLEDs im Jahr 2020 rund 60 Prozent der in Japan verkauften Lampen mit Licht versorgen. Kido macht sich aber auch Sorgen, dass Japan seine Führungsrolle, wie bei LCDs geschehen, verlieren könnte - zum Beispiel an Merck - , auch wenn die meisten Patente noch in Japan gemeldet sind. Ähnliche Sorgen sind auch den Deutschen hinreichend bekannt.

Die Bundesregierung hat ein starkes Interesse an OLED und hat zusätzlich zu einer Anfang 2005 gebildeten OLED-Initiative (www. bmbf.de/press/1395.php) bereits zugesagt, die Erforschung der Technologie bis 2010 mit ingesamt 100 Millionen Euro zu fördern.