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16.12.2013 - 

Mobile Payment bei Paypal, Qualcom und Apple

Mit Beacon im Vorbeigehen bezahlen

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Bargeldlos, nur mit dem eigenen Wort bezahlen? Was Paypal mit Beacon plant, klingt auf den ersten Blick super. Doch den Komfort bezahlt der Kunde mit dem Verlust der Privatsphäre. Allerdings ist Paypal mit der Idee nicht alleine, auch Apple verfolgt ähnliche Pläne und Qualcom offeriert mit Gimbal Proximity-Beacons ein ähnliches System.
Per Handy einchecken und dann per Wort bezahlen - das verspricht Paypal mit Beacon.
Per Handy einchecken und dann per Wort bezahlen - das verspricht Paypal mit Beacon.
Foto: Paypal

Mit Beacon will Paypal sein eigenes mobiles Bezahlsystem am Markt durchsetzen. Im Gegensatz zu anderen Systemen wie NFC etc. verzichtet Paypal auf zusätzliche Hardware im Smartphone. Zudem, so das Unternehmen, kann der Kunde im Laden einfach mit seinem guten Wort bezahlen. Er muss also nicht mehr nach Geld, Kreditkarten oder Handy suchen. Während für den Kunden der Vorteil des Paypal-Systems im Komfortgewinn liegt, profitiert der Händler von einer gestiegenen Transparenz. Sobald ein Kunde den Laden betritt, erhält er dessen Namen, Foto sowie weitere Informationen über den Kunden präsentiert. Allerdings stellt sich die Frage, ob das System für die Händler auch attraktiv ist, denn aktuell verlangt Paypal, wie auf der US-Seite zu lesen ist, von den Händlern einen Disagio in Höhe von 2,9 Prozent plus 0,3 Dollar pro Transaktion.

Bluetooth-Sender ermöglichen die Ortung des Kunden.
Bluetooth-Sender ermöglichen die Ortung des Kunden.
Foto: Paypal

Technisch hat sich Paypal bei Beacon einen Trick einfallen lassen: Sie verzichten auf alle bislang in Sachen Mobile Payment ins Spiel gebrachte Technologien wie NFC, Indoor GPS, Mobilfunknetz. Stattdessen setzten die Entwickler auf den Kurzstreckenfunk Bluetooth und dessen Bluetooth-Low-Energy-Technik (BLE) - auch als Bluetooth Smart bekannt. Kleine Bluetooth-Sender, entweder für den USB-Port oder die Steckdose konzipiert, sollen im Laden dann das Smartphone des Kunden orten und mit ihm kommunizieren.

Der Anwender benötig auf seinem Smartphone eine Paypal-App.
Der Anwender benötig auf seinem Smartphone eine Paypal-App.
Foto: Paypal

Hierzu muss der Anwender auf seinem Handy eine entsprechende App installieren und aktivieren. Deaktiviert der Anwender die App, so ist er für das Beacon-System unsichtbar. Mit aktivierter App enthält der Verkäufer eine Information darüber, wer den Laden betreten hat und kann so den Kunden namentlich ansprechen. Zudem kann er dem Kunden ortsbezogene Informationen (Werbung) auf dem Handy zukommen lassen - etwa in der Lebensmittelabteilung die aktuellen Sonderangebote, während er in der Elektronikabteilung die jüngsten Blockbuster offeriert bekommt. Die Ware bezahlt der Anwender dann laut Paypal lediglich mit seinem guten Wort, sprich mündlich, denn das System hat ihn ja bereits beim Betreten des Ladens authentifiziert. Die Transaktion selbst erfolgt dann via Paypal. Letztlich benötigt also der Käufer einen Paypal-Account, während der Verkäufer Payment-Partner von Paypal sein muss.

Exact Edition liefert per Apples iBeacon auch elektronische Zeitungen aus.
Exact Edition liefert per Apples iBeacon auch elektronische Zeitungen aus.
Foto: Exact Edition

Während Paypal in den USA das System bereits Anfang 2014 einführen will, ist der Start in Europa erst im zweiten Halbjahr 2014 geplant. Neben Paypal arbeiten jedoch auch andere an Proximity-Payment-Systemen. So führt Apple in den USA in seinen eigenen Shops unter dem Namen iBeacon ebenfalls ein entsprechendes System auf BLE-Technik ein. Auch hier benötigt der iOS-7-Nutzer mit der Apple Store App eine Anwendung auf dem mobile Device, um die Dienste nutzen zu können. Während Apple in den USA seine Stores schon mit der Technik ausrüstet, ist für Deutschland wohl Mitte 2014 damit zu rechnen. Ebenso werde das Verfahren bereits in Baseball-Stadien getestet. Hier könnte es für Couponing, Einlasskontrolle etc. genutzt werden. Eine andere Anwendung wäre die Bereitstellung von E-Paper, E-Magazines etc an bestimmten Lokationen etwa auf Messen, Hotels oder im Wartezimmer des Arztes. Damit hat Exact Editions letztlich die Idee des klassischen Lesezirkels in das Internet-Zeitalter portiert.

Mit Gimbal arbeitet Qualcomm an einem eigenen System.
Mit Gimbal arbeitet Qualcomm an einem eigenen System.
Foto: Qualcomm

Mit Qualcomm setzt ein weiterer bekannter Player auf die Beacon-Technologie. Unter dem Namen Gimbal hat das Unternehmen eine eigene Plattform kreiert. Im Gegensatz zu Apple läuft der Betreiber bei Qualcomm nicht in ein Vendor lockin. Gimbal unterstützt nämlich sowohl iOS und Android.

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