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05.10.2006

Neu bei Vista - Teil 2

René Gäbler
Wenn Microsoft im kommenden Jahr sein neues Betriebssystem Windows Vista auf den Markt bringt, wird wieder die ganze IT-Branche nach Redmond blicken. Wir zeigen Ihnen schon jetzt die Neuerungen hinter den Marketingsprüchen des Softwarekonzerns.

Teil 1 dieses Beitrags finden Sie in der ComputerPartner- Ausgabe 40/06, Seite 38.

Von René Gäbler, tecChannel.de

Der neue "Windows Easy Transfer" erlaubt das Übertragen von Daten zwischen zwei Rechnern oder zwischen PC und PDA. Je nach Zielgerät werden die folgenden Informationen synchronisiert: Benutzerkonten, Ordner, Dateien, Konfigurationsdateien, Favoriten, E-Mail-Konten, Kontakte und Nachrichten.

Ein angeschlossenes Gerät mit Windows Mobile erkennt Vista automatisch und richtet es ein. Nach Zustimmung der EULA ergänzt ein Update die notwendigen Funktionen für den Austausch der Outlook-Daten zwischen PDA und PC. Die Bedienung ist im Vergleich zu ActiveSync erheblich komfortabler: Der Inhalt des PDA wird im Explorer angezeigt. Die Suche nach kompatiblen Programmen funktionierte im Test nicht. Hier muss der Anwender selbst tätig werden und Webseiten mit PDA-Software besuchen.

Im Synccenter bestimmen Sie, welche Dateien synchronisiert werden. Bestehende Partnerschaften zwischen den Systemen werden hier verwaltet, und Konflikte werden angezeigt und lassen sich auflösen.

Outlook Express wird zu Windows Mail

Aus Outlook Express ist "Windows Mail" geworden. Die Symbolleiste gleicht nun der des Explorers. Um den E-Mail-Verkehr sicherer zu gestalten, stehen Filterregeln zur Verfügung. Über das Kontextmenü lassen sich E-Mail-Adressen zur White- oder Blacklist hinzufügen.

Das Programm versucht zudem, Phishing-Mails zu blockieren. Bestimmte Domains und Zeichenkodierungen lassen sich sperren. Der NNTP-Zugang zum Microsoft-eigenen Newsserver mit diversen Hilfeforen ist bereits vorkonfiguriert.

In der Default-Einstellung verwendet Windows Mail das HTML-Format. Der Zugriff auf externe Dateien wie etwa Bilder in HTML-Mails ist geblockt. Versucht eine fremde Anwendung, eine E-Mail zu senden, gibt Windows Mail eine Warnung aus. Websites mit potenziellen Phishing-Inhalten markiert das Programm in Rot.

IE7: RSS-Reader, Anti-Phishing und mehr

Die neue Version 7 des IEs gehört natürlich auch zu Vista. Der Browser kann endlich mit Tabs umgehen und RSS-Feeds anzeigen. Menü und Symbolleiste sind etwas versteckt - das Browser-Fenster bietet somit mehr Platz für den Inhalt der Webseiten. Der Browser unterstützt Domain-Namen mit internationalen Schriftzeichen und kann endlich auch URLs mit Sonderzeichen anzeigen. Quick Tabs zeigen von jeden Tab ein Thumbnail an, sodass die Orientierung erheblich leichter fällt. Zudem lassen sich mehrere Tabs zu einer Gruppe zusammenfassen, die sich auch als Bookmark speichern lässt. Beim Anwählen des Lesezeichens öffnet der IE dann alle zu dieser Gruppe gehörenden Webseiten.

Popup-Blocker und Phishing-Filter gehören ebenso zum Browser. Beide Funktionen tun in der Praxis ihren Dienst. Blockiert wird ebenso das Ausführen von ActiveX-Steuerelementen, wenn diese nicht ausdrücklich vom Anwender erlaubt werden. Zudem bietet Vista einen geschützten Betriebsmodus des IE. In diesem Modus kann der IE keine Dateien oder Einstellungen des Systems verändern. Damit will Microsoft denjenigen Angriffen entgegenwirken, die eine Rechteausweitung zum Ziel haben.

Das Suchfeld ist, wie sollte es auch anders sein, auf die Suche über MSN vorkonfiguriert. Google oder Wikipedia muss man umständlich hinzufügen. Für das Speichern von Webseiten verwendet der Internet Explorer das proprietäre Format "Webarchiv". Um die Seiten auch mit anderen Browsern oder Programmen betrachten zu können, muss explizit das Format "html" gewählt werden.

Mit "Windows Kalender" lassen sich Termine und Aufgaben verwalten. Wer mag, kann den Kalender im Netz veröffentlichen und den Zugriff via "webdav" erlauben.

Windows mobil

Im "Mobility Center" legen Sie die Einstellungen für den mobilen Betrieb von Notebooks fest. Bildschirm, Helligkeit, verwendete Datenträger und Verbindungsstatus lassen sich hier überprüfen und korrigieren. Beim drahtlosen Netzwerkzugriff unterstützt Vista nun auch WPA2.

Wie schon Windows XP kann auch Vista offline mit Dateien und Ordnern arbeiten: Der Inhalt wird einfach auf das Notebook überspielt und bei der nächsten Gelegenheit mit dem Hauptdokument synchronisiert. Neu ist dagegen, dass Vista nicht einfach das ganze Dokument kopiert, sondern nur Deltas. Das spart bei einer schmalbandigen Verbindung Zeit und Bandbreite.

Anwender von Tablet PCs können sich auf eine verbesserte Handschriftenerkennung freuen. Die Navigation mit Stift und per Touchscreen wird unterstützt.

Das Netzwerkcenter

Vista erkennt vorhandene Netzwerkkarten automatisch und bindet sie ins System ein. Die Statusanzeige erfolgt im Netzwerkcenter. Anhand der Netzwerkkategorie bestimmt Vista den Sicherheitsstatus. Das private Netzwerk eignet sich für Rechner zu Hause so in kleineren Büros und Unternehmen. Hier sind Clients im Netzwerk sichtbar. Drucker und Verzeichnisse können freigegeben werden.

In der Default-Einstellung ist ein Netzwerkzugriff nur möglich, wenn der Anwender ein Benutzerkonto besitzt und auf dem System angemeldet ist. Der Netzwerkzugriff auf freigegebene Ordner und auf einen Drucker ist blockiert.

Bei der Freigabe eines Ordners werden alle Benutzer ausgewählt. Jeder kann als Mitbesitzer, Mitwirkender oder nur Leser gelten. Einzelne Dateien lassen sich freigeben, indem man sie einfach nach "C:\Users\Public" verschiebt.

Neue Netzwerkverbindungen lassen sich wie schon bei XP über einen Assistenten erstellen. VPN, Wählverbindungen, Verbindung zum Internet oder das Einrichten eines kleinen Firmennetzwerkes sind möglich. Bei Problemen lässt sich eine Diagnose starten.

Die Systemsteuerung - Altbewährtes aufpoliert

Die Systemsteuerung ist über das Begrüßungscenter und das Programmmenü erreichbar. Alle Einstellungsfunktionen sind übersichtlich in Rubriken gruppiert, sodass sich das gewünschte Modul schneller finden lässt.

Die Symbolleiste und die am linken Rand des Fensters befindliche Navigationsleiste sorgen dafür, dass der Anwender schnell zu einem anderen Modul oder Dialog wechseln kann.

Wer mag, kann die klassische Ansicht wählen. Am linken unteren Rand sind die zuletzt aufgerufenen Module gelistet und können bei Bedarf mit einem Klick wiederholt gewählt werden.

Systempflege und Wartung

Das Sicherungsmodul erstellt Sicherungen einzelner Dateien und Ordner oder des gesamten Systems. Der Anwender wird mit einem Assistenten durch den Vorgang geleitet. Das erstellte Backup lässt sich direkt auf eine DVD, CD, externe Festplatte oder im Netzwerk schreiben. Das Wiederherstellen der Sicherung geschieht ebenfalls über den Dialog Windows-Sicherung.

Unklar ist, warum beim Erstellen einer einzelnen Sicherung auch festgelegt werden muss, wie oft eine Sicherung durchgeführt werden soll. Der Anwender kann nicht einzelne Dateien und Ordner, sondern nur deren Art (Textdokumente, Bilddateien) auswählen. Auf dem Testrechner war eine Sicherung nicht möglich, weil das Sicherungstool beide vorhandenen DVD-Laufwerke nicht richtig erkannte. Differenzielle Datensicherungen sind nicht möglich.

Für das Ausführen der Defragmentierung lässt sich ein Zeitplan einrichten. Es gibt allerdings keine ausführliche Übersicht des Vorgangs. Der Anwender kann das Neugruppieren der Dateien und Anwendungen nicht mitverfolgen, da der Vorgang völlig im Hintergrund abläuft.

Windows Fotogalerie und Vista Media Center

Mit dem "Media Center" erhält der Anwender von Vista Home Premium oder Ultimate einen Zugriff auf verschiedene Unterhaltungs-Features: Musik, Bilder, Internetradio, Filme, TV und aufgenommene Filme lassen sich bequem über eine Oberfläche steuern. Das Tool unterstützt HDTV und HD-DVD. Das Media Center ist an die Verwendung eines Breitband-Bildschirmes angepasst. Das Vista-Tool kann mit der Extender-Funktion der Xbox 360 zusammenarbeiten. Das Ergebnis ist ein Home-Mediacenter inklusive Streaming-Server. Die "Windows Fotogalerie" unterstützt das einfache Übertragen von Bilddateien von einer digitalen Kamera zum PC. Zudem steht eine kleine Auswahl von Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung: Bildzuschnitt, Belichtung und Farbeigenschaften lassen sich verändern und rote Augen entfernen.

DirectX in der Version 10 bietet verbesserte Grafikdarstellung, die insbesondere Anwendern zugute kommt, die gern am PC spielen. Installierte Spiele sind über den Games-Explorer leicht auffindbar.

Die in Windows vorgegebenen Spiele wurden zwar erweitert, doch große Überraschungen darf man hier nicht erwarten. Einzig Mahjong und Schach sorgen für etwas Spielspaß.

Fazit

Optisch macht Vista einen modernen Eindruck. Unter der schönen Oberfläche verbergen sich einige neue Tools und viele Verbesserungen. Doch der Anwender benötigt weiterhin Anwendungen, um sein System zu pflegen, zu schützen und vor Virenattacken und Hackangriffen abzusichern.

Der Windows-Explorer arbeitet noch nicht stabil. Die maschinenübersetzte Hilfe ist oft verwirrend und unbeabsichtigt witzig. Ein Beispiel: "Phishing ist Betrug eines Typen, der für das Stehlen Ihrer Identität entworfen wird." Bis zur Release-Version wird Microsoft diese Stilblüten hoffentlich entfernen.

Die integrierte Backup-Anwendung kann nicht mit jedem DVD-Brenner umgehen. Echte Backup-Funktionen sucht man vergebens.

Dieser Beitrag stammt von tecChannel.de, dem Webzine für technikorientierte Computer- und Kommunikationsprofis. Unter www.tecChannel.de finden Sie weitere Beiträge zu diesem Thema.