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09.09.2008

Ökonomen für moderate Tarifabschlüsse in Metallindustrie - FR

FRANKFURT (Dow Jones)--Ökonomen haben einem Zeitungsbericht zufolge für einen moderateren Tarifabschluss in der deutschen Metall- und Elektroindustrie plädiert als von der Gewerkschaft gefordert. Die IG Metall wird in der bevorstehenden Tarifrunde voraussichtlich 7% bis 8% mehr Geld fordern.

FRANKFURT (Dow Jones)--Ökonomen haben einem Zeitungsbericht zufolge für einen moderateren Tarifabschluss in der deutschen Metall- und Elektroindustrie plädiert als von der Gewerkschaft gefordert. Die IG Metall wird in der bevorstehenden Tarifrunde voraussichtlich 7% bis 8% mehr Geld fordern.

DIW-Chef Klaus Zimmermann warnte vor einem zu hohen Tarifabschluss in Metallindustrie. "Die höchsten Forderungen seit 16 Jahren, noch höher als im guten Konjunkturjahr 2007, kommen zur absoluten Unzeit", schrieb der Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" (FR - Dienstagausgabe). Die Metaller könnten so eine unheilvolle Vorreiterfunktion für andere Branchen haben.

Zimmermann, der auch Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist, forderte weiter: "Die Gewerkschaft sollte deshalb in einem 'Pakt für Beschäftigung' die gute Branchenlage für einen mehrjährigen Tarifabschluss - am besten für 3 Jahre mit jährlichen Zuwächsen unter 3% - nutzen, der sich an den längerfristigen Produktivitätsfortschritten und den unvermeidbaren Preissteigerungen orientiert".

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger wollte sich zwar zu der Lohnforderung der IG Metall nicht äußern. Allgemein plädierte er aber dafür, dass sich die Lohnpolitik an der mittelfristigen wirtschaftlichen Entwicklung und nicht an konjunkturellen Ausschlägen orientiert. "Es wäre sinnvoll, wenn die Löhne 2009 im bundesweiten Durchschnitt um 3% steigen würden. Damit wäre die Zielinflationsrate der EZB von knapp 2% und ein mittelfristiger Produktivitätszuwachs von rund 1% abgedeckt", schrieb das Mitglied des Sachverständigenrates in seinem Beitrag für die FR.

Alkis Otto, Senior Economist im Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), bezeichnete die Forderungen der Arbeitnehmer nach hohen Lohnsteigerungen als "nachvollziehbar". Im Gegensatz zur letzten Tarifrunde habe sich jedoch das konjunkturelle Umfeld gewandelt. Weltweit und auch in Deutschland wachse die Wirtschaft derzeit langsamer.

"Der zu erwartende relativ hohe Tarifabschluss im Metall- und Elektrobereich sollte für andere Branchen aber keinen Signalcharakter haben", so Otto in der FR. "Um beschäftigungsneutral zu sein, dürfte das gesamtwirtschaftliche Lohnwachstum höchstens der Summe aus Produktivitätswachstum und Zielinflation, also etwa 3,5% entsprechen."

Webseite: http://www.fr-online.de http://www.diw.de http://www.iza.org http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de http://www.hwwi.org/ http://www.igmetall.de DJG/kth

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