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10.07.2006

Office 2007 unterstützt ODF

Der Softwareriese Microsoft wird neben dem hauseigenen Format Open XML auch das offene Dokumentenformat "Open Document" (ODF) unterstützen. Office 2007-Nutzer können damit langfristig und firmenunabhängig Dokumente speichern.

Von Wolfgang Leierseder

Der Druck von Regierungen und Behörden in Sachen offenes Dokumentenformat hat den Softwareriesen Microsoft endlich dazu bewegt, in seinen künftigen Office-Programmen Word, Excel und PowerPoint auch das offene Dokumentenformat "Open Document" (ODF) zu unterstützen. "Wir wollen unsere Kunden in die Lage versetzen, selbst zu entscheiden, welches Format sie verwenden wollen", sagte Walter Seemayer, Technologiechef der Microsoft Deutschland GmbH.

Das XML-Format ODF wird unter anderem von Microsoft-Wettbewerbern wie IBM und Sun Microsystems favorisiert und unterstützt.

Bislang hatte Microsoft in seinem neuen Büroprogrammpaket "Office 2007" allein das hauseigene Format "Open XML" vorgesehen. Doch die Haltung der belgischen und dänischen Regierungen sowie des US-Bundesstaates Massachusetts, ODF verbindlich für alle Behörden des Landes einzuführen, bewegte offensichtlich Microsoft zur Änderung seiner Strategie.

Nun sollen die Office-Programme in der Lage sein, künftig auch ODF-Dokumente zu lesen und zu schreiben. Die ODF-Unterstützung wird jedoch nicht Bestandteil von "Office 2007" sein, sondern in Form von Plug-ins zur Verfügung stehen. Diese sollen Ende 2006 für Word und 2007 für Excel und PowerPoint veröffentlicht werden. Microsoft erklärte, die "Open Source"-Tools, die in einem "Open XML Translator Project" erarbeitet und auf der Seite Sourceforge.net gehostet werden, seien das Ergebnis monatelanger Gespräche mit Regierungen. Auch Norwegen und Frankreich haben bereits erklärt, sie würden ODF als gemeinsames Format für eine langfristige, firmenunabhängige Speicherung von Dokumenten bevorzugen.

Der Streit um die Dokumentenformate berührt mehrere wichtige Probleme der Archivierung von Dokumenten. Wie kann man sicherstellen, dass digitale Dokumente auch nach Jahrzehnten noch gelesen und bearbeitet werden können? Existieren die Programme noch, mit denen die Dokumente geschrieben wurden? Kann man die Definition eines Dokumentenformates de facto einer Firma überlassen?

Erste Reaktionen auf Microsofts Verbeugung ließen nicht auf sich warten. Belgien erklärte, die Ankündigung Microsofts sei "eine wichtige Zusage in Sachen Software-Interoperabilität". Man werde auch Microsofts Formatsprache "Open XML" unterstützen, sofern sie durch das Standardisierungsgremium ISO zertifiziert werde. Die Open-Office-Entwickler begrüßten die Entscheidung: Microsoft habe sich dem Druck des Marktes gebeugt, erklärten sie. Und Sun-Manager Douglas Johnson sagte süffisant: "Ich heiße Microsoft im Open-Document-Zirkel willkommen. Manchmal bekommen Zebras neue Streifen."