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16.12.2014 - 

Metro-Geschäftsbericht 2013/14

Online-Wachstum von Media-Saturn fängt stationären Rückgang nicht auf

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte Media-Saturn im Online-Geschäft um fast 30 Prozent zulegen. Dennoch gingen die Umsätze des Elektronik-Retailers weiter zurück. Metro-Chef Olaf Koch sah bei der Bilanzkonferenz des Handelskonzerns jedoch Anzeichen für eine Trendwende.

Die wichtigsten Wochen des Jahres für den Handel laufen gerade, dennoch präsentierte die Metro Group bereits ihren Jahresbericht – seit einer Umstellung im vergangenen Jahr endet das Geschäftsjahr des Handelskonzerns und seiner Töchter bereits zum 30. September. Wie die Metro AG bereits vor einigen Wochen bekanntgab, ging der Umsatz von Media-Saturn im Geschäftsjahr 2013/14 um 0,3 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro zurück. Flächenbereinigt erhöht sich dieser Negativwert auf 0,9 Prozent. In Deutschland erreichte der Umsatz von Media-Saturn im Geschäftsjahr 2013/14 insgesamt 9,8 Milliarden Euro und lag damit um 0,4 Prozent unter dem Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche beträgt der Umsatzrückgang bei Media-Saturn Deutschland sogar ganze 1,9 Prozent.

Der Redcoon-Schriftzug war bei der Bilanzkonferenz zwar prominent hinter Metro-Chef Olaf Koch platziert, doch kann der Online-Händler die Umsetzentwicklung von Media-Saturn nicht umkehren
Der Redcoon-Schriftzug war bei der Bilanzkonferenz zwar prominent hinter Metro-Chef Olaf Koch platziert, doch kann der Online-Händler die Umsetzentwicklung von Media-Saturn nicht umkehren

Ein gegensätzliches Bild zeigt sich im Hinblick auf das Online-Geschäft von Media-Saturn: Der über das Internet generierte Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2013/14 von 1,12 Milliarden Euro um 28,8 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro und macht inzwischen 6,9 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Metro-Chef Olaf Koch berichtete einmal mehr über positive Effekte des Multichannel-Kurses des Elektronik-Retailers. So liege die Abholquote in den Onlineshops von Media Markt und Saturn weiterhin bei rund 40 Prozent. Zudem wurde das Produktangebot im Internet erhöht und umfasste Ende September 2014 fast 66.000 Artikel bei Mediamarkt.de und mehr als 49.000 bei Saturn.de.

Trotz der insgesamt rückläufigen Umsatzentwicklung konnte Media-Saturn im vergangenen Jahr seine Profitabilität steigern: Das EBIT des Unternehmens verbesserte sich auf 244 Millionen Euro (2012/13: 184 Millionen Euro). Darin enthalten sind Sonderfaktoren in Höhe von 91 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich um zahlreiche Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Verkleinerung von Verkaufsflächen und die Neuausrichtung der Zentrale in Ingolstadt. Vor Sonderfaktoren stieg das EBIT von Media-Saturn deutlich von 299 Millionen Euro auf 335 Millionen Euro (plus 12 Prozent). Es sei geglückt, umsatzbedingte Ergebnisrückgänge durch Kosteneinsparungsmaßnahmen und Margenverbesserungen zu kompensieren, hielt Metro-Chef Olaf Koch fest.

Kommt die Trendwende?

An der Bilanzpressekonferenz des Handelsunternehmens räumte Konzernchef Koch ein, dass er im Hinblick auf Media-Saturn mit "erheblichen Sorgen" ins Jahr gestartet sei. Seit Ende April lasse sich jedoch beobachten, dass sich das Blatt drehe und sich die Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Retailers auszuzahlen begännen. So habe sich die Umsatz- und Ergebnisdynamik bei Media-Saturn im Jahresverlauf verbessert. Im vierten Quartal 2013/14 (Juli bis September) sei der flächenbereinigte Umsatz von Media-Saturn insgesamt um 1,7 Prozent gestiegen. Der Umsatz habe hier sowohl in Deutschland als auch im internationalen Geschäft merklich zugelegt. Neben erfolgreichen Marketingkampagnen, unter anderem im Zuge der Fußballweltmeisterschaft, habe auch der gestiegene Mehrkanalumsatz zur positiven Entwicklung beigetragen. Im Rahmen der Multichannel-Strategie habe Media-Saturn Marktanteilsgewinne in 10 von 15 Ländern erzielen können.

Als strategisches Ziel gab Koch für Media-Saturn im stationären Geschäft eine weitere Gesundschrumpfung vor. So sollen neue Märkte künftig bescheidener dimensioniert sein und die Marke von 3.000 qm nicht überschreiten. Zudem werde man bei allen auslaufenden Mietverträgen detaillierte Standortanalysen vornehmen und die Rentabilität des jeweiligen Marktes auf den Prüfstand stellen. Zwar werde Media-Saturn nicht aufhören, neue Märkte zu eröffnen, doch wolle man weniger und fokussiertere Neueröffnungen eine höhere Produktivität erzielen. Das Online-Geschäft des Elektronik-Retailers soll weiter ausgebaut werden, mit dem Ziel Redcoon als Europas führenden reinen Online-Anbieter zu positionieren. Mit der Anfang November lancierten Electronic Online Group (EOG) wolle man zudem im Netz verschiedene Kundensegmente ansprechen und unterschiedliche Verkaufskonzepte unter einem Dach bündeln.

Was Koch an der Metro-Bilanzkonferenz sagte, klang gut, dennoch sieht sich Media-Saturn mit einem Dilemma konfrontiert: der Wandel in Richtung Multichannel und Online kostet viel Geld, es lässt sich damit aber nicht einmal das bestehende Umsatzniveau halten. Rechnet man die Online-Einnahmen aus der Bilanz 2013/14 heraus, ergibt sich ein Umsatzrückgang um rund zwei Prozent - flächenbereinigt dürfte der Wert gut doppelt so hoch liegen. Große Hoffnung auf eine kapitale Trendwende im laufenden Geschäftsjahr machte Koch nicht: angesichts schwacher Impulse für den Handel gehe man für 2014/15 unter dem Strich von gleichbleibenden Umsätzen aus, hoffe aber, die Profitabilität weiter verbessern zu können.

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