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10.06.2010

PrimaCom-Insolvenz wird immer wahrscheinlicher - Kreise

Von Eyk Henning und Archibald Preuschat Dow Jones Newswires

Von Eyk Henning und Archibald Preuschat Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Die drohende Insolvenz der PrimaCom AG wird offenbar immer wahrscheinlicher. Da sich die Fronten zwischen Aktionären und Kreditgebern zunehmend verhärten, sehe es derzeit nicht danach aus, als könnten sich beide Parteien bis zum Fristende am 22. Juni auf einen Plan zur Refinanzierung einigen, heißt es in Verhandlungskreisen. Die Gläubiger werden in diesem Fall Anfang Juli die Versteigerung für das operative Geschäft des Kabelnetzbetreibers einleiten.

Sollte es dazu kommen, wäre der Weg frei für eine weitere Konsolidierung in der deutschen Kabelindustrie. Hauptnutznießer wäre die Kabel Deutschland Holding AG, die als mögliche Käuferin in Frage kommt. In ihrem Netzgebiet wohnen die meisten PrimaCom-Kunden. Auf ihrer Bilanzpressekonferenz unterstrich Kabel Deutschland noch einmal die Bedeutung von direkten Kundenbeziehungen für die Umsatzsteigerung, lehnte einen Kommentar zu einem möglichen PrimaCom-Verkauf aber ab.

Bereits vor einem halben Jahr war ein Verkaufsversuch für PrimaCom gescheitert, offenbar wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen. Die den Verkauf betreuende Investmentbank Rothschild habe den PrimaCom-Wert seinerzeit auf 300 Mio EUR beziffert, wie es von einer weiteren involvierten Personen hieß.

Nun sieht es danach aus, als ob die PrimaCom AG endgültig unter den Hammer kommt. Anfang Juni teilte das Unternehmen mit, zahlungsunfähig zu sein. Nach deutschem Insolvenzrecht bleibt PrimaCom nun bis zum 22. Juni Zeit, den dann fälligen Insolvenzantrag abzuwenden. Dazu müssen sich allerdings Großaktionär Escaline, in dem der Finanzinvestor Scott Lanphere engagiert ist, und die Kreditgeber um die niederländische ING auf einen finanziellen Sanierungsplan einigen.

"Momentan sieht es aber nicht nach einer Einigung aus", hieß es am Donnerstag von einer mit dem Vorgang vertrauten Person. Der Großaktionär drängt die Kreditgeber auf einen Schuldenschnitt. Seinen Vorstellungen zufolge sollen die Fremdkapitalgeber ihre Forderungen von 140 Mio EUR auf 70 Mio EUR reduzieren, Lanphere würde mit Hilfe der US-Großbank J.P. Morgan frisches Eigenkapital in Höhe von 40 Mio EUR zuführen. Die gesamte Schuldenlast des Unternehmens sei auf 340 Mio EUR zu beziffern. Die Person fügte hinzu, PrimaCom sei damit überschuldet.

PrimaComs Gläubiger - neben der ING sind das unter anderem die Hedgefonds Alcentra, Avenue sowie Tennenbaum - halten PrimaCom dagegen laut einer mit der Sache vertrauten Person für keineswegs überschuldet. Anstatt auf Forderungen zu verzichten, wollen sie eine nun auslaufende Kredittranche von rund 30 Mio EUR verlängern und fordern die Umwandlung von Verbindlichkeiten in einen Anteil am Unternehmen, wie eine der informierten Personen sagte. "Die Verschuldung würde im Zuge der finanziellen Restrukturierung auf das Vierfache des EBITDA zurückgeführt, was ein gesundes Maß darstellt", so eine andere Quelle. Damit käme die PrimaCom auf einen ähnlichen Verschuldungsgrad wie Kabel Deutschland.

"Die Forderungen Lanpheres werden dagegen immer drastischer. Ein Schuldenschnitt kommt aber nicht in Frage", hieß es aus dem Kreis der Gläubiger.

-Von Eyk Henning und Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 108, eyk.henning@dowjones.com DJG/eyh/kgb/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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