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Channel-Test-Day Projektoren am 13. November 2007


26.11.2007 - 

Projektoren im Urteil der Händler

Auch wenn Heimkinogeräte für manche Händler mehr Sexappeal haben, steckt in dem margenträchtigen Markt für Schul-Beamer noch einiges Potenzial. Das zeigte das große Interesse am "Channel-Test-Day Projektoren", zu dem wir am 13. November 2007 IT- und AV-Fachhändler eingeladen hatten.

Von Klaus Hauptfleisch

Sieben Hersteller schickten ihre Geräte für den Bereich Bildung und Weiterbildung in den Channel-Test für Projektoren und warteten mit interessanten Fachvorträgen auf. Beim Test dabei waren fünf LCD-Beamer von Epson, NEC, Panasonic, Sanyo und Sony sowie zwei DLP-Projektoren von Infocus und Toshiba.

Im Ausstellungsbereich im Foyer des IDG-Gebäudes in München, waren auch Produkte und Lösungen von BenQ, Wacom und Smart Technologies zu sehen. Ingram Micro war ebenfalls mit einem Stand vertreten. Die Leinwände und der VGA-Splitter kamen von Kindermann. Nahprojektionsgeräte hatten Toshiba und BenQ im Gepäck.

Da jeder Beamer einen individuellen Projektionswinkel hat, mussten sozusagen in letzter Minute noch die Leinwände auf die richtige Höhe gebracht werden. Dies liegt daran, dass eine Keystone-Korrektur zwar alle Geräte haben, doch ist diese nicht frei von Qualitätseinbußen. Dem von mehreren Teilnehmern gelobten professionellen Eindruck der Veranstaltung taten die in verschiedener Höhe aufgehängten Leinwände aber keinen Abbruch.

Obwohl der Markt für Schul-Beamer relativ klar definiert ist, wurden teilweise sehr unterschiedliche Geräte ins Rennen geschickt, was den Vergleich nicht ganz leicht machte. Dies war auch Hauptkritikpunkt an der von den Teilnehmern insgesamt mit "gut" bis "sehr gut" bewerteten Veranstaltung.

Von EU-Land zu EU-Land, von Bundesland zu Bundesland werden bei Schulprojektausschreibungen allerdings auch unterschiedliche Anforderungen gestellt. In Bayern zum Beispiel dürfen die Geräte mit Rücksicht auf die Augen der Schüler und Lehrer nur eine Helligkeit von 2.000 Ansi-Lumen haben, im Nachbarland Baden-Würtemberg sind bei einer Schulausschreibung gerade erst Beamer mit 3.000 Ansi-Lumen gefordert worden.

Interessanterweise machte nicht der teuerste oder hellste Projektor das Rennen, sondern einer aus dem Mittelfeld. Testsieger war der "VT700" von NEC Display Solutions.

Als ein Teil des Tests musste jeder Herstellervertreter für seinen Vortrag das mitgebrachte Gerät selbst anschließen und für die Größe der Leinwand justieren. Schließlich sind Lehrer in der Regel nicht die "Techies", was heißt, dass Schul-Equipment, egal ob Beamer, Videorekorder oder PC, leicht zu bedienen sein muss.

Trotz des drohenden neuen Bahnstreiks am nächsten Tag waren aus dem ganzen Bundesgebiet hoch-karätige Teilnehmer zu dem ex-klusiven Fachhandels-Event angereist. Von einem sehr interessanten Projekt mit dem Berliner Schulsenat für bis zu 4.000 Epson-Beamer konnte Peter Gleich, Account Manager für Konferenztechnik der druckerfachmann.de AG, berichten. Der AV-Distributor und Di-gital-Signage-Spezialist Luxion AG hat gleich zwei Vertreter geschickt. Unter den Fachbesuchern war auch Christoph Dassau, vormals Senior Manager Displays und jetzt Leiter der CE-Gruppe bei Ingram Micro.

Testprodukte und Ergebnisse

Als Sieger des Channel-Test-Day Projektoren ging mit einer glatten 2,0 der "VT700" von NEC Display Solutions hervor. Keines der sieben getesteten Geräte wurde allerdings schlechter als mit der Note 2,6 bewertet.

Der NEC-Beamer hat 3.000 Ansi-Lumen (2.400 im ECO-Modus), eine native XGA-Auflösung, eine DVI-Schnittstelle und eine automatische Trapezkorrektur. Das Gewicht ist mit 3,1 Kilogramm angegeben, der HEK mit aktuell 959 Euro, der Nettopreis mit 1.526 Euro. In der Kategorie "Erster Eindruck" punktete das Gerät vor allem beim Installationsaufwand und bei den Betriebsgeräuschen (Platz 1), in Sachen Bildqualität konnte es in den Disziplinen Kontrast, Helligkeit und Farbwiedergabe die Händler am meisten überzeugen. Bei der Bildschärfe wurde nur der Design-Sieger, Sonys "VPL-CX120", leicht besser bewertet. Am meisten überzeugen konnte der NEC VT700 die Händler wohl auch in punkto "Preis-Leistungs-Verhältnis" und "Ausstattung in Relation zum Preis".

Verfolger nur knapp geschlagen

Auf Platz zwei landete der "VPL-CX120" von Sony, ebenfalls ein LCD-Gerät und dabei anders als sein Bruder "VPL-CX125", über den Sony-Manager Wolfgang Bauer in seinem Vortrag referierte, nicht netzwerkfähig. Sehr gute Noten erhielt der Sony-Beamer im Händlertest in puncto Installationsaufwand, Kontrast und eben für das Design. Weniger gut bewertet wurden dagegen die Ausstattung, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Objektiv-Ratio, bei der Epsons "EMP-1715" als Sieger hervorging, obwohl Toshiba mit dem "ex20" ein echtes Nahprojektionsgerät mitgebracht hatte.

Der Epson-Beamer auf Platz drei konnte vor allem mit dem geringen Installationsaufwand und Gewicht (1,6 Kilogramm, jeweils Note 1,5) punkten, überzeugte aber bei den Betriebsgeräuschen und beim Preis-Leistungs-Verhältnis offenbar wenig. Dass der Beamer einen Anschluss für PC-loses Präsentieren vom USB-Stick aufweist, ist in der Wertung offensichtlich untergegangen.

Die Archillesferse des Vierplatzierten, des DLP-Beamers "Work Big IN37" von InFocus, waren im Test ebenfalls die Betriebsgeräusche sowie die Farbwiedergabe. Kein Gerät wurde von den Testteilnehmern als so laut und wenig farbgetreu empfunden. Der "PT-LB51NTE" von Panasonic auf Platz fünf schnitt in Sachen Helligkeit und Installationsaufwand bei den Vorträgen gut ab. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis konnte das zweitgünstigste Gerät im Test allerdings nicht punkten, obwohl es die Bestnote für die Ausstattung erhielt.

Sanyo muss laut Channel-Test vor allem bei Menüführung und Einstellungen nachlegen, obwohl der Installationsaufwand beim Vortrag von Michael Bauer mit "gut" bewertet wurde. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis und den Preis in Relation zur Ausstattung erhielt das teuerste Gerät, der WXGA-Beamer "PLC-WXU30", die schlechteste Note. Mit der höchsten Helligkeit von 3.700 Ansi-Lumen konnte es in der Händlerbewertung ebenfalls nicht überzeugen, sondern lag bei der Benotung im Mittelfeld. Ein Grund für die schlechte Beurteilung könnte sein, dass der Sanyo-Projektor mit seinen Werten und dem Preis nicht wirklich "schultauglich" ist.

Kampf mit der Großleinwand

Der DLP-Vertreter "ex20" von Toshiba würde preislich und von der Nahprojektion her sehr wohl in den Schulrahmen passen, konnte die Händler aber am wenigsten überzeugen. Schwächen zeigten sich im Händlertest vor allem bei der Farbwiedergabe und der Bildschärfe, was unter anderem daran lag, dass das Gerät bei der Präsentation von Ole Jacobs mit der nicht ganz glatten Großleinwand zu kämpfen hatte. Bemängelt wurden auch das Gewicht von 4,2 Kilogramm und das Design, das der japanische Hersteller sonst sehr wohl beherrscht. Aber so richtig schöne Nahprojektionsgeräte sind wegen der aufwendigen Spiegeltechnik selten, abgesehen davon gibt es davon noch gar nicht so viele. Ehrenhalber muss man sagen, dass der ex20 seine Vorteile im Klassen- oder Seminarraum ausspielt, wenn er dicht vor der Leinwand an der Decke hängt und in Verbindung mit einer interaktiven Board-Lösung wie dem Smartboard von Smart Technologies genutzt wird. Denn durch die Nahprojektion entfallen die störenden Schattenwürfe. Lehrer und Schüler werden auch nicht geblendet.

Die Beamer im Händler-Test

Helligkeit (Ansi-Lumen)

3.000

3.000

2.700

3.000

2.000

3.700

2.300

Kontrast

500:1

650:1

400:1

1.400:1

400:1

500:1

2.000:1

Nettopreis (in Euro)

1.526

1.397

1.903

1.199

1.030

2.285

1.690

Sechs Teilnehmer haben sich auf dem Event auch schon als "CP product experts" beworben, um in Zusammenarbeit mit ChannelPartner regelmäßig die neuesten Beamer zu testen und die Testergebnisse unter www.channelpartner.de/forum zu veröffentlichen wie es schon bei Navigationsgeräten und UMTS-Notebooks der Fall ist.

Im Vorfeld von Fußball-EM und Olympischen Spielen 2008 plant ChannelPartner einen weiteren Channel-Test-Day Projektoren mit dem neuen Schwerpunkt High Definition. Einige Fachhändler und Hersteller haben bereits Interesse an diesem Thema bekundet. Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.