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26.04.2007

Siemens-AR: Risiken für Kleinfeld-Vertragsverlängerung zu groß

MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Aufsichtsrat der Siemens AG hat den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld nicht verlängert, weil die vom Unternehmen beauftragte Kanzlei Debevoise & Plimpton auf mögliche "schwerwiegende Risiken" hingewiesen hat. Zudem hätten die US-Anwälte von Siemens insbesondere auf die "ernsten Bedenken" der US-Behörden hingewiesen, teilte der neue Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende, Gerhard Cromme, am Donnerstag mit.

In den Medien hatte es zuvor Spekulationen darüber gegeben, dass der Rückzug von Kleinfeld auf Druck der ermittelnden US-Behörden erfolgt und von mehreren Aufsichtsratsmitgliedern betrieben worden sei. Cromme erklärte nun, mit seinen Äußerungen mögliche Spekulationen in der öffentlichen Diskussion über die Hintergründe, die zu der Entscheidung Kleinfelds geführt hätten, vermeiden zu wollen.

Wie Cromme weiter mitteilte, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aus den Untersuchungen der von Siemens beauftragten Kanzlei Debevoise & Plimpton keine Erkenntnisse über ein Fehlverhalten von Kleinfeld. Doch habe es in den Ausführungen der Kanzlei gegenüber dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat "vor dem Hintergrund und der Größe und Bedeutung der Vorwürfe Hinweise auf potenzielle schwerwiegende Risiken für die Siemens AG" gegeben.

Die amerikanischen Anwälte von Siemens haben den Angaben zufolge auf die "ernsten Bedenken der US-Behörden" hingewiesen, sowie darauf, dass die Behörden aufmerksam verfolgten, "wie Vorstand und Aufsichtsrat mit den Vorwürfen gegen das Unternehmen umgehen".

Daraufhin seien "zahlreiche Mitglieder des Aufsichtsrats" zu dem Schluss gekommen, die Verlängerung des Vertrags von Klaus Kleinfeld zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorzunehmen, da eine solche Verlängerung zu diesem Zeitpunkt "weder gesetzlich erforderlich noch empfehlenswert" gewesen sei.

Bei diesen Überlegungen seien "viele Mitglieder des Aufsichtsrats" davon ausgegangen, dass eine vorzeitige Verlängerung des Vertrags von Kleinfeld "schwerwiegende Risiken für den Konzern und die Aktionäre begründen könnte".

Im Vordergrund aller Überlegungen des Aufsichtsrats standen den Angaben zufolge die Interessen der Siemens AG und deren Aktionäre. Unter diesen Umständen sei Kleinfeld zu dem Schluss gekommen, die Verlängerung seines Vertrags nicht anzustreben.

Am Morgen hatte Siemens neben den Zahlen mitgeteilt, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihre bislang informelle Untersuchung der mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen von Siemens-Mitarbeitern in eine formelle Untersuchung abgeändert hat. Eine formelle Untersuchung bedeutet laut Rechtsanwälten eine deutliche Verschärfung der Ermittlungen und größere finanziellen Risiken für das Unternehmen.

Webseite: http://www.siemens.de

DJG/abe/brb

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