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17.03.2008

Siemens-BR: Belegschaft mit Gewinnwarnung "vor den Kopf gestoßen"

MÜNCHEN (Dow Jones)--Den Mitarbeitern der Siemens AG sei mit der in der Nacht zum Montag veröffentlichten Gewinnwarnung nach Einschätzung von Gesamtbetriebsrat und IG Metall "vor den Kopf gestoßen" worden. "Uns alarmiert das Ausmaß der Problemfelder und die erheblichen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Siemens-Gesamtbetriebsrats der Siemens AG und der IG Metall am Montagabend.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Den Mitarbeitern der Siemens AG sei mit der in der Nacht zum Montag veröffentlichten Gewinnwarnung nach Einschätzung von Gesamtbetriebsrat und IG Metall "vor den Kopf gestoßen" worden. "Uns alarmiert das Ausmaß der Problemfelder und die erheblichen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Siemens-Gesamtbetriebsrats der Siemens AG und der IG Metall am Montagabend.

Siemens hatte in der Nacht zum Montag in Folge einer Neubewertung von Großprojekten die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 korrigiert. Im laufenden zweiten Quartal sei aus der Überprüfung eine Belastung von rund 900 Mio EUR zu erwarten. Konkrete Angaben zur Ergebnisprognose für das laufende und kommende Geschäftsjahr wollte das Management nicht machen und verwies auf die nächsten Quartalszahlenvorlagen im April und Juli. Die Siemens-Aktie reagierte mit einem Kurseinbruch und beendete den Xetra-Handel 17% im Minus bei 66,42 EUR.

Die Verfasser der Erklärung "kritisieren scharf, dass das Unternehmen seinen gesetzlichen Verpflichtungen auf vorherige Information und Beratung mit der Arbeitnehmerseite in keiner Weise nachgekommen ist". Das sei "ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Siemens", so Ralf Heckmann, Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied. "Ich bin wütend darüber, dass die Firmenleitung weder den Wirtschaftsausschuss noch den Aufsichtsrat über so weitreichende Entscheidungen rechtzeitig vorgewarnt hat."

Gesamtbetriebsrat und IG Metall äußerten "große Sorge, dass das Unternehmen nun wieder beginnt, über Verkäufe, Schließungen und Arbeitsplatzabbau nachzudenken und damit wieder die Belegschaft die Zeche für Managementfehler bezahlen soll".

Ein solches Vorgehen lehnen Gesamtbetriebsrat und IG Metall ab. "Wir fordern eine gründliche Ursachenanalyse", sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall. Die Firmenleitung sei jetzt gefordert, das verlorene Vertrauen bei Belegschaft und Arbeitnehmervertretern wieder zurück zu gewinnen. Dazu gehört, dass das Unternehmen sofort die bisher unterlassenen Beratungen mit den Arbeitnehmergremien beginnt.

Ein Siemens-Sprecher wollte die Erklärung auf Nachfrage nicht näher kommentieren. Er verwies auf die am Dienstag anstehende Wirstschaftsausschusssitzung, bei der es ausreichend Zeit für einen Informationsaustausch geben werde.

Webseite: http://www.siemens.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/kla

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