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Siemens Österreich richtet F&E-Bereich neu aus

16.11.2007
WIEN (Dow Jones)--Die Siemens Österreich AG, Wien, wird ihren Forschungs- und Entwicklungsbereich (F&E) neu ausrichten. So soll nach der Ausgliederung der COM-Sparte und der Konzentration auf Energy, Industry und Healthcare, das Know-how in diesen Bereichen ausgebaut werden, teilte das Tochterunternehmen der deutschen Siemens AG am Freitag auf einer Pressekonferenz mit. Die Österreich-Niederlassung müsse sich in Zukunft im F&E-Bereich innerhalb des Konzerns positionieren.

WIEN (Dow Jones)--Die Siemens Österreich AG, Wien, wird ihren Forschungs- und Entwicklungsbereich (F&E) neu ausrichten. So soll nach der Ausgliederung der COM-Sparte und der Konzentration auf Energy, Industry und Healthcare, das Know-how in diesen Bereichen ausgebaut werden, teilte das Tochterunternehmen der deutschen Siemens AG am Freitag auf einer Pressekonferenz mit. Die Österreich-Niederlassung müsse sich in Zukunft im F&E-Bereich innerhalb des Konzerns positionieren.

In den kommenden drei Jahren strebe Siemens Österreich die Headquarter-Kompetenz für Zentral- und Osteuropa (CEE) bei zumindest drei weiteren Themen an. Bislang betreibt der Konzern in Österreich Kompetenzzentren für Biometrie und die Entwicklung von Mautsystemen.

Der Münchner DAX-Konzern hatte im Oktober angekündigt, die bisherige Bereichsstruktur aufzubrechen und das operative Geschäft komplett neu zu ordnen. Künftig soll es auf oberster Ebene drei so genannte Sektoren, nämlich Energy, Industry und Healthcare geben, denen jeweils ein operativ vollverantwortlicher Vorstand im Konzern vorstehen soll. Unterhalb der Sectors-Ebene sollen Divisions und Business Units angesiedelt werden.

Der Energy-Sector wird im Wesentlichen Geschäftsaktivitäten der Bereiche Power Generation (PG) und Power Transmission & Distribution (PTD) zusammenfassen. Der Industry-Sector soll künftig aus den Bereichen Automation & Drives (A&D), Industrial Solutions & Services (I&S), Transportation Systems (TS), Siemens Building Technologies (SBT) und Osram bestehen. Der Healthcare-Sector wird den Bereich Medical Solutions (Med) abbilden.

Die neue Struktur soll vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats ab Januar 2008 implementiert werden. Mit der neuen Konzernstruktur betonte der neue Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher zudem, dass künftig auch die bereits geltenden "Vorfahrtsregeln" der Bereiche bzw Sectors gegenüber den Landes- und Regionalgesellschaften konsequent umgesetzt werden. Das bedeutet dass die Macht der Macht der Zentrale gegenüber den Regionalgesellschaften gestärkt wird.

Die Forschungsausgaben von Siemens Österreich sollen mittelfristig auf dem heutigen Niveau bleiben und sich zumindest in einer Größenordnung von 750 Mio EUR bewegen. Im Jahr 2006 wendete Siemens Österreich 762,6 Mio EUR in diesem Bereich auf, was einem Anteil am Jahresumsatz von rund 11% entsprochen hat.

Zusätzlich wird eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen angeboten, darunter ein Innovationsfonds. Dieser Fonds wird mit 4 Mio bis 5 Mio EUR pro Jahr dotiert, die vom Unternehmen sowie den Mitarbeitern aufgebracht werden, die dafür auf einen Teil ihrer Prämien verzichten. Die Mittel aus dem Innovationsfonds werden in Projekte investiert, die ein hohes Risikopotenzial bergen aber von besonderer Relevanz für den Standort sind.

International liege Siemens Österreich im Bereich F&E konzernintern hinter Deutschland und den USA an dritter Stelle. Das Unternehmen beschäftigt in Österreich rund 3.000 Mitarbeiter in diesem Bereich.

Angesprochen auf die Korruptionsaffäre sagte Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende der Siemens Österreich, am Rande Pressekonferenz: "Die internen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen." Bei Siemens Österreich wären keine Überraschungen zu erwarten. "Es gibt keine Leichen im Keller", so Ederer weiter.

Siemens hatte auf seiner Bilanzpressekonferenz in der vergangenen Woche mitgeteilt, bei internen Untersuchungen weitere fragwürdige Zahlungen im Zusammenhang mit Beraterverträgen über 857 Mio EUR gefunden zu haben. Insgesamt summieren sich die fragwürdigen Zahlungen damit auf insgesamt rund 1,3 Mrd EUR.

Im vierten Geschäftsquartal habe Siemens die Untersuchungen zweifelhafter Zahlungen bei den übrigen Bereichen außerhalb der bereits untersuchten ehemaligen Com-Sparte und den Regionalgesellschaften "auch für die Geschäftsjahre 2000 bis 2006 weitestgehend abgeschlossen." Die externen unabhängigen Untersuchungen etwa durch die Kanzlei Debevoise dauern den Angaben zufolge aber weiter an.

Webseite: http://www.siemens.com -Von Herbert Dietrichstein, Dow Jones Newswires, +43 (1) 512 6922 13, herbert.dietrichstein@dowjones.com (Alexander Becker in München hat zu diesem Artikel beigetragen) DJG/hed/cbr

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