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24.06.2010

Siemens setzt bei neuem Unternehmensprogramm auf Kapitaleffizienz

MÜNCHEN (Dow Jones)--Mit einem neuen Unternehmensprogramm will sich der Siemens-Konzern künftig stärker auf kapitaleffizientes Wachstum konzentrieren. "Es wird ein Nachfolgeprogramm zu 'Fit 4 2010' geben", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher am Mittwochabend vor Journalisten im Club Wirtschaftspresse München. Das neue Programm rückt die mit der Kennziffer ROCE bemessene Kapitaleffizienz stärker in den Vordergrund, während sich Siemens bislang vornehmlich an den Margen der Sektoren orientierte.

MÜNCHEN (Dow Jones)--Mit einem neuen Unternehmensprogramm will sich der Siemens-Konzern künftig stärker auf kapitaleffizientes Wachstum konzentrieren. "Es wird ein Nachfolgeprogramm zu 'Fit 4 2010' geben", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher am Mittwochabend vor Journalisten im Club Wirtschaftspresse München. Das neue Programm rückt die mit der Kennziffer ROCE bemessene Kapitaleffizienz stärker in den Vordergrund, während sich Siemens bislang vornehmlich an den Margen der Sektoren orientierte.

Das noch laufende Programm "Fit 4 2010" legt den Schwerpunkt vor allem auf die Margen der drei Divisionen. So soll der Industriesektor eine Marge zwischen 9% und 13% erreichen, im Energiesektor sind es 11% bis 15% und bei der Medizintechnik 14% bis 17%. "Wir sind extrem optimistisch, das Programm über die Breite der drei Sektoren zu erfüllen", sagte Löscher. Im abgelaufenen zweiten Quartal ist dies auch allen drei Sektoren gelungen.

Mit dem neuen Unternehmensprogramm, das Löscher auf der Jahrespressekonferenz vorstellen will, soll die Ausrichtung des Münchener Technologiekonzerns verändert werden. "Wir nehmen eine leichte Umsteuerung vor, weg von den Margenzielen und hin zu kapitaleffizientem Wachstum", sagte Löscher. Die Kapitaleffizienz (Return on Capital Employed - ROCE) will Siemens künftig über die Margenziele stellen, wie Löscher auch vor zwei Wochen auf einer Analystenkonferenz in Großbritannien erklärt hatte.

Wichtig bleibe im neuen Unternehmensprogramm weiterhin das Wachstum in Schwellenländern, die Service-Initiative und das Umweltportfolio, erläuterte Löscher. Details des Programms will er allerdings erst zur Bilanz-Pressekonferenz nennen. Das neue Unternehmensprogramm soll zum nächsten Geschäftsjahr eingeführt werden.

Löscher will den Schwerpunkt künftig auf organisches Wachstum legen, es werde allerdings auch "Arrondierungsakquisitionen und -Desinvestionen geben", sagte er. Große Verkäufe wie bei Siemens VDO seien dabei aber nicht zu erwarten. Löscher ging nicht näher darauf ein, welche Unternehmensteile von Verkäufen betroffen sein könnten. Er verwies aber darauf, dass das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) für Siemens "kein Kerngeschäft" sei und dass es daher nach Auslaufen des Vertrages mit Nokia "eher unwahrscheinlich" sei, dass Siemens die restlichen 50% an NSN übernehmen werde.

Für das laufende Geschäftsjahr ist Löscher weiterhin optimistisch. "Wir gehen auf ein Rekordjahr zu", sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Prognose hielt er aufrecht, wonach das Sektorenergebnis des vergangenen Geschäftsjahres übertroffen werden soll und Siemens 2009/2010 somit ein Sektorenergebnis von mehr als 7,5 Mrd EUR erreichen werde. Zur Vorlage der Halbjahreszahlen hatte der DAX-Konzern seine Prognose angehoben. Beim Umsatz rechnet Siemens weiterhin mit einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr.

Die Kurzzykliker der Münchener wie Osram oder die Industrieautomatisierung haben sich schneller als erwartet erholt. "Hier sehen wir einen Aufschwung, der ein Quartal früher als geplant kommt", sagte Löscher. Das Geschäft mit der Energieerzeugung hingegen werde noch einige Jahre brauchen, bis es wieder das Niveau von 2008 erreiche.

Mit Blick auf die Wirtschaft sagte Löscher: "Wir haben ein langsameres Wachstum vor uns, als wir es die vergangenen fünf Jahre gesehen haben". Er glaube aber nicht an einen so genannten Double-Dip, also ein abermaliges Abgleiten in die Rezession, "sofern nicht noch massive Schockwellen aus der Finanzwelt kommen". Mittelfristig sei das Niveau von 2008 wieder zu erreichen, 2012 oder 2013 könnte dies gelingen, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

-Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/brb

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