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30.06.2014 - 

Geschäftsbericht für 2013 veröffentlicht

So teuer kam ProMarkt dem Rewe-Konzern zu stehen

Wie aus dem Geschäftsbericht der Rewe Group hervorgeht, hat ProMarkt im vergangenen Jahr einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe angehäuft - und auch im laufenden Jahr dürfte die inzwischen geschlossene Elektronikkette noch einmal einen Millionenverlust verursachen.
Die Webseite von Promarkt.de ist seit Mitte 2013 offline, sämtliche Filialen verkauft oder geschlossen
Die Webseite von Promarkt.de ist seit Mitte 2013 offline, sämtliche Filialen verkauft oder geschlossen

Rewe-Chef Alain Caparros muss bei seiner Entscheidung, sich von der Elektronikkette ProMarkt zu trennen, an das Sprichwort gedacht haben, wonach ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Darauf deutet zumindest der heute veröffentlichte Geschäftsbericht der Rewe Group für 2013 hin. Demzufolge hat ProMarkt im vergangenen Jahr einen Verlust von 103 Millionen Euro erwirtschaftet. Erträgen von 317,3 Millionen Euro stehen dabei Aufwendungen in Höhe von 420,3 Millionen Euro gegenüber.

Von den Anfang 2012 bestehenden 57 ProMarkt-Filialen hatte Rewe noch vor dem Entscheid zum Ausstieg aus dem Elektronikhandel drei Standorte selbstständig geschlossen. Danach wurden laut Geschäftsbericht 32 Standorte an Wettbewerber und Branchenfremde verkauft. Dazu gehören in erster Linie die Verbundgruppen Expert, Electronic Partner und Euronics (ChannelPartner berichtete). Bei einigen Standorten seien derzeit noch Veräußerungs- und Übernahmeverhandlungen im Gange, berichtet der Handelskonzern, hält aber auch fest: "Einige Standorte konnten jedoch entgegen der ursprünglichen Verkaufsabsicht nicht veräußert werden."

Für Rewe ist damit die "Schocktherapie ProMarkt" (Caparros) noch nicht ausgestanden. Wie es im Geschäftsbericht heißt, seien die im Zuge der unverändert geplanten Veräußerung der verbliebenen Standorte zu erwartenden Verkaufspreise angepasst worden, sodass für einige Standorte infolge nachteiliger Mietverträge negative Verkaufspreise zu erwarten seien. Als Vermögenswert für die noch nicht verkauften ProMarkt-Standorte setzt Rewe einen Wert von 7,5 Millionen Euro an. Gleichzeitig hat der Handelskonzern für die "Ladenhüter-Standorte" Rückstellungen in Höhe von 40 Millionen Euro gebildet, so dass ProMarkt auch 2014 der Rewe Group noch einmal einen Millionenverlust bescheren dürfte.

Schon 2012 hoher Millionenverlust

Der Rewe-Geschäftsbericht macht auch nachvollziehbar, warum sich der Handelskonzern zum Abschied von der Elektronikkette entschieden hat: So standen im letzten regulären ProMarkt-Geschäftsjahr 2012 Erträgen von 518,4 Millionen Euro Aufwendungen von ganzen 543,8 Millionen Euro gegenüber. Unter dem Strich erwirtschaftete ProMarkt damit 2012 einen Verlust von 25,4 Millionen Euro. Bisher war nur bekannt, dass die Umsätze von ProMarkt in dem Jahr um 15,5 Prozent eingebrochen waren.

Nicht gesondert erwähnt wird im Rewe-Geschäftsbericht das Online-Geschäft von ProMarkt. Die Elektronikkette hatte Ende 2009 den Online-Händler Myby.de übernommen und Anfang 2010 von der Wegert-Gruppe auch die Markenrechte an Promarkt.de erworben. In der Folge führte Rewe die beiden Onlineshops unter Dach von ProMarkt zusammen - ohne damit nennenswerte Marktanteile zu erreichen. Heute gehört die Domain Promarkt.de übrigens Electronic Partner, das Besucher der URL auf die Webseite der Medimax-Fachmärkte weiterleitet. (mh)

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