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12.06.2008

Streit um Expansion bei CTS-Eventim-Partner Live Nation - WSJ

NEW YORK (Dow Jones)--Im Management von Live Nation Inc ist offenbar ein Streit um die weitere Strategie des Konzertveranstalters und Musikrechtevermarkters ausgebrochen. Der Konzern schickt sich an, mit dem Kauf umfassender, aber teurer Vermarktungsrechte an Künstlern wie Madonna oder Jay-Z die Landschaft der Musikindustrie grundlegend zu verändern. Neben den bisherigen Veranstaltungs-Management übernimmt Live Nation auch die Platten- sowie Merchandising-Rechte an Künstlern.

NEW YORK (Dow Jones)--Im Management von Live Nation Inc ist offenbar ein Streit um die weitere Strategie des Konzertveranstalters und Musikrechtevermarkters ausgebrochen. Der Konzern schickt sich an, mit dem Kauf umfassender, aber teurer Vermarktungsrechte an Künstlern wie Madonna oder Jay-Z die Landschaft der Musikindustrie grundlegend zu verändern. Neben den bisherigen Veranstaltungs-Management übernimmt Live Nation auch die Platten- sowie Merchandising-Rechte an Künstlern.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) ist nun allerdings ein Streit zwischen CEO Michael Rapino und Chairman Michael Cohl ausgebrochen. Während Rapino das Tempo bei der Untervertragnahme neuer Künstler drosseln will, möchte Cohl es noch forcieren, wie das "WSJ" am Donnerstag berichtete. So peilt Cohl den alsbaldigen "Einkauf" von 15 neuen Künstlern an.

Der Streit zwischen Cohl und Rapino sei in den vergangenen Wochen zunehmend hochgekocht, wie mit der Sache vertraute Personen berichteten. Cohl habe sogar damit gedroht, Live Nation und damit Los Angeles zu verlassen und sein Geschäft nach Miami zu verlagern. Dabei wollte er zahlreiche Künstler mitnehmen. Cohl sei es allerdings vertraglich für acht Jahre untersagt, im Falle einer Trennung mit Live Nation zu konkurrieren.

Der Aufsichtsrat stand offenbar schon bereit, um zu intervenieren und die beiden Streithähne bei einem Schlichtungsgespräch in Dallas zu vereinen. Zwar sprächen Cohl und Rapino mittlerweile wieder miteinander, wie Informanten berichteten. Doch sei eine Lösung in der Frage um die weitere Expansionsstrategie noch nicht in Sicht.

In den vergangenen Monaten hat die Strategie von Live Nation die Musikbranche in Staunen versetzt. Neben Madonna und Jay-Z nahm das Unternehmen auch die irische Band U2 und die Jonas Brothers unter Vertrag. Die beiden letzteren Vereinbarungen gelten allerdings als weniger lukrativ, da Live Nation hier über weniger Rechte verfügt.

Diese Expansions-Strategie hat bislang ihre Spuren hinterlassen: Seit dem ersten Deal mit Madonna im Oktober 2007 hat die Aktie bislang rund 44% an Wert verloren. Gleichwohl werden die so genannten 360-Grad-Verträge immer beliebter in einem für die Musikindustrie zunehmend schwierigeren Marktumfeld. Da der alleinige Verkauf von Tonträgern traditionellen Plattenfirmen oftmals nicht zum Überleben reicht, ist eine Vielzahl der Unternehmen dazu übergegangen, auch das Tour-Management und das Merchandising zu übernehmen.

Die Kombination der beiden Geschäftsmodelle ist allerdings riskant: So sind unter anderem die Gewinnmargen bei der Konzertveranstaltung äußerst dünn. Daher könnte eine schwache Tour den Gesamtwert eines Vertragspakets mindern. Noch bis vor Kurzem hatten Plattenfirmen lediglich junge, unbekannte Künstler unter Vertrag genommen und damit auf ein weniger kostspieliges Vorgehen gesetzt. Live Nation hat mit dem Hauptaktionär Cohl die Strategie nun auf ein höheres Niveau gehievt. Laut Kreisen hat der Konzern beispielsweise auch mit der südamerikanischen Sängerin Shakira verhandelt, jedoch keine Einigung erzielt.

Seit Dezember 2007 besteht eine weltweite Kooperation zwischen Live Nation und dem im SDAX gelisteten Wettbewerber CTS Eventim. Die Partnerschaft verschaffe CTS eine Basis für den Ausbau bestehender Strukturen und für den Markteintritt in zahlreiche europäische Länder, hieß es damals vom CTS-Vorstandsvosritzendem Klaus-Peter Schulenberg. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wirkte sich die Kooperation allerdings ergebnisbelastend aus.

Im Jahr 2009/10 will CTS mithilfe der Zusammenarbeit 20 Mio zusätzliche Tickets verkaufen, bis 2011/12 gar 40 Mio. Den zusätzlichen Umsatz sieht das Unternehmen dann bei 60 Mio bis 80 Mio EUR.

Webseiten: http://www.livenation.com http://www.eventim.de DJG/DJN/eyh/smh

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