Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.04.2010

TOP DE: Heidelberger Druck rutscht 09/10 tiefer in der Verlustzone

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die krisengebeutelte Heidelberger Druckmaschinen AG hat das wohl schwierigste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte hinter sich gebracht. Erwartungsgemäß erlitt der weltgrößte Druckmaschinenhersteller 2009/10 einen deutlichen Einbruch sowohl bei den Neuaufträgen als auch beim Umsatz und schrieb tiefrote Zahlen. Die düstere Prognose aus dem Herbst wurde aber erfüllt, wie der MDAX-Konzern am Donnerstagabend überraschend auf vorläufiger Basis mitteilte.

Aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Printmedien-Industrie sank der Auftragseingang im Zeitraum von April 2009 bis März 2010 deutlich auf 2,37 (2,91) Mrd EUR, wodurch die Einnahmen auf rund 2,31 (Vorjahr 3,00) Mrd EUR einbrachen. Vor Zinsen und Steuern und bereinigt um Restrukturierungskosten fiel der Verlust mit 130 Mio EUR sogar noch höher aus als im Vorjahr (49 Mio EUR). Die tiefgreifende Sanierung, die mit einem massiven Stellenabbau einherging, kostete Heidelberger Druck im abgelaufenen Geschäftsjahr 28 Mio EUR.

Wie unter dem Strich abgeschnitten wurde, gab der MDAX-Konzern nicht bekannt. 2008/09 hatte netto - vor allem wegen der hohen Finanzierungskosten - ein Verlust von fast einer Viertel Milliarde Euro zu Buche gestanden. Den Geschäftsbericht wird Heidelberger Druck Mitte Juni veröffentlichen.

Mit den am Donnerstagabend vorgelegten vorläufigen Zahlen erfüllte der MDAX-Konzern die eigenen Erwartungen: Für das Krisenjahr 2009/10 hatte Heidelberger Druck mit einem deutlichen Umsatzrückgang sowie einem bereinigten operativen Verlust von 110 Mio bis 150 Mio EUR gerechnet.

"Die Heidelberg-Gruppe konnte in einem schwierigen Marktumfeld im Geschäftsjahr 2009/10 ihre führende Marktstellung behaupten und in einigen Segmenten weiter ausbauen", sagte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier. "In der zweiten Jahreshälfte war eine spürbare Aufwärtstendenz zu erkennen, die vor allem durch das traditionell starke vierte Quartal geprägt war."

Im Schlussquartal belebte sich die Bestelltätigkeit spürbar: Der Auftragseingang lag bei 678 Mio EUR und damit sowohl über dem Niveau des Vorquartals (609 Mio EUR) als auch dem des Vorjahres (474 Mio EUR). Im Schlussquartal stieg erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise der Umsatz wieder - und zwar auf 715 Mio EUR. Auf bereinigter, operativer Basis wurde ein Gewinn von 11 Mio EUR geschrieben.

Bereits im dritten Quartal hatte Heidelberger Druck zwar die anhaltende Talfahrt bei den Neuaufträgen stoppen können, die Neubestellungen lagen aber noch auf sehr niedrigem Niveau. Da zudem einige Zeit vergeht, bis sich neue Aufträge auf der Umsatzseite niederschlagen, verbuchte Heidelberger Druck seinerzeit noch ein deutliches Einnahmenminus.

Der Maschinenbau steckt nach massiven Orderrückgängen in der wohl heftigsten Krise seiner Geschichte. Hohe Stornoraten, Bestellrückgänge und Überkapazitäten machen dabei vor allem den Druckmaschinenherstellern schwer zu schaffen. Hauptgrund für die schwere Branchenkrise ist der Einbruch auf dem Printwerbemarkt, denn die Druckereien sind von Verlagen abhängig, die sich wiederum zu einem erheblichen Teil auf Werbeeinnahmen stützen. Dass der Markt das Vorkrisenniveau jemals wieder erreichen wird, halten Branchenexperten für unwahrscheinlich.

Um auf die schwerste Krise zu reagieren, hatte Heidelberger Druck bereits Mitte 2008 den Rotstift angesetzt und 4.000 der ehemals 20.000 Stellen abgebaut. Im Frühjahr 2010 wurde der Sparkurs nochmals verschärft: Im Zuge der strategischen Neuaufstellung sollen weitere 850 Arbeitsplätze wegfallen. Die Kosten sollen durch das gesamte verabschiedete Maßnahmenpaket um fast eine habe Milliarde Euro sinken.

Im neuen Geschäftsjahr will sich Heidelberger Druck so in Richtung der Gewinnzone zurücksparen. Vorstandsvorsitzender Schreier bekräftigte am Donnerstagabend, Ziel der neuerlichen Sparmaßnahmen sei es, bei einer stabilen Konjunkturentwicklung 2010/11 ein operativ ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Künftig wollen die Heidelberger nach früheren Angaben bereits bei einem Jahresumsatz von weniger als 2,5 Mrd EUR operativ schwarze Zahlen schreiben.

Einen konkreten Ausblick für das angelaufene Geschäftsjahr gab Heidelberger Druck bei Vorlage der vorläufigen Zahlen erwartungsgemäß noch nicht. Soweit wird es nach Aussage von Schreier frühestens auf der Bilanzpressekonferenz des MDAX-Konzerns am 15. Juni sein.

Webseite: www.heidelberg.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

TOP DEUTSCHLAND - die wichtigsten inländischen Nachrichten des Tages. Sie erhalten an jeden Börsentag gegen 09:30, 13:30 und 18:00 Uhr jeweils eine Selektion der durchschnittlich fünf Top-News des Tages. Bei Fragen senden Sie bitte eine Mail an topnews.de@dowjones.com.

Dow Jones Newswires

April 23, 2010 03:30 ET (07:30 GMT)