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30.07.2010

TOP EU: EADS erhöht Ausblick für 2010

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

AMSTERDAM (Dow Jones)--Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zeigt sich nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr optimistischer für das Gesamtjahr und hat seinen Ausblick teilweise erhöht. Hohe Flugzeugbestellungen und eine veränderte Annahme des Wechselkursverhältnisses Euro zu US-Dollar stimmen den Konzern zuversichtlicher. Auftragseingang, Umsatz, Rentabilität und Free-Cashflow sollen nun höher ausfallen als noch Mitte Mai prognostiziert. Außerdem will der Vorstand von Ende des Jahres an mehr Single-Aisle-Flugzeuge produzieren.

Weniger gute Nachrichten enthielten indes die Halbjahreszahlen, die am Freitag vorgelegt wurden. Bei einem geringfügig gestiegenem Umsatz halbierten sich über und unter dem Strich die Ergebnisse. Verantwortlich dafür macht EADS Wechselkurseffekte, steigende Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Belastungen aus den Großprogrammen.

Obwohl Marktteilnehmer den Geschäftsausweis unterschiedlich bewerteten, legt der Aktienkurs von EADS deutlich zu: Bis 11.19 Uhr verteuert sich das Papier um 3,8% auf 18,22 EUR.

Die neue Prognose basiert auf einem angenommenen EUR-Kurs von 1,35 USD nachdem bisher 1,40 USD unterstellt worden waren. Bei rund 500 Auslieferungen von Airbus und etwas unter Vorjahr liegenden Übergaben bei Eurocopter rechnet der Vorstand nun mit einem Anstieg des Umsatzes auf über 44 (Vj 42,8) Mrd EUR. Bisher war lediglich eine zum Vorjahr stabile Entwicklung angenommen worden. EADS hatte bei Airbus bisher maximal so viele Auslieferungen wie im Vorjahr mit 498 Flugzeugen erwartet und war bei Eurocopter von einem Rückgang von 6% ausgegangen.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus hatte vor wenigen Tagen schon seine Prognose für die 2010 zu erwartenden Brutto-Aufträge auf über 400 Maschinen erhöht. Vor den beiden Flugzeugmessen in Berlin in Farnborough war er noch von 250 bis 300 Aufträgen ausgegangen. Die hohen Auftragseingänge führen nun zu einer Erhöhung der Produktionsraten von "Single-Aisle"-Maschinen. Sie soll zum Jahresende auf 36 Maschinen pro Monat, im dritten Quartal 2011 auf 38 Flugzeuge pro Monat und vom ersten Quartal 2012 an auf 40 Maschinen pro Monat ausgebaut werden.

Die Steigerung der geplanten Auslieferungen und der erwartete Anstieg der operativen Ertragskraft soll im Gesamtjahr zu einem EBIT vor Einmaleffekten von rund 1,2 Mrd EUR führen und damit um 200 Mio EUR höher ausfallen als bisher erwartet. Als Einmaleffekte nennt der Vorstand Wechselkursveränderungen. Bei der Vorlage der Erstquartalszahlen Mitte Mai hatte der Vorstand noch keine Einmaleffekte gesehen und war davon ausgegangen, dass das berichtete EBIT und das EBIT vor Einmaleffekten deckungsgleich sind und sich 2010 auf 1 Mrd EUR stellen werden.

Diese Erhöhung der Prognose für das EBIT vor Einmaleffekten zieht aber keine Neueinschätzung für das berichtete EBIT nach sich. Hier hält der Vorstand trotz der negativen außergewöhnlichen Wechselkurseffekte des ersten Halbjahres weiterhin einen Wert von rund +1 (-0,322) Mrd EUR für möglich.

Nach Ablauf des ersten Halbjahres sieht sich der Vorstand auch weiterhin vor großen Herausforderungen.

"Unsere Hauptaufgaben bleiben ganz klar, die Effizienz bei der A380-Produktion zu erhöhen, die A350-Entwicklung voranzutreiben und mit den Kundennationen die Anpassung des A400M-Vertrags abzuschließen", sagte CEO Louis Gallois bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Außerdem will er "hart dafür kämpfen", die Ausschreibung für den US-Tankflugzeug-Auftrag zu gewinnen.

Die Entwicklung der A350 XWB macht EADS zufolge zwar Fortschritte, bleibt aber "herausfordernd". Auch das A380-Programm belaste die Ergebnisse wie erwartet "weiterhin deutlich". Schließlich wartet der Vorstand noch auf die Anpassung des Vertrags zum Militärtransporterprogramm A400M. Die Verhandlungen mit den Bestellnationen sind immer noch nicht abgeschlossen.

Das Flugerprobungsprogramm der A400M schreitet den Angaben zufolge indes besser als gedacht. Die Entwicklung des "Flight Management Systems" befinde sich jedoch in einer kritischen Phase und sei herausfordernder als erwartet. Maßnahmen zur Verringerung der Risiken seien eingeleitet worden. Die im März 2010 getroffenen Annahmen zur Berechnung der A400M-Rückstellung sind EADS zufolge weiter gültig. Eine Änderung dieser Annahmen könnte sich erheblich auf künftige Ergebnisse auswirken, bekräftigte der Vorstand seine Einschätzung. Er hatte im März Drohverlustrückstellungen für dieses Programm neu bewertet.

Zum Umsatzsplus auf 20,308 Mrd EUR im ersten Halbjahr haben EADS zufolge Auslieferungen bei Airbus und Eurocopter auf Vorjahresniveau beigetragen. Das EBIT vor Einmaleffekten sank auf 0,6 (1,3) Mrd EUR und war gekennzeichnet von Beeinträchtigungen des A380-Programms, schlechteren Hedgingkursen und höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Das berichtete EBIT von 406 (888) Mio EUR sei zusätzlich durch außerordentliche negative Wechselkurseffekte vermindert worden. Das Nettoergebnis reduzierte sich auch wegen der rückläufigen Zinssätze auf den Finanzmärkten auf 185 (378) Mio EUR.

Für den Markt lieferte EADS nach Angaben eines Händlers mit Zahlen und Ausblick "Licht und Schatten". Positiv sei, dass Auftragseingang und Währungsentwicklung zu einer Anhebung des Umsatzausblicks geführt habe. Auf der anderen Seite dürfte der Ertrag dieser Entwicklung künftig hinterherlaufen. Im zweiten Quartal habe EADS beim Nettoergebnis die Markterwartung verfehlt. "Vieles hängt bei EADS von der weiteren Entwicklung im Euro/Dollar ab", so ein Händler weiter.

Der EADS-Vorstand geht davon aus, dass sich die Profitabilität des Konzerns bei einer nachhaltigen Erstarkung des US-Dollar vom Jahr 2012 an verbessern wird. Kurzfristig sei das Nettowährungsrisiko nahezu vollständig abgesichert. Ende Juni 2010 habe der Marktwert des Hedging-Portfolios bei negativen 4,2 Mrd EUR netto vor Steuern gelegen und das Eigenkapital belastet. Dieser negative Effekt soll zurückgehen, wenn die derzeitigen Hedges auslaufen beziehungsweise wenn der Dollarkurs weiter schwächer werde, prognostizierte das Management.

Webseite: www.eads.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0) 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/kla

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