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18.08.2010

TOP EU: Wettbewerb und Preisdruck setzen Telekom Austria weiter zu

Von Christine Benders-Rüger DOW JONES NEWSWIRES

Von Christine Benders-Rüger DOW JONES NEWSWIRES

WIEN (Dow Jones)--Die Telekom Austria AG hat im zweiten Quartal ihre Umsatzverluste eingegrenzt und weniger verdient als erwartet. Der österreichische Telekomkonzern leidet unverändert unter dem harten Wettbewerb besonders im Mobilfunkmarkt und dem anhaltenden Preisdruck in Osteuropa.

In der Dreimonatsperiode setzten die Österreicher 1,17 (1,19) Mrd EUR um und wiesen unter dem Strich ein Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter von 69 (82) Mio EUR aus. Analysten hatten einen Erlösrückgang auf 1,13 Mrd EUR und einen Nettogewinn von 80 Mio EUR erwartet. Allerdings schnitt Telekom Austria damit besser ab als im Vorquartal. Im zweiten Quartal ermäßigte sich der Umsatz um 1,9%, während im Auftaktquartal noch ein Umsatzminus von 5,9% zu Buche gestanden hatte. Telekom Austria begründete dies am Mittwoch mit höheren Erlösen im Festnetzgeschäft und einem geringeren Umsatzrückgang im Bereich Mobilfunk.

Marktteilnehmer kommentierten die Geschäftszahlen mit den Worten, die Zweitquartalszahlen blieben überwiegend auf der Gewinnseite hinter den Erwartungen zurück. Offensichtlich seien im zweiten Quartal die Kosten für das Halten beziehungsweise Hinzugewinnen von Festnetzkunden "ein wenig aus dem Ruder gelaufen", sagte ein Händler am Morgen.

Das berichtete EBITDA von Telekom Austria fiel um 10,3% auf 403,8 Mio EUR. Kostensenkungsmaßnahmen im Mobilfunk hätten die Auswirkungen geringerer Umsatzerlöse fast zur Hälfte dämpfen können, erklärte das Unternehmen. Vor Sonderposten berichteten die Österreicher ein EBITDA von 417,8 Mio EUR und verzeichnete damit einen Rückgang von 7,2% im Quartalsvergleich. Das Betriebsergebnis ermäßigte sich um 21,2% auf 134,2 Mio EUR.

Sowohl im Festnetz als auch im Segment Mobilkommunikation bestehe ein harter Wettbewerb, erklärten die Österreicher. Die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Preisstrukturen würden durch regulatorische Eingriffe in beiden Geschäftsbereichen zusätzlich verschärft. In Zentral- und Osteuropa (CEE) werde die geschäftliche Entwicklung durch ein anhaltend schwieriges makroökonomisches Umfeld, eine erhebliche Steuerbelastung und einen starken Wettbewerb geprägt.

Im Festnetz stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 0,4% auf 458,5 Mio EUR. Telekom Austria verkaufte zwar weniger Sprachminuten, bediente weniger Anschlussleitungen und erlöste weniger aus dem Datentransport. Die Umsätze im Bereich Wholesale-Sprachtelefonie & Internet erhöhte der Konzern jedoch um 2,4% auf 88,6 Mio EUR. Auch die sonstigen Umsatzerlöse stiegen um 17,5%, Telekom Austria erklärte dies mit dem Absatz von Notebooks, die im Produktbündel verkauft wurden. Das EBITDA ermäßigte sich in dem Bereich um 23,4%, was das Unternehmen unter anderem mit zusätzlichen Restrukturierungsaufwendungen und der Zusammenlegung der Bereiche Festnetz und Mobilkommunikation begründet.

Im Bereich Mobilfunk fiel der Umsatz im zweiten Quartal um 2,8% auf 778,4 Mio EUR hauptsächlich wegen geringerer Erlöse in Österreich und Bulgarien. Hier hätten sich die niedrigeren Preise für Sprach- und Datendienste sowie geringere Terminierungsentgelte bemerkbar gemacht. Der Umsatzrückgang habe sich im Vergleich zu den Vorperioden aber abgeschwächt. Im ersten Quartal hatte das Umsatzminus noch bei 7,1% gelegen. Das EBITDA lag mit 301 Mio EUR rund 4% unter dem Wert des Vorjahres. Während sich in Weißrussland, Slowenien, der Republik Serbien und der Republik Mazedonien zwar operativ eine Verbesserung gezeigt habe, hätten die niedrigeren Beiträgen aus Österreich, Bulgarien und Kroatien belastet.

Bei mobilkom austria ermäßigte sich der Umsatz um 4,3% auf 375 Mio EUR. Der Konzern begründete dies mit geringeren Zusammenschaltungserlösen. Die Verwässerung der Tarife für Sprach- und Datendienste habe zu niedrigeren Erlösen aus Verbindungs- und Grundentgelten geführt. Der Marktanteil von mobilkom austria lag zum Ende des zweiten Quartals bei 42,1% (42,3%). Die Penetrationsrate in Österreich stieg auf 140,4% per Ende Juni 2010 im Vergleich zu 130,8% im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diesen Anstieg führte der Konzern auf die zunehmende Anzahl der Kunden zurück, die zusätzlich zu ihren SIM-Karten für Sprachdienstleistungen auch SIM-Karten für mobiles Breitband verwendeten. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden (ARPU) verringerte sich um 11,4% auf 22,6 EUR.

Mit Blick auf das Gesamtjahr rechnen die Österreicher wegen strikter Einsparungen mit einem höheren EBITDA als bislang. Das EBITDA soll nun 1,60 Mrd bis 1,65 Mrd EUR erreichen. Zuvor hatte der Wiener Konzern hier 1,60 Mrd EUR in Aussicht gestellt. Die Umsatzschätzung beließ das Unternehmen allerdings wegen des scharfen Preisdrucks in allen wichtigen Märkten unverändert bei rund 4,7 Mrd EUR. "Striktes Kostenmanagement wird den negativen Auswirkungen geringerer Umsatzerlöse entgegenwirken", so Telekom Austria. Als Belastungsfaktoren sieht das Unternehmen neben dem Preisdruck die niedrigeren regulierungsbedingten Roaming-Tarife und Terminierungsentgelte. Auch die Abgabe für bestimmte Mobilfunkdienste in Kroatien und Serbien seien nicht von Vorteil für den Konzern.

Webseite: www.telekomaustria.com -Von Christine Benders-Rüger, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69 29 725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/cbr/jhe

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