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16.03.2009

UPDATE: Chinesische Inspur führt Gespräche mit Qimonda

(NEU: Details)

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PEKING/MÜNCHEN (Dow Jones)--Das chinesische Computer- und Softwareunternehmen Inspur Co führt Gespräche mit mehreren ausländischen Unternehmen, darunter ist auch mit dem insolventen Münchener Speicherchiphersteller Qimonda AG. Die Provinzregierung von Shandong, unter deren Leitung die Gespräche liefen, wolle die Halbleiterindustrie in der Region vorantreiben, sagte eine Sprecherin von Inspur am Montag. Konkrete Abschlüsse gebe es dabei bisher nicht, sagte sie.

Qimonda hatte nach zuletzt massiven Verlusten aufgrund des anhaltenden Preisverfalls bei Speicherchips am 23. Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor war ein Rettungspaket der Politik und der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG gescheitert, weil sich bei Qimonda ein unerwartet hoher Finanzierungsbedarf ergeben hatte. Infineon hält derzeit 77,5% an Qimonda.

Laut einem Schreiben, das der vorläufige Insolvenzverwalter von Qimonda, Michael Jaffé, in der vergangenen Woche an sächsische Politiker verschickte und in welches Dow Jones Newswires am Montag Einsicht hatte, ist Inspur ernsthaft an einer Zusammenarbeit mit einer "neuen" Qimonda interessiert. Der Plan sieht vor, dass chinesische Investoren lediglich eine Minderheit an Qimonda halten sollen, um die Gefahr gering zu halten, dass Technologie nach China abwandert. Inspur ist laut Jaffé bereit, in Shandong eine Chipfabrik für rund 2,5 Mrd EUR zu bauen.

Jaffé schreibt in seinem Brief vom 9. März aber auch, dass es kurzfristig kaum Chancen gibt, eine neu aufgestellte Qimonda AG unter privatwirtschaftliche Führung zu stellen. Der Insolvenzverwalter schlägt daher vor, dass sich der Freistaat Sachsen sowie Portugal, wo Qimonda ein Werk hat, und die Gläubiger gläubiger selbst an dem Unternehmen beteiligen. Portugal wäre seiner Darstellung nach dazu bereit.

Eine Sprecherin des sächsischen Wirtschaftsministers Thomas Jurk (SPD) sagte am Montag, eine Beteiligung Sachsens an Qimonda wäre denkbar, wenn es einen Investor gäbe. Auch der Koalitionspartner CDU habe einen solchen Schritt zuletzt nicht mehr ausgeschlossen.

Qimonda hat wiederholt erklärt, eine Investorenlösung müsse bis Ende März gefunden sein, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs zu gewährleisten. Am Freitag teilte Qimonda aber mit, Gespräche mit potenziellen Interessenten über eine Fortführungslösung würden über das Monatsende hinaus andauern. Die Fertigung in Dresden will Qimonda nun bis Ende März komplett herunterfahren und danach in einen "Stand-By-Modus versetzen.

Damit eine Fortführung der Produktion und des Geschäftsbetriebs möglich bleibt, soll eine Transfergesellschaft gegründet werden, die die deutschen Mitarbeiter ab dem 1. April aufnimmt. Eine "Kernmannschaft" soll dabei im Unternehmen weiterarbeiten, um die so genannte Buried-Wordline-Technologie zu erhalten, welche die Herstellung von Chips mit höherem Speichervolumen und geringerem Energieverbrauch ermöglicht.

Webseiten: http://www.qimonda.com http://www.inspur.com/english/index.shtml -Von Terence Poon und Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/kgb/jhe/rio Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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