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13.11.2007

UPDATE: Drägerwerk beruhigt Investoren nach Gewinnwarnung

(NEU: Details, Aktienkurs, Analysteneinschätzung) Von Jürgen Hesse Dow Jones Newswires

(NEU: Details, Aktienkurs, Analysteneinschätzung) Von Jürgen Hesse Dow Jones Newswires

LÜBECK (Dow Jones)--Nach der Gewinnwarnung Ende Oktober hat die Drägerwerk AG ihre Aktionäre bei Vorlage der Neunmonatszahlen mit weiteren negativen Überraschungen verschont. Der Jahresüberschuss fiel von Januar bis September zwar um 8,6% auf 27,8 Mio EUR, wie der im TecDAX gelistete Konzern am Dienstag mitteilte. Der Umsatz legte aber noch um 2,8% auf 1,254 Mrd EUR zu.

Bereits im Oktober hatte der Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Investoren mit der Nachricht verschreckt, seine Prognose für das Gesamtjahr wegen des schwachen Geschäfts der Sparte Medical in den USA nicht zu erreichen. Zugleich hatte Drägerwerk mitgeteilt, das EBIT habe sich im Neunmonatszeitraum auf 70,3 Mio nach 75,0 Mio EUR im gleichen Zeitraum des Vorjahres verringert.

Die Probleme bei Medical betreffen den deutlich größten Geschäftsbereich von Drägerwerk. Hier hat der Konzern offenbar Schwierigkeiten mit dem neuen Patientenüberwachungssystem Infinity ACS. Das Produkt ist die erste standardisierte Plattform mit Einzelkomponenten für Patientenüberwachung, Therapiefunktion und Informationsmanagement. Der Konzern will nun im nächsten Jahr mehr investieren als bislang geplant, um das Potenzial der Neuentwicklung besser auszuschöpfen.

Belastet von den Problemen im US-Geschäft wies der Medizintechnikbereich im dritten Quartal einen Rückgang des EBIT um 16,2% auf 12,9 Mio EUR aus. Im Vorjahreszeitraum hatten aber auch große Projekte das EBIT aufgebläht, so dass der Vorjahreswert schwer wieder zu erreichen war. Der Jahresüberschuss sank im dritten Quartal um 26,3% auf 7,3 Mio EUR.

Etwas aufgefangen werden konnte der Ergebnisrückgang durch die zweite Sparte von Drägerwerk, die Sicherheitstechnik herstellt. Der Bereich Safety steigerte sein EBIT im dritten Quartal um 9,5% auf 13,8 Mio EUR. Auch der Jahresüberschuss legte um 8,1% auf 9,3 Mio EUR zu. Bei der Sicherheitstechnik habe Drägerwerk eine positive Geschäftsentwicklung in allen Bereichen erzielt, sagte der für den Bereich Safety verantwortliche Vorstand Albert Jugel auf einer Telefonkonferenz.

Mit Blick auf das Gesamtjahr hielt Drägerwerk am Dienstag an der gesenkten EBIT-Prognose fest, wonach das Betriebsergebnis unter dem Vorjahreswert erwartet wird. Im Jahr 2006 hatte der Medizintechnikkonzern ein EBIT von 148 Mio EUR erzielt.

Eine detaillierte Prognose legte das Unternehmen jedoch weiterhin nicht vor. Hintergrund ist der offene Prospekt anlässlich der angestrebten Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und das damit verbundene Risiko von Prospekthaftungsklagen.

Um sein Wachstum und die Ertragskraft zu stärken, will das Unternehmen aber nun das Portfolio um zahlreiche Innovationen erweitern und die globale Vertriebs- und Servicestruktur ausbauen. Für Nordamerika und andere Regionen werden derzeit Maßnahmen erarbeitet.

Gleichzeitig sollen die Shared Services im Gesamtkonzern ausgebaut werden, um Effizienz und Qualität zu steigern. "In den Geschäftsjahren 2008 bis 2010 beabsichtigen wir, erheblich in die Verbesserung der Wertschöpfung des Gesamtkonzerns zu investieren", sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Dräger. Details zu Kosten oder Einsparungen wurden aber auch auf Nachfrage in der Telefonkonferenz nicht genannt.

Mehr Informationen will der Konzern möglicherweise im Dezember nennen. Bis dahin sei auch eine Eintragung des Rechtsformwechsel wahrscheinlich, teilte das Unternehmen mit.

An der Börse wurde der Quartalsbericht positiv aufgenommen. Die Drägerwerk-Aktien verteuerten sich in einem sehr schwachen Markt bis 10.40 Uhr um 0,3% auf 47,25 EUR, nachdem sie im Verlauf um bis zu 1,6% gestiegen waren.

Unicredit-Analysten stuften die Titel auf "Buy" von "Sell" hoch. Nach der Gewinnwarnung Ende Oktober sei der Aktienkurs so deutlich gefallen, dass die Aktien nun deutlich unter ihrem fairen Wert von 70 EUR notierten, begründeten die Analysten. Nach ihrer Einschätzung wird sich das Medizintechnikgeschäft bis 2009 wieder plangemäß entwickeln.

Webseite: http://www.draeger.com/ -Von Jürgen Hesse, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/jhe/cbr

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