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09.03.2010

UPDATE: EADS/Northrop bei US-Milliardengeschäft aus dem Rennen

09.03.2010
(NEU: Aussagen des Airbus-Vorstandsvorsitzenden Thomas Enders, Hintergrund)

(NEU: Aussagen des Airbus-Vorstandsvorsitzenden Thomas Enders, Hintergrund)

Von Christine Benders-Rüger DOW JONES NEWSWIRES

ARLINGTON (Dow Jones)--Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und sein US-Partner Northrop Grumman sind bei dem milliardenschweren Tankergeschäft mit der US-Luftwaffe aus dem Rennen. EADS und Partner Northrop Grumman werden sich nicht um den 35 Mrd USD schweren Auftrag des US-Verteidigungsministeriums bewerben. Die Ende Februar vorgelegten Ausschreibungsbedingungen würden den Wettbewerber Boeing klar bevorzugen, teilten Northrop Grumman und EADS North America am Montagabend mit.

Der Airbus-Vorstandsvorsitzende Thomas Enders begründete den Rückzug mit der "Voreingenommenheit" der US-Regierung sowie den unfairen Wettbewerbsbedingungen bei der Neuausschreibung des Milliardenauftrags. Anders als die erste Ausschreibung, die Northrop/Airbus 2008 gewonnen hatte, sei die jetzige Ausschreibung "maßgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigeren Flieger der Konkurrenz. Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb", sagte Enders in der Nacht zum Dienstag der "Financial Times Deutschland".

Enders bedauert, dass Airbus nun nicht mehr im Rennen um den Auftrag für zunächst 179 Tankflugzeuge ist. "Die US-Luftwaffe weiß, dass wir bei weitem das bessere Produkt anbieten", sagte der Manager weiter. Er verweist darauf, dass der Rückzug eine Entscheidung des US-Partners Northrop Grumman als Anführer des Konsortiums ist. "Wenn unser Partner heute davon überzeugt ist, dass wir in diesem Umfeld keine Chance haben zu gewinnen, egal wir gut unser Angebot ist, kann ich dieser Einschätzung nur folgen", erklärte Enders. Enders deutet damit an, dass die Rückzugs-Entscheidung des US-Partners von dem europäischen Flugzeughersteller nicht forciert wurde.

Auf die Frage, ob er die Ausschreibungsbedingungen als Protektionismus bewerte, lehnte Enders einen Kommentar ab. "Politische Bewertungen überlasse ich anderen." Für ihn sei nur klar, dass sich unter den derzeitigen Bedingungen ein Antritt von uns wirtschaftlich nicht lohnt." In einer Pressemitteilung von Northrop Grumman hieß es am Montagabend, beide Partner hätten sich entschieden, nicht gegen die Ausschreibungsbedingungen vorzugehen. Die amerikanischen Soldaten seien auf neue Tankflugzeuge angewiesen und hätten schon zu lange auf diese gewartet, so Northrop Grumman.

Seit 2001 versucht die Airforce, ihre alternden Tankflugzeuge zu ersetzen. Die Maschinen haben ein Durchschnittsalter von 50 Jahren. Bei dem neuen Auftrag geht es um 179 Flugzeuge mit der Aussicht, dass Amerikas Verbündete ebenfalls Kunden werden. Bei einer vorhergehenden Ausschreibung des Tankflugzeug-Auftrags 2008 hatte Airbus zusammen mit Northrop Grumman den Auftrag erhalten. Dagegen hatte sich Boeing wegen unklarer Ausschreibungssbedingungen jedoch erfolgreich vor dem Government Accountability Office (GAO) zur Wehr gesetzt, so dass der Auftrag neu ausgeschrieben wurde. Für Airbus/EADS ist das Aus um die Tanker-Neuausschreibung ein schwerer Rückschlag in den US-Expansionsplänen der Europäer.

Webseiten: www.eads.com www.northropgrumman.com www.ftd.de Von Christine Benders-Rüger, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 103, unternehmen.de@dowjones.com DJG/cbr/jhe

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