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11.03.2008

UPDATE: EADS zeigt sich zuversichtlich für das laufende Jahr

(NEU: Aussagen des Vorstandes, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs, Hintergrund) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen des Vorstandes, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs, Hintergrund) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

PARIS (Dow Jones)--Der Vorstand des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat sich über den geplanten Verlauf des Jahres 2008 positiv geäußert. Das am Dienstag präsentierte Ergebnis des abgelaufenen Jahres bezeichneten EADS-CEO Louis Gallois und CFO Hans Peter Ring indes als "gar nicht zufriedenstellend". Diese Einschätzung teilen auch die Analysten. Sie zeigten sich auch mit Blick auf die Prognose für das laufende Jahr enttäuscht. Der Kurs der Aktie gibt bis 11.53 um 5,2% auf 16,38 EUR nach.

Der Vorstand will im laufenden Jahr das EBIT deutlich überproportional zum Umsatz steigern und einen Wert von 1,8 Mrd EUR erreichen. Für 2007 hatte er nur 52 Mio EUR ausgewiesen. Der Umsatz soll sich auf mehr als 40 (39,123) Mrd EUR stellen. Dieser Prognose liegt ein Wechselkurs von 1,45 USD/EUR zugrunde. Außerdem berücksichtigt das EBIT den Angaben zufolge Planungsunsicherheiten. Nicht einkalkuliert sind die Auswirkungen kurzfristiger Währungsschwankungen auf Neubewertungen bestehender Rückstellungen und die mögliche Veräußerung von Werken.

"Wenngleich die entscheidenden Entwicklungsprogramme nicht ganz frei von Risiken sind, erwartet EADS gegenwärtig keine wesentliche Verschlechterung derselben", sagte Gallois. Vor Einfluss von Kundenfinanzierungen erwartet EADS einen Free Cash Flow von 0,5 Mrd EUR, weist aber auch die Volatilität dieser Kennzahl hin.

Den positiven Blick nach vorne begründet der Vorstand mit dem anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum und dem soliden Auftragsbestand. So soll das zivile Flugzeuggeschäft trotz der Volatilität der Märkte weiterhin stark bleiben. Während die Flugzeugtochter Airbus im laufenden Jahr rund 700 Bestellungen hereinnehmen und 470 Maschinen ausliefern soll, rechnet der Vorstand 2011/2012 mit einem Auslieferungshöhepunkt.

Für die Aktionäre stellte der Vorstand für 2008 eine höhere Dividende in Aussicht. Es gebe Spielraum für eine "substanzielle" Erhöhung, sagte Ring. Für 2007 will der Konzern unverändert 0,12 EUR je Aktie zahlen. Vor dem Hintergrund des ausgewiesenen Nettoverlustes von 446 Mio EUR (Vorjahr plus 99 Mio EUR) nannte er dies eine "Geste der Anerkennung für die Loyalität der Aktionäre". Für die mittelfristige Entwicklung des Konzerns zeigte sich der Vorstandsvorsitzende ebenfalls optimistisch. Er stehe zu den Plänen, eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen zu wollen, sagte er. Außerdem habe er die einzelnen Sparten gebeten, ihre Ziele für die kommenden Jahre noch einmal zu überprüfen und höhere Werte anzustreben.

Das Unternehmen arbeitet seinen Angaben zufolge jetzt erstmals "wie ein richtiges" Unternehmen. Das Management verstehe sich als Team und arbeite auch so. Dies und der Blick auf die Ergebnisses des Jahres 2007 ohne Berücksichtigung der Sondereffekte würden das große Potenzial von EADS markieren.

Für das Jahr 2007 hat EADS Umsatz und Ergebnisse genannt, die unter den Erwartungen der Analysten lagen. Im Vorfeld der Veröffentlichung hatten die Bankhäuser aber bereits auf die schwere Prognostizierbarkeit hingewiesen und dies mit den Sondereffekten begründet, die der Konzern möglicherweise ausweisen wird. Beim Umsatz waren die zehn von Dow Jones Newswires befragen Analysten im Konsens auf 39,4 Mrd EUR gekommen. Tatsächlich erreichte EADS 39,123 Mrd EUR.

Für das EBIT lagen die Schätzungen bei 111 Mio EUR, EADS wies nur 52 Mio EUR aus. Und auch beim Ergebnis je Aktie hatten Analysten im Mittel mit minus 0,42 EUR mehr erwartet: EADS präsentierte minus 0,56 EUR. EADS selbst hatte bei der Präsentation ihrer Neunmonatszahlen Anfang November einen geringfügigen Umsatzrückgang und ein EBIT an der Gewinnschwelle in Aussicht gestellt.

EADS begründete das schwache Abschneiden mit den großen Herausforderungen des Jahres 2007 und nannte als Beispiele die Lieferverzögerung für den A400M, die Kosten für das Restrukturierungsprogramm Power8, die Kosten für die A350XWB und den schwachen US-Dollarkurs. Positiv haben sich den Angaben zufolge die vermehrten Airbus-Auslieferungen sowie das Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft ausgewirkt.

Den Umsatzrückgang führte der Vorstand auf die geringeren Einnahmen im Verteidigungsgeschäft und den schwachen US-Dollar-Kurs zurück. Auch hier war das hinter den Planungen zurückliegende A400-Programm mitverantwortlich.

Analysten zeigten sich enttäuscht. EADS habe sowohl mit den Zahlen für 2007 als auch mit dem Ausblick für 2008 ihre Erwartungen verfehlt, sagten Analysten der Citigroup. Aus diesem Grund werde die Verkaufsempfehlung für die Aktie beibehalten. Die Analysten erwarten, dass sich die Barmittelposition des Unternehmens in den kommenden drei Jahren deutlich verschlechtert.

Die Cashflow-Prognose des Unternehmens für dieses Jahr sei zwar höher als erwartet, berücksichtige aber nicht die Lieferantenfinanzierung, die nicht nur in diesem, sondern auch in den kommenden Jahren notwendig werden dürfte. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg haben die Aktie indes weiterhin auf "kaufen", wollen aber das Kursziel überprüfen. Sie merken an, dass die Ergebnisse für 2007 sowohl unter den eigenen als auch unter jenen des Marktes gelegen hätten und "erneut" zahlreiche Sondereffekte wirksam geworden seien. Dadurch werde die Ergebnisentwicklung von EADS immer weniger prognostizierbar.

Webseite: http://www.eads.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/nas

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