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26.04.2007

UPDATE: Fusionierte freenet profitiert von Verlustvorträgen

(NEU: Händleraussagen, Aktienkurs, Details)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die verzögerte Fusion, fallende Telefonpreise und höhere Kosten für Kundengewinnung und Marketing haben beim Telekomanbieter freenet AG voriges Jahr trotz leicht höheren Umsatzes für ein rückläufiges Betriegsergebnis gesorgt. Unter dem Strich vermeldete das Hamburger Unternehmen am Donnerstag jedoch einen fast drei Mal höheren Reingewinn, weil es dank der Verschmelzung jetzt erstmals konzernweit die Verlustvorträge der bislang eigenständigen mobilcom nutzen konnte. Das kam an der Börse gut an: Händler äußerten sich positiv, die Aktie verzeichnete leichte Zuwäche.

Die neue freenet ist Anfang März aus der Fusion des Mobilfunkdienstleisters mobilcom und des Internetanbieters freenet.de hervorgegangen. Obwohl durch die lange Verzögerung die Vorteile des Zusammengehens noch nicht hätten genutzt werden können, zeigten bereits die Zahlen für 2006, dass jetzt ein wichtiger Player im Markt entstanden sei, betonte die TecDAX-Gesellschaft. Sie setzt künftig vir allem auf Bündelprodukte aus Mobilfunk und Breitband-Internet.

In diesen Kernsegmenten verzeichnete freenet trotz scharfen Wettbewerbs deutliche Kundenzuwächse - die Teilnehmerzahlen stiegen um jeweils 300.000 auf 5,1 Millionen Handynutzer bzw eine Million DSL-Anwender. Rückläufig war die Entwicklung hingegen bei der normalen Festnetztelefonie und beim schmalbandigen Internet.

Die zusätzlichen Kunden im Mobilfunk sowie die Vermarktung höherwertiger Tarife konnten jedoch doch nicht verhindern, dass der Umsatz in diesem Bereich angesichts des Preisverfalls leicht zurückging. Da die Sparte Festnetz/Internet aber zulegte, stieg der Umsatz insgesamt um vier Mio auf rund 2,055 Mrd EUR. Beim EBITDA sorgen erhöhte Aufwendungen für das Kundenwachstum und beim Marketing für einen Rückgang auf 147 (173) Mio EUR.

Da freenet aus seinen deutlich gestiegenen liquiden Mitteln von 534 (117) Mio einen hohen Zinsgewinn einfuhr, kam ein leicht höheres Vorsteuerergebnis von rund 118 Mio EUR heraus. Zusätzlich führten die Verlustvorträge der mobilcom dazu, dass unter dem Strich ein um 180% höherer Reingewinn von 257 Mio EUR verbucht wurde. Bilanztechnisch profitierte freenet ferner davon, das im Zuge der Fusion stille Reserven von gut einer Mrd EUR aufgedeckt wurden, so dass letztlich ein Gewinn von 1,17 Mrd EUR in die Bilanz eingestellt werden konnte.

Was mit dem Gewinn passieren soll, will das Management bis Ende Mai klären. Freenet ist auf der Suche nach Übernahmezielen. Falls das Unternehmen nicht fündig wird, ist es auch bereit, seinen hohen Cash-Bestand für eine Sonderausschüttung oder den Rückkauf eigener Aktien zu verwenden.

Ein Aktienhändler zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht, dass jetzt noch keine Aussagen zur Verwendung der Mittel gekommen waren. "Dies könnte jene enttäuschen, die auf eine Sonderdividende gesetzt haben", sagte der Börsianer. Der Kurs der freenet-Aktie lag am Vormittag um 0,4% im Plus bei rund 22,40 EUR, während der TecDAX 0,8% über Vortag notierte.

Webseite: http://www.freenet-ag.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

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