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29.09.2009

UPDATE: Grenzebach-Vertrauter Reuter wird übergangsweise Kuka-Chef

(NEU: Details, Hintergrund)

(NEU: Details, Hintergrund)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Grenzebach-Vertraute und Investmentbanker Till Reuter wird übergangsweise die Führung des angeschlagenen Roboter- und Anlagenbauers Kuka übernehmen. Bis ein neuer Vorstandsvorsitzender gefunden sei, werde Reuter dieses Amt interimsweise bekleiden, teilte der SDAX-Konzern am Dienstagabend im Anschluss an eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung mit. Seine Amtszeit soll bis Anfang 2010 dauern, dann soll ein dauerhafter Nachfolger für den aus dem Amt scheidenden Horst J. Kayser gefunden sein.

"Wir sind in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit einer engen Auswahl an hoch qualifizierten Kandidaten, die Anfang 2010 verfügbar sind. Wichtiger als eine schnelle Lösung ist eine gute Lösung. In der Übergangszeit werden wir im Vorstand drei Themen mit Priorität angehen: Erstens, die Konzentration wieder aufs operative Geschäft lenken. Zweitens, die Finanzierung auf ein solides Fundament stellen. Drittens, an der Weiterentwicklung und Umsetzung der Strategie arbeiten. Ich danke dem Aufsichtsrat für sein Vertrauen", sagte Reuter.

Reuter war erst vor kurzem zum Aufsichtsratschef der Augsburger gewählt worden. Dieses Amt wird er nun ruhen lassen. Im Kontrollgremium rückt Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning an die Spitze. Eigentlich hatte es zuletzt geheißen, IG-Metall-Vertreter Jürgen Kerner solle übergangsweise als Aufsichtsratschef fungieren.

Als Finanzvorstand wird Stefan Schulak zurück ins Unternehmen geholt, der Kuka vor kurzem verlassen hatte. Er führte vor seinem Rückzug die Robotik-Sparte des MDAX-Absteigers. Außerdem soll der Kuka-Vorstand erweitert werden: Es soll "zeitnah" ein Chief Operating Officer implementiert werden, der für die Umsetzung des umfassenden Kostensenkungsprogramms verantwortlich sein wird.

Hinter den Kuka-Kulissen hatte es in den vergangenen Monaten heftige Streitereien gegeben. Den Kuka-Großaktionären, dem schwäbischen Maschinenbauer Grenzebach und dem US-Investor Guy Wyser-Pratte, die gemeinsam rund 40% an der Kuka AG halten, kam der Strategiewechsel bei den Augsburgern zu langsam voran. Kuka will sich stärker in den Bereichen Energie, Medizintechnik und Luftfahrt engagieren, um weniger von der kriselnden Autoindustrie abhängig zu sein.

Um der von Grenzebach beantragen außerordentlichen Hauptversammlung und einem Vetrauensentzug zuvorzukommen, hatten die Vorstände Kayser (Vorsitz) und Matthias Rapp (Finanzen) per Monatsende ihren Rücktritt erklärt. Daraufhin zogen sich auch vier Aufsichtsräte zurück, die aber bereits wieder ersetzt sind.

Vorrangige Aufgabe für die Vorstände wird nun sein, die Refinanzierungsverhandlungen mit den Banken erfolgreich zu Ende zu bringen. Nachdem Kuka im zweiten Quartal eine Kreditklausel gebrochen hatte, laufen diese Gespräche noch. Eine Kapitalerhöhung ist angedacht, um sich finanziell Luft zu verschaffen.

Kuka litt zuletzt massiv unter der Krise in der Autoindustrie, mit der das Unternehmen aktuell noch rund 70% seines Geschäfts macht. In den ersten sechs Monaten brachen die Aufträge um mehr als ein Drittel ein, der Umsatz um fast ein Viertel. Sowohl operativ als auch unter dem Strich rutschten die Augsburger trotz intensiver Sparbemühungen tief in die roten Zahlen. Auch auf Gesamtjahressicht wird ein Verlust erwartet.

Webseiten: www.kuka.com www.grenzebach.com - Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/ros Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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