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15.07.2008

UPDATE: Haniel verkauft Baustoffsparte Xella für rund 2 Mrd EUR

(NEU: Details, Hintergründe, Analystenkommentar) Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, Hintergründe, Analystenkommentar) Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

DUISBURG (Dow Jones)--Die Duisburger Familienholding Haniel hat sich im Zuge der strategischen Neuausrichtung von ihrer Baustoffsparte Xella getrennt und den Geschäftsbereich an ein Konsortium aus den Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs verkauft. Der Verkaufspreis liege bei rund 2 Mrd EUR, sagte Haniel-Sprecher Dietmar Bochert am Dienstag auf Anfrage von Dow Jones Newswires.

Den Verkaufserlös will das Unternehmen zumindest teilweise in das strategische Portfolio investieren. Zur Frage, ob Haniel die Beteiligung an der Metro AG weiter ausweiten will, äußerte sich Bochert dabei nicht. Haniel ist aktuell mit 34,24% an Metro beteiligt und damit größter Anteilseigner des im DAX gelisteten Handelskonzerns. Möglich sei auch eine "vollständig neue" strategische Investition, so Bochert weiter.

Martina Noß, Analystin bei der NordLB, hält eine Aufstockung der Metro-Beteiligung zumindest grundsätzlich für möglich und vorstellbar. "Es stellt sich natürlich die Frage, was Haniel mit dem Verkaufserlös machen will". Als die Familienholding im vergangenen August zum letzten Mal die Beteiligung an Metro ausgeweitet habe, sei die Metro-Aktie höher bewertet gewesen als aktuell, so die Analystin. Daher sei die Metro-Aktie aus Käufersicht auf dem aktuellen Kursniveau weitaus attraktiver bewertet als noch im August 2007.

Die Metro-Aktie notiert gegen 11.30 Uhr in einem sehr schwachen DAX bei 37,00 EUR um 1,4% im Minus. Damit liegt der Titel unter seinem Jahrestief von 37,02 EUR. Im Jahreshoch notierte Metro bei 57,25 EUR.

Eine Ausweitung der Beteiligung an Metro könnte aus Sicht der NordLB-Analystin Noß also durchaus eine interessante Option sein. Durch eine weitere Aufstockung des Anteils könnte Haniel den Einfluss auf Metro ausdehnen und in Zukunft sogar die Übernahme der Mehrheit der Stimmanteile bei Metro anstreben.

Nach Einschätzung von Noß stehen Haniel aber auch andere Investitionsalternativen offen. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklung am Aktienmarkt gebe es zahlreiche andere Werte, die aus Käufersicht attraktiv bewertet seien.

In der vergangenen Woche hatte der "Platow Brief" berichtet, Haniel habe bereits eine Investmentbank mit dem Kauf weiterer Metro-Aktien betraut. Haniel plane, die Beteiligung an dem Handelskonzern um weitere 10% aufzustocken. Eine Haniel-Sprecherin hatte den Bericht jedoch umgehend dementiert.

Mit dem Verkauf der Baustoffsparte Xella setze die Haniel-Gruppe die Neuausrichtung ihres Portfolios fort, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Abschluss der Transaktion sei ein wichtiger Schritt im Rahmen der strategischen Neuausrichtung. Als produzierendes Unternehmen habe Xella langfristig nicht mehr zur Ausrichtung der Haniel-Gruppe gepasst.

Bereits im April hatte der Vorstandsvorsitzende von Haniel, Eckhard Cordes, der in Personalunion seit November 2007 auch Metro-CEO ist, angekündigt, Haniel werde sich künftig stärker auf die Handels- und Dienstleistungsaktivitäten fokussieren. Seinerzeit hatte Cordes in Aussicht gestellt, Haniel werde diese Neurichtung "konsequent" umsetzen. Dazu gehöre unter anderem auch die Trennung von Unternehmen, die nicht im Bereich Handel und Dienstleistungen tätig seien.

Die Motive zum Verkauf von Xella sind nach Aussage von Cordes die "unternehmerische Verantwortung" und "Gewinnoptimierung" gewesen. "Von diesen beiden Motiven haben wir uns bei der Suche nach einem geeigneten neuen Eigentümer für Xella leiten lassen und sind überzeugt, nun die richtigen Partner mit der entsprechenden Finanzkraft und industriellen Expertise gefunden zu haben." Der Verkauf soll rückwirkend zum 31. März erfolgen und steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Mit dem Abschluss des Verkaufs von Xella durch Haniel bestätigte sich ein Medienbericht aus der vergangenen Woche. Unter Berufung auf Unternehmenskreise hatte das "Handelsblatt" am Donnerstag berichtet, Cordes habe sich mit den beiden Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs auf einen Verkauf von Xella zum Preis von 1,9 Mrd EUR geeinigt.

Die Xella-Gruppe ist in den Geschäftsfeldern Baustoffe, Trockenbau-Systeme und Rohstoffe tätig. Xella ist mit über 7.600 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern aktiv und erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 1,3 Mrd EUR sowie einen Vorsteuergewinn von 155 Mio EUR.

-Von Nico Schmidt; Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 102; nico.schmidt@dowjones.com Webseiten: http://www.xella.com http://www.haniel.de http://www.paipartners.com http://www.goldmansachs.com DJG/ncs/nas

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