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16.06.2009

UPDATE: Kuka-Aktionär Grenzebach stockt Anteil auf knapp 30% auf

(NEU: Weitere Details, Stellungnahme Kuka und Grenzebach, Hintergrund)

(NEU: Weitere Details, Stellungnahme Kuka und Grenzebach, Hintergrund)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Kuka-Großaktionär Grenzebach hat seinen Anteil an dem Industrieroboter- und Anlagenbauer weiter ausgebaut, will den MDAX-Konzern aber nicht übernehmen. "Wir planen auch weiterhin nicht, bei Kuka über die Schwelle von 30% aufzustocken", sagte eine Sprecherin des Familienunternehmens aus dem 40 Kilometer nördlich von Augsburg gelegenen Hamlar am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Bei Überschreitung dieser Grenze würde nach deutschem Recht ein Pflichtübernahmeangebot an die Kuka-Aktionäre fällig.

Am Vorabend war bekannt geworden, dass die Grenzebach Maschinenbau GmbH die Beteiligung an Kuka auf 29,22% und damit über die bisher anvisierte Sperrminorität von 25,01% hinaus aufgestockt hat. Von dem nun kommunizierten Anteil entfallen 27,31% direkt auf das nahe bei Augsburg gelegene Familienunternehmen, weitere 1,90% hält die Rinvest AG des Grenzebach-Beraters Till Reuter. Reuter sitzt zusammen mit Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning seit mehreren Wochen im Aufsichtsrat der Kuka AG.

Über den Kaufpreis der zusätzlichen Kuka-Beteiligung sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte die Grenzebach-Sprecherin. Den Anteil hat Grenzebach von institutionellen Investoren, nicht aus dem Streubesitz übernommen.

Kuka erklärte am Dienstagmorgen, die Anteilsaufstockung sei als Vertrauensbeweis für das Potential und die Qualität des Unternehmens sowie für die Attraktivität der Aktie zu werten. "Unsere Häuser ergänzen sich in ihrem Leistungsspektrum und ihrer Unternehmenskultur hervorragend. Wir sehen der Zusammenarbeit positiv entgegen". Die Grenzebach-Sprecherin äußerte sich ähnlich und erklärte, die Aufstockung zeige, dass sich Grenzebach noch stärker zu Kuka bekenne.

Überraschend kam die Anteilsausweitung nicht. Schließlich hatte Grenzebach nach Kuka-Angaben in den vergangenen Monaten mehrmals angekündigt, den Anteil über die Sperrminorität erhöhen zu wollen, ohne eine Beteiligung von 30% oder mehr zu planen.

Grenzebach hatte im März in Aussicht gestellt, die Ende 2008 erworbene Beteiligung an dem Augsburger Anlagen- und Roboterhersteller bis zu einer Sperrminorität ausbauen zu wollen. Seinerzeit hatte sich das Familienunternehmen bereits Zugriff auf knapp ein Fünftel des Kuka-Kapitals gesichert. Von Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning hieß es im März, sein Unternehmen strebe eine Sperrminorität an, "nicht mehr und nicht weniger". Eine Erhöhung auf mehr als 30% sei nicht vorgesehen.

Das Familienunternehmen aus Hamlar arbeitet bereits seit einem knappen Jahrzehnt mit Kuka zusammen. Grenzebach verwendet als Komponenten eigener Anlagen überwiegend Kuka-Roboter, die Augsburger sind also ein wichtiger Zulieferer des Familienunternehmens. Zudem sind beide Unternehmen gemeinsam in der Produktentwicklung tätig. Diese Kooperation soll durch die Beteiligung von Grenzebach an Kuka auf eine solide Basis gestellt werden.

Die Grenzebach Firmengruppe ist ein Spezialist in der Materialfluss- und Verfahrenstechnologie und im Anlagenbau für Flachglas und Gipskartonplatten tätig. Das Unternehmen beliefert Konzerne der Glas- und Baustoffindustrie mit Produktionsanlagen und Steuerungssystemen. Weitere Anwendungsgebiete finden sich in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie sowie im Furnierholz- und Airportbereich. Weiteres Standbein ist die Entwicklung von Anlagen für die Fertigung von Solarpanels.

Grenzebach hat sechs Produktionsstandorte, davon drei in Deutschland und einen in den USA sowie zwei in China. 2008 erzielte das zuletzt stark wachsende Familienunternehmen mit seinen weltweit rund 1.550 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 300 (2007: 195) Mio EUR und eine EBIT-Marge von 9,5% (9,2%). Grenzebach generiert mehr als 90% seiner Einnahmen im Ausland und lediglich etwa 8% in Deutschland.

Die in Augsburg ansässige Kuka AG, die mit ihren Automationslösungen zu fast 70% von der kränkelnden Autoindustrie abhängig ist, beschäftigt mehr als 6.000 Arbeitnehmer. 2008 erwirtschaftete der MDAX-Konzern bei Einnahmen von rund 1,27 Mrd EUR einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 52 Mio EUR.

Webseiten: http://www.grenzebach.de http://www.kuka.de - Von Nico Schmidt Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com (Eyk Henning hat zu diesem Artikel beigetragen.) DJG/ncs/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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