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10.05.2007

UPDATE: MAN-Großaktionär VW setzt eigene Kandidaten im AR durch

Von Matthias Krust

Von Matthias Krust

Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--MAN-Großaktionär Volkswagen hat seine drei eigenen Kandidaten für den Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung des Lkw-Herstellers durchgesetzt. Die außenstehenden Anteilseigener verlangten auf dem Aktionärstreffen am Donnerstag vergeblich von Volkswagen Auskunft zu deren Plänen und kritisierten mögliche Interessenkonflikte.

Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech wurde mit 73,26% in das MAN-Kontrollgremium gewählt, teilte der scheidende AR-Vorsitzende Ekkehard Schulz auf der Hauptversammlung des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns mit. Der VW-Nutzfahrzeugvorstand Stephan Schaller erhielt 80,83% und Audi-CEO Rupert Stadler 80,83%. Vom Grundkapital waren 63,54% auf dem Aktionärstreffen präsent. Im Anschluss an die Hauptversammlung wählte der Aufsichtsrat Piech zum Vorsitzenden des 20-köpfigen MAN-Kontrollgremiums.

Die Volkswagen AG ist nach dem überraschenden Einstieg im Herbst 2006 mit knapp 30% größter Anteilseigner des Münchner Unternehmens und hat nun zum ersten Mal drei eigene Vertreter in das MAN-Aufsichtsgremium geschickt.

Der Traditionskonzern steht nach der gescheiterten Übernahme des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania AB, an der VW ebenfalls die meisten Stimmrechte hält, vor einer ungewissen Zukunft. Volkswagen will durch eine Allianz der beiden Unternehmen einen europäischen Nutzfahrzeugchampion schaffen und das eigene Lkw-Geschäft einbringen. Wie dies geschehen soll, hat Piech aber noch nicht erklärt.

Insbesondere die außenstehenden MAN-Aktionäre hatten sich gegen eine Wahl von Piech gewandt. "Der bestehende Wahlvorschlag berücksichtigt nicht die Interessen der anderen MAN-Aktionäre", sagte Hans-Christoph Hirt vom britischen Hermes Pensionsfonds. Es bestehe die Gefahr, dass der Großaktionär VW mit drei Vertretern im Aufsichtsrat einen sehr großen Einfluss bei MAN erlange.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte deshalb die Wahl der VW-Vertreter abgelehnt und mit dem Corporate Governance-Experten Christian Strenger einen eigenen Gegenkanditaten aufgestellt. Dieser hatte insbesondere kritisiert, dass Piech laut Medienberichten bereits im Vorfeld weit reichende Weichenstellungen zur Unternehmensstrategie und Personalpolitik mit Arbeitnehmervertretern im MAN-Aufsichtsrat vereinbart hat. Dies hatte der MAN-Betriebsrat und stellvertretende Aufsichsratsvorsitzende Lothar Pohlmann in mehreren Zeitungsinterviews gesagt.

Auf die bohrenden Nachfragen verschiedener Aktionärsvertreter ergriff Pohlmann schließlich das Wort: "Es gibt keine solche Vereinbarungen." Er räumte aber ein, dass sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit Piech getroffen haben. SdK-Sprecher Harald Petersen hatte zuvor in Aussicht gestellt, diese Frage möglicherweise in einer Sonderprüfung klären zu lassen und die Verantwortlichen haftbar zu machen.

Während sich VW weiter zugeknöpft zu ihren Plänen mit Scania gab, zeigte sich der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson zuversichtlich, dass die Allianz zustande kommt. "Wir sehen in VW einen langfristig stabilen strategischen Anteilseigner und ich glaube, dass wir in dieser Konstellation gute Voraussetzungen für eine einvernehmliche Lösung haben, in der alle MAN-Stakeholder gewinnen", so der Manager.

Er forderte bei der Suche nach einer Lösung "gleiche Augenhöhe". Jede Marke solle ihre eigene Identität behalten. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass der neue europäische Nutzfahrzeug-Champion die Börsennotierung beibehalten solle.

Auch wenn Piech und Volkswagen beim Schmieden der Nutzfahrzeugallianz allein das Heft in der Hand haben, kann Samuelsson zumindest mit Blick auf die guten operativen Perspektiven von MAN selbstbewusst auftreten: Mittelfristig stellte der DAX-Konzern eine deutlich höhere Ertragskraft in Aussicht.

In der Gruppe will MAN bis 2010 eine Umsatzrendite von 8,5% im Durchschnitt über einen Konkjunkturzyklus erreichen. In einem Konjunkturhoch werde ein zweistelliger Wert angestrebt. Bisher galt ein Margenziel von durchschnittlich 6% über die Zyklen und 7,5% in einer Boomphase.

Die neue Messlatte für die Kapitalrendite ROCE (Return on Capital Employed) liegt nun bei mindestens 22% nach zuvor 18%. Parallel zu den Renditezielen soll das Wachstum des Konzerns vorangetrieben werden. Um die neuen Ziele zu erreichen, müsse MAN eine durchschnittliche Wachstumsrate von 10% im Jahr erzielen, unterstrich Samuelsson: "Wir haben uns ehrgeizige Ziele für die Gruppe und jeden Bereich gesetzt. Angesichts dessen, was wir bis jetzt erreicht haben, sind die neuen Ziele aber realistisch."

Webseite: http://www.man.de

-Von Matthias Krust, Dow Jones Newswires, +49 (0)711 22874 12,

matthias.krust@dowjones.com

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